Drei Windräder weniger - Drei Gutachten werden noch bearbeitet

Die Stadtsäle Voitsberg am Dienstag kurz vor 9 Uhr.
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  • Die Stadtsäle Voitsberg am Dienstag kurz vor 9 Uhr.
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Rund 60 Personen waren zur mündlichen Verhandlung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Windpark Voitsberg in den Voitsberger Stadtsälen erschienen. 15 Gutachter, Verhandlungsleiter Bernhard Strachwitz vom Referat für Anlagenrecht der Abteilung 13 des Landes, die Betreiber der Familie Penz, mehrere Rechtsvertreter und weitere Gäste. Darunter befanden sich BH Hannes Peißl, die Bgm. Kurt Riemer, Gottfried Preßler und Helmut Linhart, Tourismusobmann Adi Kern, Therme NOVA-GF Günter Riedenbauer sowie Hans-Peter Klug und Petros Charitidis vom Alten Almhaus.

Einwendungen gegen drei Windräder

Von den 15 Gutachtern hatten drei Einwendungen gegen die drei Windräder, die dem Alten Almhaus am nächsten liegen würden. Die Anlagen 9 und 11 würden den Wölkerkogel und die Marienstatue überragen, was eine unvertretbare Beeinträchtigung wäre. Außerdem würden die Windräder das Erlebnis- und Erholungsgebiet Altes Almhaus stark beeinträchtigen. Der Wildökologe war gegen die Windanlage Nummer 10, die den Auerwildbeständen und Birkwildbeständen schaden würde. Fakt ist auch, dass der Windpark die Lipizzaner laut Gutachtern in keiner Weise beeinträchtigen. Das humanmedizinische Gutachten war nicht ausreichend, zwei weitere Gutachten müssen in den nächsten zwei Wochen überarbeitet werden. Danach folgt eine sechswöchige Frist für die Begutachtung, hier können weitere Stellungnahmen eingereicht werden. Mit einem Bescheid sollte in den nächsten drei Monaten zu rechnen sein.

Betreiberfamilie zufrieden

Franz Penz kann mit der Reduktion von 20 auf 17 Windrädern leben, obwohl er sich natürlich die komplette Anlage gewünscht hätte. "Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass sich die Kritiker mit uns an einen Tisch setzen und wir einen Konsens zustandebringen, um möglichst gute Strategien für alle Beteiligten zu entwickeln", meinte Penz. "Wir sind gerne bereit, uns konstruktiv und produktiv in touristische Möglichkeiten und Entwicklungen einzubringen." Die Betreiberfamilie nimmt die Entscheidung der Sachgutachter zur Kenntnis. "Wir akzeptieren das, ich hoffe, unsere Kritiker machen das auch." Was teilweise fraglich ist, denn Christian Schuhböck von der Organisation "Alliance for Nature" hatte schon angekündigt, den Instanzenweg über das Bundesverwaltungsgericht, den Obersten Gerichtshof und auch den Europäischen Gerichtshof damit zu befassen.

Politische Fehler

Tourismusverbandobmann Adi Kern sieht das vorläufige Ergebnis der Sachgutachter als erschütternd für den Tourismus an. "Die Ausweisung dieses Gebiets als Windpark war ein gravierender Fehler der Politik. Die lokalen Bürgermeister wurden damals nicht ausreichend informiert, die Schuld liegt woanders." Kern ist überzeugt, dass der Windpark der Lipizzanerheimat nicht gut tun wird. "Die Reduktion von 20 auf 17 ist ein schwacher Trost. Wenn wir die Gefahr eines möglichen Abzugs der Lipizzaner für alle Zeiten ausschließen wollen, müssten wir einerseits den Park um mindestens weitere drei WIndräder reduzieren und andererseits muss eine sofortige Revision der Vorrangzone geschehen, damit in diesem Gebiet nie mehr ein weiteres Windrad gebaut werden darf."
Kern sieht in dieser Entscheidung keinen Erfolg für die vielen Menschen, die unsere einzigartige Natur schützen und nutzen wollen. "Ich nehme zur Kenntnis, dass die Familie Penz nach Maßgabe der vorhandenen Verordnungen den Windpark verwirklichen werden. Die Familie Penz ist für mich kein Feindbild, sie sind einheimische Investoren, die sich an Gesetze und Verordnungen halten. Die Verantwortung für den politischen Fehler aus dem Jahr 2015 tragen andere. Ich hoffe jedoch, es nicht erleben zu müssen, dass ein Industrie-Windpark in dieser Größe unserer Lipizzanerheimat größeren Schaden zufügt, deren Auswirkungen wir für unsere Folge-Generationen nie und nimmer verantworten können."

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