Altersstruktur 2026
Das westliche Mittelgebirge im Wandel, wer ist die älteste Gemeinde?
- Alle 14 Gemeinden rund ums Westliche Mittelgebirge werden älter, aber welche ist die Älteste?
- Foto: pixabay / Chraecker
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Die Bevölkerung im westlichen Mittelgebirge wird älter. Das zeigt ein Vergleich der Altersstruktur von 2016 und 2026. Doch nicht jede Gemeinde entwickelt sich gleich. Während manche Orte besonders stark altern, konnten andere ihren Anteil an Kindern und Jugendlichen halten oder sogar ausbauen. MeinBezirk blickte genauer hin.
WESTLICHES MITTELGEBIRGE. Vor dem Kindergarten in Oberperfuss warten Eltern auf ihre Kinder. Wenige Kilometer weiter sitzen Pensionistinnen und Pensionisten auf einer Bank im Dorfzentrum von Sellrain. Beide Bilder gehören zum Alltag im westlichen Mittelgebirge. Doch wie sich die Bevölkerung zusammensetzt, hat sich in den vergangenen zehn Jahren spürbar verändert.
Eine Auswertung von Daten aus dem STATatlas der Statistik Austria zeigt, wie sich die Altersstruktur in den Gemeinden des westlichen Mittelgebirges zwischen 2016 und 2026 entwickelt hat. Das Ergebnis zeigt einen klaren Trend: Die Bevölkerung wird älter.
Unterperfuss als Ausreißer
Wer die Zahlen betrachtet, stößt zunächst auf einen überraschend klaren Spitzenreiter. In Unterperfuss sind 2026 rund 41 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre. Allein die Gruppe der über 75-Jährigen macht etwa ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner aus.
Allerdings ist diese Gemeinde ein Sonderfall. In Unterperfuss befindet sich mit dem Seniorenheim Teresa ein Altenheim, in dem Menschen aus insgesamt sieben Gemeinden leben. Die hohe Zahl älterer Bewohnerinnen und Bewohner spiegelt daher nicht ausschließlich die Altersstruktur der eigentlichen Dorfbevölkerung wider.
- Im Seniorenheim Teresa wohnen Seniorinnen und Senioren aus 7 Gemeinden.
- Foto: Seniorenheim Teresa
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Sellrain ist am ältesten
Lässt man den Sonderfall Unterperfuss außer Betracht, landet Sellrain an der Spitze. Dort sind rund 20 Prozent der Bevölkerung zwischen 60 und 74 Jahre alt, weitere elf Prozent haben das 75. Lebensjahr bereits überschritten. Insgesamt gehört damit fast jede dritte Person zur Generation 60 plus.
Knapp dahinter folgen Natters, Axams und Völs. In all diesen Gemeinden machen die über 60-Jährigen mittlerweile rund 29 bis 30 Prozent der Bevölkerung aus. In absoluten Zahlen ist Völs der Spitzenreiter. Dort leben 2026 insgesamt 2.197 Menschen über 60 Jahre. Allein die Zahl der über 75-Jährigen stieg innerhalb von zehn Jahren von 509 auf 921 Personen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 80 Prozent.
Ranggen ist die Kindergemeinde
Bei den Kindern zeigt sich ein anderes Bild. Die meisten Kinder unter 15 Jahren leben aufgrund seiner Größe zwar in Völs mit 1.079 sowie in Axams mit 935 jungen Einwohnerinnen und Einwohnern. Gemessen am Bevölkerungsanteil liegt jedoch Ranggen vorne. Dort sind 18 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Damit weist die Gemeinde den höchsten Kinderanteil im westlichen Mittelgebirge auf. Dahinter folgen Oberperfuss und Grinzens mit jeweils 17 Prozent.
Der Vergleich über zehn Jahre zeigt, dass einige Gemeinden durchaus junge Familien anziehen konnten. In Ranggen stieg die Zahl der Kinder von 171 auf 207, in Oberperfuss von 460 auf 557 und in Mutters von 308 auf 377.
- Den größten Anteil an Kindern hat die Gemeinde Ranggen.
- Foto: pixabay / 460273
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Niemand wird jünger
Auf den ersten Blick könnten Ranggen, Oberperfuss oder Grinzens als Gewinner erscheinen. Sie haben ihren Kinderanteil erhöht und verfügen über vergleichsweise viele junge Einwohnerinnen und Einwohner. Von einer echten Verjüngung kann dennoch keine Rede sein. In allen drei Gemeinden nahm gleichzeitig auch die Zahl der Menschen über 60 Jahre deutlich zu. Die Orte werden also nicht jünger, sondern wachsen an beiden Enden der Alterspyramide.
Das zeigt sich besonders deutlich in Sellrain. Dort leben 2026 nur noch 210 Kinder unter 15 Jahren, gleichzeitig aber bereits 439 Menschen über 60 Jahre. Auch in Natters kommen 337 Kinder auf 678 Einwohnerinnen und Einwohner über 60 Jahren. In Axams stehen 935 Kindern bereits 1.936 Menschen über 60 gegenüber.
Junge Erwachsene fehlen
Während die Zahlen an den beiden Enden der Alterspyramide stetig wachsen, scheint eine Altersgruppe zu schrumpfen: die 15- bis 29-Jährigen.
In Natters sank ihr Anteil in den letzten zehn Jahren von 18 auf 12 Prozent, in Sellrain von 15 auf 11 Prozent, in Kematen von 18 auf 14 Prozent und in Oberperfuss ebenfalls von 18 auf 14 Prozent.
Gerade diese Generation ist allerdings für Gemeinden von zentraler Bedeutung. Sie gründet Familien, baut Häuser, engagiert sich in Vereinen und übernimmt später Verantwortung in Politik und Ehrenamt. Wenn diese Altersgruppe kleiner wird, verändert das langfristig das Gesicht eines Dorfes.
- Im Axams stehen 935 Kindern 1.936 Menschen über 60 gegenüber. Im Bild der Axamer Nachwuchs im Einsatz.
- Foto: AMG
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Klar im Trend
Dass die Bevölkerung im westlichen Mittelgebirge altert, ist kein regionales Phänomen. Die Entwicklung folgt einem Trend, der seit Jahrzehnten in ganz Österreich zu beobachten ist.
Seit 1970 ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau von 2,3 auf zuletzt nur noch 1,3 Kinder gesunken. Damit bewegt sich Österreich auf einem historischen Tiefstand. Nach einem kurzen Anstieg zwischen 2014 und 2017 gehen die Geburtenzahlen seit Jahren wieder zurück. Inflation, wirtschaftliche Unsicherheit und internationale Krisen gelten als wesentliche Ursachen dafür.
Gleichzeitig werden die Menschen deutlich älter als noch vor wenigen Jahrzehnten. Zwischen 1970 und 2000 stieg die Lebenserwartung von Männern um fast neun Jahre, jene der Frauen um knapp acht Jahre. Zwar hat sich dieser Anstieg inzwischen verlangsamt, dennoch erreichen immer mehr Menschen ein hohes Alter.
Was bedeutet das für die Gemeinden?
Ob die Alterung der Bevölkerung gebremst werden kann, ist fraglich. Die niedrigen Geburtenzahlen und die steigende Lebenserwartung sprechen für einen langfristigen Trend. Umso wichtiger wird es für die Gemeinden, sich rechtzeitig darauf einzustellen. Einerseits geht es darum, junge Erwachsene in den Orten zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen. Leistbarer Wohnraum, ausreichend Kinderbetreuungsangebote, gute Verkehrsanbindungen und sichere Arbeitsplätze gelten als wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich Menschen für eine Familiengründung entscheiden.
- Die Volksschule in Völs wird derzeit saniert, ein wichtiger Schritt für die Jugend in der Gemeinde.
- Foto: VP Völs
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Andererseits steigen mit der alternden Bevölkerung die Anforderungen in der Pflege. Schon heute fehlen vielerorts Pflegekräfte. Gemeinden setzen daher zunehmend auf betreutes Wohnen, mobile Pflegedienste und neue Wohnformen, die älteren Menschen ein längeres selbstständiges Leben ermöglichen sollen. Gleichzeitig gewinnt das Ehrenamt an Bedeutung, etwa bei Besuchsdiensten oder der Unterstützung im Alltag.
Einige Zahlen im Überblick:
Älteste Gemeinden (Anteil 60+ im Jahr 2026):
Unterperfuss: 41 Prozent (Sonderfall Altenheim)
Sellrain: 31 Prozent
Natters: 30 Prozent
Axams: 29 Prozent
Völs: 29 Prozent
Jüngste Gemeinden (Anteil 60+ im Jahr 2026):
Ranggen: 23 Prozent
Grinzens: 25 Prozent
Mutters: 26 Prozent
Birgitz: 29 Prozent
Kematen: 24 Prozent
Die meisten Kinder unter 15 Jahren (absolute Zahlen 2026):
Völs: 1.079
Axams: 935
Götzens: 590
Kematen: 562
Oberperfuss: 557
Höchster Kinderanteil an der Bevölkerung 2026:
Ranggen: 18 Prozent
Grinzens: 17 Prozent
Oberperfuss: 17 Prozent
Kematen: 17 Prozent
Mutters: 16 Prozent
Größte Alterung innerhalb von zehn Jahren:
Völs: 75+ von 509 auf 921 Personen
Axams: 75+ von 455 auf 691 Personen
Kematen: 75+ von 155 auf 238 Personen
Natters: 75+ von 173 auf 273 Personen
Oberperfuss: 75+ von 208 auf 303 Personen
Alle Daten stammen von STATatlas der Statistik Austria und wurden von der MeinBezirk Redaktion gesammelt. Die Prozentzahlen wurden dabei immer abgerundet.
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