22.03.2017, 09:15 Uhr

So erziehen Sie Ihr Kind zum echten Waldviertler!

Mit solch exotischem Gemüse füttern wir unsere Kinder nicht. Bei uns regiert der Mohnzuzla!

Überleben im Waldviertel, Teil 9: Sieben Tipps wie es mit den kleinen Rotznasen im schönsten Viertel der Welt klappt.

WALDVIERTEL. Kann es einen größeren Segen geben als eigene Kinder? Nur einen: ein original Waldviertler Kind großziehen zu dürfen! Damit dabei auch nichts schief geht, geben wir Ihnen Tipps, wie Sie aus Ihren Rotznasen waschechte Waldviertler machen.

1. Der Mohnzuzla - einfach köstlich!

Früher haben Waldviertler Bäuerinnen ihren Kindern den Mohnzuzla gegeben. Das hatte viele Vorteile, aber einen ganz gravierenden Nachteil. Von Geschrei blieb man verschont, schließlich schliefen die Kleinen den ganzen Tag. Der Nachteil: die Morphine im Mohn sind wie - alle Drogen - der kindlichen Entwicklung nicht unbedingt förderlich um es vorsichtig auszudrücken. Heute können Sie Ihren Kids durchaus den Mohnzuzla verabreichen: mittlerweile ist das nämlich ein ziemlich wohlschmeckendes Gebäck und high werden Sie vom heutigen Mohn auch nicht mehr. Andere bewusstseinserweiternde Substanzen heben Sie am besten für sich selbst auf, wenn Ihnen die Kleinen wirklich auf die Nerven gehen.


Abhärtung ist von klein auf wichtig!. (Foto: Pixabay)

2. Waldviertler Kinder essen keinen Honig, sie kauen Bienen!

Nichts stählt einen Körper so sehr wie die raue Natur des Waldviertels. Das gilt natürlich auch für Kinder. Kombinieren Sie die Wildnis mit nicht vorhandener Infrastruktur und Sie haben Kinder, die auf dem kilometerlangen Schulweg barfuß durch den Schnee stapfen. Und Sie nennen Ihre Jogging-Runde durch die Innenstadt Sport...


Barfuß am Schulweg? Für Waldviertler Kinder kein Problem! (Foto: Pixabay)

3. Unsere Kinder schlafen in der Schule, wie sich das gehört!

Punkt 2 hat leider auch einen gravierenden Nachteil: Waldviertler Kinder stehen um 5 Uhr früh auf um rechtzeitig in der Schule zu sein. Pünktlichkeit ist schließlich eine Waldviertler Tugend. Nach dem Marathon am Schulweg überkommt die Kleinen rechtschaffene Müdigkeit, die sie natürlich während des Unterrichts auskurieren. Das macht aber gar nichts, den Lehrern geht es ähnlich. Außerdem hat sich dieses Konzept seit Generationen bewährt.


Digitale Abenteuer? Sicher nicht bei uns! (Foto: Pixabay)

4. Waldviertler Bälger können sich selbst beschäftigen!

Sie bekommen täglich Anrufe aus dem Kindergarten und der Schule, dass ihr Kind zu aufgedreht ist? Sie kutschieren ihre Sprösslinge vom Ballett- zum Fußballtraining und abends in den Violinenkurs für frühreife Säuglinge? Sie brauchen dringend einen Erziehungsaufenthalt im Waldviertel! Generationen von uns sind nämlich als einziges Kind im Dorf aufgewachsen und lernten schnell sich selbst zu beschäftigen - nur die Nachbarshühner mussten darunter leiden...


Für Dummheiten haben Waldviertler Kinder zwischen Feld- und Waldarbeit üblicherweise wenig Zeit. (Foto: Pixabay)

5. Strafen für schlimme Kinder? Völlig altmodisch!

Falls Sie jetzt den Eindruck haben wir wären im Waldviertel mit unseren Erziehungsmethoden rückständig, dann täuschen Sie sich aber gewaltig! Das Konzept der Bestrafung für schlimme Kinder hat sich bei uns auch nie durchgesetzt. Um etwas anzustellen haben unsere Lendenfrüchte nämlich zwischen Feld- und Hausarbeit gar keine Zeit.


Wer noch nie vom Baum gefallen ist, hat seine Kindheit sicher nicht im Waldviertel verbracht. (Foto: Pixabay)

6. Abenteuer im Bällebad? Ja genau...

Für Ihre Kids ist das Bällebad bei Ikea schon ein großes Abenteuer und beim Anblick einer echten Kuh brauchen sie eine frische Hose? Dann sollten Sie Ihre Sprösslinge wirklich im Waldviertel großziehen! Wer bei uns seine Kindheit ohne Knochenbrüche überstanden hat oder nicht zumindest einige Narben vorweisen kann, gilt schnell als Seicherl. Und wer beim Spielen nicht schon einmal vom Baum gefallen oder im selbstgebauten Floß im Teich untergegangen ist, war definitiv noch nie im Waldviertel.


Wer mit acht Jahren noch keinen Traktor lenken kann, gilt bei uns als Spätzünder. (Foto: Pixabay)

7. Unsere Kinder brauchen keine Fahrstunden

Wenn ein 8-Jähriger aus der Großstadt Papas Auto borgt und damit eine Spritztour macht, ist die Geschichte tagelang im Fernsehen und sämtlichen Zeitungen. Wenn ein Waldviertler Kind am Samstagmorgen wie selbstverständlich in den Stadel geht, den Traktor anwirft und ein paar Freunde abholt, fragen sich die Eltern maximal, wie es der Zwerg geschafft hat mit seinen kurzen Beinen ans Gaspedal zu kommen. Nicht umsonst beginnen Fahrstunden im Waldviertel traditionell mit dem Satz: "Du waßt eh wie's geht. Fahr bitte zum Fleischhauer, ich hab Hunger".

Mehr hilfreiche Tipps von Waldviertlern für den Rest der Welt

Wenn Sie sich noch nicht mit der Familiengründung im Waldviertel beschäftigen wollen, empfehlen wir Ihnen weitere total ernst gemeinte Überlebensratgeber. Etwa, wie Sie den richtigen Partner für die Fortpflanzung finden. Vielleicht wollen Sie ja nur bei uns urlauben! Auch dabei können wir Ihnen helfen. Im Sommer wie im Winter. Natürlich werden Sie sich völlig in die Region verlieben und ihren Lebensmittelpunkt ins Waldviertel verlegen wollen. Dafür haben wir ebenfalls einen umfangreichen Überlebensratgeber erstellt. Vorher müssen Sie aber erst lernen im Waldviertel korrekt ein Auto zu fahren. Es ist zwar nicht schön, aber irgendwann wird Sie die Grippe erwischen. Mit unseren Tipps ist das aber überhaupt kein Problem! Haben Sie mit dem Waldviertel nix am Hut, aber einen Kollegen aus dem schönsten Landstrich der Welt? Dann hilft Ihnen dieser Survival-Guide weiter.
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