Stadt soll zurückrudern
Wiens Hotellerie erneut wegen Ortstaxen-Erhöhung auf Barrikaden

Die Wiener Hotellerie stellt sich erneut gegen die geplante Erhöhung der Ortstaxe. Die Abgabe soll von derzeit 3,2 Prozent des Nächtigungspreises ab 1. Juli 2026 zunächst auf fünf Prozent und ein Jahr später auf acht Prozent steigen. (Symbolbild) | Foto: kalinovsky/Panthermedia
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  • Die Wiener Hotellerie stellt sich erneut gegen die geplante Erhöhung der Ortstaxe. Die Abgabe soll von derzeit 3,2 Prozent des Nächtigungspreises ab 1. Juli 2026 zunächst auf fünf Prozent und ein Jahr später auf acht Prozent steigen. (Symbolbild)
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Die geplante Erhöhung der Wiener Ortstaxe bringt die Hotellerie und die Wiener ÖVP erneut auf die Barrikaden. Branchenvertreter warnen vor massiven Mehrkosten und sinkender Wettbewerbsfähigkeit. Eine zentrale Forderung lautet daher: Die zweite, für Sommer 2027 geplante Anhebung auf acht Prozent soll wieder zurückgenommen werden. 

WIEN. Die Wiener Hotellerie stellt sich erneut gegen die geplante Erhöhung der Ortstaxe. Die Abgabe soll von derzeit 3,2 Prozent auf den Nächtigungspreis pro Person ab 1. Juli 2026 zunächst auf fünf Prozent und ein Jahr später im Juli 2027 auf acht Prozent steigen. Laut Stadt Wien würden die jährlichen Einnahmen dadurch von derzeit rund 42 Millionen Euro auf etwa 74 Millionen Euro anwachsen.

Ursprünglich hatte die Stadt sogar eine sofortige Anhebung auf 8,5 Prozent ab Dezember 2025 geplant. Das hätte dem Wiener Finanzressort jährliche Mehreinnahmen von rund 81 Millionen Euro eingebracht. Nach heftiger Kritik von Wirtschaftsvertretern wurde das Vorhaben jedoch abgeändert. Nun soll die Erhöhung eben gestaffelt in zwei Schritten erfolgen. Mehr dazu unten.

Massive Zusatzbelastung für Hotels befürchtet

Das hat die Kritik letztendlich aber nicht verstummen lassen, sondern nur zeitlich verschoben, wie es scheint. So warnten die Wiener Volkspartei und die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) am Mittwoch bei einem Hintergrundgespräch einmal mehr vor einer massiven Zusatzbelastung, die auf die Branche zukommen würde.

Kritikpunkt ist dabei nicht die Ortstaxe an sich. Viele internationale Tourismusmetropolen – von Lissabon bis Amsterdam – heben vergleichbare Abgaben ein. Die Mehreinnahmen dienen üblicherweise dazu, die lokale Infrastruktur, den Umweltschutz sowie Dienstleistungen für Besucherinnen, Besucher und Einheimische zu finanzieren.

Der Widerstand richtet sich vor allem gegen die Höhe und Geschwindigkeit der geplanten Anhebung. Die Erhöhung von derzeit 3,2 auf künftig acht Prozent entspreche laut Branche einer Steigerung von rund 170 Prozent.

Steigende Fixkosten

Die Hotellerie stehe bereits seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Seit 2019 seien die Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll laut Branche um rund 18 Prozent gestiegen. Dazu kämen höhere Personal-, Energie- und Betriebskosten sowie zusätzliche Belastungen durch steigende Abgaben.

Die geplante Erhöhung der Wiener Ortstaxe bringt die Hotellerie und die Wiener ÖVP erneut auf die Barrikaden. Von links: Alexander Ipp, Vizepräsident ÖHV und Landesvorsitzender der ÖHV Wien, ÖVP Wien-Tourismussprecherin Kasia Greco und Alexander Komarek, Eigentümer der Schani Hotels. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
  • Die geplante Erhöhung der Wiener Ortstaxe bringt die Hotellerie und die Wiener ÖVP erneut auf die Barrikaden. Von links: Alexander Ipp, Vizepräsident ÖHV und Landesvorsitzender der ÖHV Wien, ÖVP Wien-Tourismussprecherin Kasia Greco und Alexander Komarek, Eigentümer der Schani Hotels.
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"In Wien wird derzeit alles teurer – von Energie über Wasser bis hin zu kommunalen Gebühren. Die geplante Erhöhung der Ortstaxe reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein“, erklärte Kasia Greco, Tourismussprecherin der Wiener ÖVP. Die Hotellerie sei eine "tragende Säule unserer Stadtwirtschaft".

Stadt soll Erhöhung zurücknehmen

Ebenfalls kritisch sehen die Branchenvertreter, dass die zusätzlichen Einnahmen nicht verpflichtend ("zweckgebunden") in die touristische Infrastruktur zurückfließen müssen. Die Wiener ÖVP und die ÖHV formulierten daher drei zentrale Forderungen: Die Anhebung auf fünf Prozent nehme man "zähneknirschend" hin, die zweite Erhöhung auf acht Prozent müsse aber ausgesetzt werden.

Alexander Ipp warnte vor langfristigen Folgen für den Standort Wien. Die Gewinnmargen vieler Hotels lägen nur bei vier bis fünf Prozent. (Symbolbild) | Foto: Neon Wang/Unsplash
  • Alexander Ipp warnte vor langfristigen Folgen für den Standort Wien. Die Gewinnmargen vieler Hotels lägen nur bei vier bis fünf Prozent. (Symbolbild)
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Darüber hinaus sollen die Einnahmen aus der Ortstaxe verpflichtend für tourismusbezogene Maßnahmen verwendet werden. Als Beispiel nennt man die Aufstockung der Mittel von Tourismus Wien. Außerdem fordert die Branche, dass die Abgabe künftig gesondert auf Rechnungen ausgewiesen wird. Damit sollen Gäste transparenter nachvollziehen können, welcher Teil des Zimmerpreises an die Stadt abgeführt wird.

Hotels kämpfen mit mickrigen Margen

ÖHV Vizepräsident und der Wiener ÖHV Landesvorsitzende Alexander Ipp warnte vor langfristigen Folgen für den Standort Wien. Die Gewinnmargen vieler Hotels würden nur bei vier bis fünf Prozent liegen. Gleichzeitig müssten die Betriebe laufend investieren, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Ein "ständiges Mitnaschen durch die Stadt" verschlechtere das Investitionspotenzial der Hotels, so Ipp. Besonders unverständlich für ihn sei, dass die Branche bei "einer derart weitreichenden" Entscheidung nicht ausreichend eingebunden worden sei.

Auch Hotelbetreiber Alexander Komarek (Hotel Schani) warnte vor den Folgen: "Was nach Abzug aller Ausgaben als Gewinn übrig bleibt, ist vielerorts ohnehin knapp kalkuliert. Eine Erhöhung der Ortstaxe würde genau diesen verbleibenden Spielraum weiter reduzieren und in manchen Fällen praktisch vollständig aufzehren. Das erschwert Investitionen, Innovationen und die Weiterentwicklung unserer Betriebe."

Zum Thema:

Wien verschiebt und adaptiert Ortstaxen-Erhöhung
FPÖ Wien fordert finanzielle Erleichterungen für Hotels
Wiener Wirtschaftskammer sieht keinen Grund für Erhöhung
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