S-Bahn-Stammstrecke
Ursache für Kabelbrand am Praterstern ist jetzt geklärt
- Der Hintergrund für den Kabelbrand am Praterstern dürfte fest stehen.
- Foto: ÖBB / Schöfmann
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Nach einem folgenschweren Kabelbrand bei der S-Bahn-Stammstrecke liefen die internen Ermittlungen auf Hochtouren. Jetzt wurde der Auslöser festgestellt: Ein bestehendes Kabel dürfte bei Verlegungsarbeiten beschädigt worden sein und sorgte für einen Kurzschluss. Auch der Aufbau der Anlage am Praterstern begünstigte den Brand.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Ein Feuer beim Praterstern sorgt dafür, dass der Hauptteil der S-Bahn-Stammstreckensperre bereits jetzt in Kraft ist. Am Donnerstag, 13. August, wurden zahlreiche Einsatzkräfte zu dem wichtigen Öffi-Knoten gerufen. Ein Kabelstrang geriet dort in Brand.
Die Folge waren nicht nur schwierige Löscharbeiten. Mehr als 20 Kilometer an Kabel müssen getauscht werden. Schließlich folgte der Entschluss, dass die Stammstrecke von Praterstern bis Hauptbahnhof nicht erst ab 6. September, sondern ab sofort dicht bleibt. Mehr dazu:
Damit hat die Hauptstreckensperre von Praterstern bis Hauptbahnhof bereits begonnen, ehe jene von Floridsdorf bis Praterstern (4. Juli bis 6. September) endete. Und mittlerweile steht auch die Ursache für den Kabelbrand fest. Dieser dürfte eben genau von jenen ersten Stammstreckenarbeiten auf dem Abschnitt Floridsdorf bis Praterstern ausgehen.
Kabel beschädigt
Laut ÖBB gegenüber MeinBezirk gab im Zuge dessen nämlich bereits Kabelverlegungsarbeiten. "Scheinbar dürfte im Zuge dessen die Isolierung bei einem bereits bestehenden Kabel verletzt worden sein", erklärt man.
Zum Hintergrund heißt es: "Neuverlegte Kabel werden umgehend und vor Inbetriebnahme einzeln geprüft. Bei bestehenden Kabeln, wie in diesem Fall, werden diese erst dann gesondert getestet, wenn sie länger als ein Jahr außer Betrieb waren." Und dies war in dem Fall der zweimonatigen Arbeiten zwischen Floridsdorf und September nicht der Fall.
- Der Kabelbrand brachte den Verkehr auf der Stammstrecke umgehend zum Erliegen.
- Foto: zVg
- hochgeladen von Sophie Ruzicka
"Am Donnerstag wurde dann dieses beschädigte Kabel, das während der Sommersperre nicht aktiv war, wieder in Betrieb gesetzt, dabei dürfte es zu einem Kurzschluss gekommen sein, der brandursächlich war", erklärt man weiters.
Prüfvorgabe bleibt
Man spricht in dem Kontext von einer Verkettung von unglücklichen Umständen, die so keinesfalls regelmäßig oder allzu oft vorkommt. Zumindest förderlich für das Brandgeschehen könnte auch die Aufbauart der Anlage am Praterstern sein, die schon seit Langem besteht.
Technisch gesehen würden dort Hochspannungs- und Niederspannungsleitungen verlaufen, was bei moderneren Anlagen heutzutage nicht mehr so errichtet werden würde. Ganz grundsätzlich ist das in der Elektrotechnik kein Problem. Wenn es aber zu Beschädigungen kommt, kann die hohe Spannung auf eine benachbarte Niederspannungsleitung gelangen.
Als erste Sicherheitsmaßnahme wird jetzt in dem betroffenen Bereich zusätzlicher Schutz an den Kabelsträngen angebracht. Zusätzlich werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erneut im Umgang mit Kabeln und Elektrotechnik geschult. An den Prüfvorgaben für bestehende Leitungen, also ob nicht auch bestehende Kabel stets vor Wiederinbetriebnahme getestet werden, müsse man aus Sicht der ÖBB jedoch nichts ändern. Ohnehin ist es so, dass alle fünf Jahre Verkabelungen erneuert und damit spätestens dann geprüft werden, versichert man.
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