Bis 2030 fertig
Baustart für hochmodernes Wasserwerk auf der Donauinsel
- Vereint waren Vertreterinnen und Vertreter der Bezirke Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt und der Stadt beim Spatenstich für ein neues Wasserwerk auf der Donauinsel dabei.
- Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Mit dem neuen Wasserwerk auf der Donauinsel möchte Wien ab 2030 bis zu 1.000 Liter pro Sekunde an Wasser bereitstellen können. Der erste Bauschritt wurde am Donnerstag gemeinsam mit den Bezirken Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt gesetzt.
WIEN. Wien wächst und damit wird auch der Wasserverbrauch immer höher. Da die Bevölkerungszahl bis 2050 auf etwa 2,3 Millionen Menschen steigen soll, wird aktuell die Strategie "Wiener Wasser 2050" verfolgt, mit der die Versorgungssicherheit zum Wasserbedarf gesichert werden soll.
Zu diesem Zweck wurde am Donnerstag, 16. April, der nächste Schritt, gemeinsam mit Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bezirke 20, 21 und 22 getätigt. Zwischen der Nordbrücke und dem Steinitzsteg entsteht auf der Donauinsel ein neues Wasserwerk. Der erste symbolische Spatenstich wurde gesetzt.
"Mit diesem Wasserwerk könnten wir, falls benötigt, 20 Prozent der Stadt mit Wasser versorgen", erzählt Paul Hellmaier, Leiter von Wiener Wasser. "Wir treffen jetzt die nötigen Maßnahmen, damit auch für die nächsten Generationen zu jeder Zeit bestes Trinkwasser da ist", so Czernohorszky. Das neue Wasserwerk wird parallel zum Ausbau des Wasserbehälters in Neusiedl am Steinfeld umgesetzt. Bis 2030 soll der Neubau auf der Donauinsel stehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 140 Millionen Euro.
Hightech-Wasserwerk
Das neue Wasserwerk bereitet ab 2030 Trinkwasser für die Hauptstadt auf. Dafür wird das Wasser aus 17 Grundwasserbrunnen in den Schutzgebieten Donauinsel und Nußdorf entnommen. Eine vierstufige Reinigung, bei der auch UV-Licht zum Einsatz kommt, soll das Wasser filtern und für eine hohe Trinkwasserqualität sorgen. Im ersten Schritt wird dem Wasser Sauerstoff zugeführt, danach kommen mehrere Filter zum Einsatz. Zum Schluss sorgt das UV-Licht für eine Desinfizierung, bevor es in das Wiener Rohrnetz gepumpt wird.
Das Wasserwerk kann künftig bis zu 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern. Im Vorfeld der Inbetriebnahme wird auch mit Universitäten kooperiert. In Nussdorf wird dazu eine Pilotanlage aufgestellt, bei der die Technologien, die im neuen Wasserwerk zum Einsatz kommen sollen, getestet werden. Die Pilotanlage soll ab Sommer 2027 in Betrieb sein, wertvolle Erkenntnisse liefern und dafür sorgen, dass im neuen Wasserwerk nach dem neuesten Stand der Wissenschaft gearbeitet wird.
- v. l.: Bezirksvorsteher-Stv. Floridsdorf Fischer (SPÖ), Klubvorsitz Donaustadt Taucher (SPÖ) und Bezirkschefin der Brigittenau Dubravac-Widholm (SPÖ)
- Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Resilienz, die Vorbereitung für Blackouts und weitere Ernstfälle sind wichtige Punkte beim Bau. Laut Wiener Wasser könnte man bereits jetzt bis zu 95 Prozent der Wiener Haushalte mittels Hochquellwasser mit Wasser versorgen. Pumpwerke vom städtischen Unternehmen würden den Rest übernehmen können. Sollten Hochquellen ausfallen oder saniert werden, soll das neue Wasserwerk für mehr Sicherheit bei der Wasserversorgung sorgen.
Baustelle soll Insulaner kaum treffen
Auf die Donauinsel kommen dafür auch Bau- und Verkehrsmaßnahmen zu, die aber nicht die Besucherinnen und Besucher der Insel allzu stark beeinflussen sollen. Auf einer Fläche von etwa 50 mal 90 Metern werden zunächst Bohrpfähle hergestellt, um die tiefe Baugrube zu sichern.
Bis Sommer 2029 werden Aushubarbeiten mit bis zu zwölf Metern Tiefe umgesetzt. Nach Fertigstellung des Betonbaus wird die umfangreiche Verfahrens- und Elektrotechnik installiert. Der Bau wird anschließend am Dach begrünt, damit er sich gut in die Umgebung einfügt.
- Die Baustelle befindet sich zwischen Steinitzsteg und Nordbrücke.
- Foto: Andreas Pölzl/ MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Gäste der Donauinsel werden ab Montag, 20. April, zwischen Floridsdorfer Brücke und Nordbrücke umgeleitet, weil der Hauptweg für den Baustellenverkehr benötigt wird. Die Umleitung erfolgt über den eigens ausgebauten Treppelweg.
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