Waldviertel
HERKA GmbH & Textilveredelung Gmünd GmbH insolvent
- Die HERKA GmbH und der Schwesterbetrieb Textilveredelung Gmünd TVG GmbH im Waldviertel sind insolvent. (Symbolfoto)
- Foto: stock.adobe.com/Markus Mainka
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Die HERKA GmbH in Kautzen und der Schwesterbetrieb Textilveredelung Gmünd TVG GmbH im Waldviertel sind insolvent. Beide Betriebe sollen saniert werden.
WALDVIERTEL. Die letzten sechs Jahre waren für die Unternehmensgruppe überaus herausfordernd. Besonders die langen Corona-Lockdowns, die die Nachfrage aus Hotellerie und Gastro haben einbrechen lassen, und der kurz darauffolgende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine haben HERKA und die TVG vor große Herausforderungen gestellt. Die explodierenden Energiekosten und die Teuerungswelle, die folgte, führte zu drastischen Personalkostensteigerungen und stark erhöhten Garn- und Chemiepreisen. Diese Kostensteigerungen in der Produktion konnten nur teilweise und zeitverzögert weitergegeben werden.
Schmerzhafte Produktionsausfälle
Der kurzfristige Wegfall eines der größten Kunden (der inzwischen wiedergewonnen werden konnte) sowie Produktionsausfälle aufgrund von Maschinengebrechen und eines Brandes als letzte Auslöser führen nun dazu, dass für die HERKA GmbH und die Textilveredelung Gmünd GmbH ein Sanierungsverfahren unter Fortführung beider Betriebe beantragt wurde.
Geschäftsführung zuversichtlich
Die Anträge werden jeweils am 12.1.2026 eingebracht. Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer des Betriebes, der seit 99 Jahren in Familienhand ist, zeigt sich zuversichtlich: „Durch die gute Auftragslage und Marktposition sind wir zuversichtlich, dass die Fortführung und Sanierung gelingen wird und ein Großteil der 105 Arbeitsplätze gerettet werden kann. Wir sind uns unserer Verantwortung in der strukturschwachen Region im nördlichen Waldviertel bewusst und setzen all unsere Energie daran, möglichst viele Menschen in Arbeit zu halten.“
- Produktion Herka Frottier Weberei
- Foto: Herka
- hochgeladen von Daniel Schmidt
Die Sanierung geht mit Restrukturierungsmaßnahmen in der Produktion und im Produktsortiment einher und wird von der Inhaberfamilie Pfeiffer zuversichtlich als Neustart gesehen.
Mehr Details & Ausblick
Das Unternehmen beschäftigt 68 Dienstnehmer. Insgesamt sind laut Creditreform als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband rund 135 Gläubiger im Gesamtausmaß von rund 5,34 Millionen Euro von der Insolvenz betroffen.
Das Unternehmen bietet den Gläubigern eine 20-prozentige Sanierungsplanquote zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme an. Laut Eigenantrag soll im Zuge des Sanierungsverfahrens der Teilbereich „Konfektion“ geschlossen werden, da dieser nicht kostendeckend ist.
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt, Dr. Mario Noe-Nordberg in Waidhofen/Thaya bestellt. Gläubiger können Ihre Forderungen 11. Februar 2026 über Creditreform zur Anmeldung bringen. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 25. Februar 2026 anberaumt und die Sanierungsplantagsatzung für den 11. März 2026.
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