10.04.2018, 08:47 Uhr

Die Ruhe des Freeman Joe Kreissl

Walchen: Walchen |



Es ist ruhig geworden um Freeman Joe Kreissl. Nur noch selten kommen Reporter oder Gleichgesinnte zu Besuch. Den 47-Jährigen stört das allerdings nicht. Er genießt die Ruhe und seine neue Aufgabe als "gerechter" Gärtner des Schloßparks.



Vom Schloß ist Joe in eine geräumige Wohnung eines der Nebengebäude gezogen. Das Schloß selbst wird gerade zum Verkauf angeboten. Um einen höheren Marktpreis zu erzielen, pflegt Joe während seiner 24-h-Freizeit als Freeman ehrenamtlich den Park. Die Besitzerin Lilly war bei meiner Ankunft zusammen mit einer Freundin gerade mit dem Öffnen einiger Fenster beschäftigt, um frischen Wind durch die alten Gemäuer wehen zu lassen.

Auch in Joes Leben wehte seit dem letzten Besuch im vergangenen Sommer kräftig der Wind der Veränderung durchs Leben. Er genießt sein ungebundenes Dasein. Nach wie vor verbringt er viel Zeit in der Natur. Am Computer zuhause beschäftigt er sich derzeit hauptsächlich mit dem hebräischen Alphabet und seiner Zahlensymbolik. Musik oder Videos produziert er kaum noch selber. Der letzte Reporter, der ihn über die Beweggründe seiner Aussteigermentalität befragte, besuchte ihn vor Monaten. Immerhin: Zwei Studenten-Gruppen suchten Joe bezüglich ihrer Uni-Arbeit auf und befragten ihn zu seiner Einstellung zum Staat. Doch viele seiner ehemaligen Fans und Sympatisanten haben sich von Joe zurückgezogen.

Ob Joe heute genauso handeln würde wie im Jahr 2014, als er seine sogenannte Freeman-Erklärung abgegeben hatte, beantwortet er mit einem klaren 'Nein'. "Heute würde ich mich direkt an die Kirche wenden.... wahrscheinlich. Es war für mich damals notwendig und richtig das zu tun, doch heute bin ich zur Erkenntnis gelangt, daß so eine Freeman-Erklärung gar nicht nötig ist. Der eigentliche Wandel, der dich aus dem Recht austreten und in die Sittlichkeit eintreten läßt, geschieht im Inneren eines jeden selbst. Die Erklärung könnte man höchstens noch abschicken um sagen zu können 'Ich hab's euch ja gesagt'."



An Joe ist in den vergangenen Jahren sichtbar ein Prozeß der geistigen Reifung von statten gegangen - das kann man nicht zuletzt an den vielen Aussagen in den Videos auf Youtube feststellen, die er in dieser Zeit getätigt hat. Vergleicht man sie, ist der Wandel in ihm und seinen Überzeugungen deutlich sichtbar. Wozu dann der ganze Aufschrei? "Das was ich in meinen Vorträgen aufgezeigt habe, stand ja schon immer im juristischen Wörterbuch und in den Gesetzestexten, lange bevor ich sie zu lesen gelernt habe. Was ich faszinierend gefunden habe war, daß das Recht den 'Freeman' kennt, nämlich die Rückkehr zu Wahrheit und Sittlichkeit als einzige Besserung. Offenbar war das notwendig, daß irgendjemand diese Informationen aussprechen mußte - und das habe ich getan. Damit ist meine Aufgabe erfüllt. Ich bin ja nur gekommen, um das Gesetz zu erfüllen, nicht, um es zu zerstören. Das sagte sogar Jesus in der Bibel. In dieser ganzen Freeman-Geschichte ging es ja nie wirklich um mich, sondern um dieses Jesus-Bewußtsein, das jetzt zu jedem einzelnen Menschen kommt."

Für Joe ist die Bibel eine Art Drehbuch, in der bereits der ganze Ablauf, der der Gesellschaft im 21. Jahrhundert bevorstünde, festgeschrieben steht - wenn man es zu lesen weiß. Auch Jesus ist für ihn keine biblische Figur die vor 2.000 Jahren auf dieser Erde wandelte, sondern ein Bewußtseinsträger, der in jedem einzelnen Menschen nun wirksam wird. Für Joe steht fest: "Auf uns warten nun große Veränderungen!" Warum gerade jetzt dieser Wandel anstünde, meint er: "Wir befinden uns nicht nur in einem Tages- und Sonnenjahr-Zyklus hier auf der Erde, sondern es wirken noch größere Zyklen auf uns ein, wie der 26.000 jährige Sternenzyklus. Auch dieser kennt Tag- und Nacht-Phasen. Wir haben gerade die 13.000 Jahre des dunklen Zeitalters 'Kali Yuga' abgeschlossen und stehen an der Schwelle zum Morgengrauen, wo das Erwachen stattfindet. Und wie bei jedem Erwachen gibt es Menschen wie die monika, die grantig werden. Damit diese keinen Schaden anrichten, hat die katholische Kirche jeden Erdenbürger unter ihre Fittiche genommen, damit sie ihn sicher durch diese Phase bringt. Die Kirche symbolisiert den Ewigen Bund mit Gott, den der Mensch in seinem Inneren verloren hat und sich daher im Außen manifestieren mußte. Und dieser Bund im Außen verlagert sich nun wieder ins Innere. Damit verschwinden gleichzeitig die Strukturen im Außen, ein Ankämpfen gegen sie ist daher überhaupt nicht notwendig. Dieser Ewige Bund ist entweder im Innen oder im Außen - aber er ist nie nicht."

Ich habe Joe zu den Ereignissen des letzten Jahres befragt, darunter fanden sich Fragen zu seinem Privatleben, seine veränderte Einstellung zur Gesellschaft, die Ereignisse vom 20. April 2017 und einiges mehr.

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