11.10.2016, 14:57 Uhr

Quantensprung für umweltfreundliche Schiffs- und Lokomotivantriebe in Graz

v.l. Andreas Wimmer (CEO & CSO des LEC) und Ekkehard Klein (Projektverantwortlicher bei Linde Gas) vor der Hochdruckgasanlage. (Foto: LEC Large Engines Competence Center)
Graz: LEC Large Engines Competence Center |

Die Reduktion der Schadstoffemissionen von Schiffen und Lokomotiven trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaziele bei. Ermöglicht werden soll diese Reduktion unter anderem durch innovative Konzepte für Dual-Fuel-Motoren, die am LEC in Graz erforscht werden. Dazu wurden nun 600.000 Euro in eine neue und innovative Hochdruckgasanlage von Linde Gas investiert. Die Anlage stellt einen weiteren wichtigen Baustein in der weltweit einzigartigen Forschungsinfrastruktur des LEC dar und ermöglicht maßgebliche Weiterentwicklungen in der umweltfreundlichen Großmotorentechnologie.

Bei Autos gewinnen alternative bzw. umweltfreundliche Antriebe deutlich an Relevanz, laufend kommen neue Konzepte auf den Markt. Im Gegensatz dazu mahlen die Mühlen im Marinebereich viel langsamer, obwohl rund 90 Prozent des weltweiten Transports per Schiff abgewickelt werden. Dies ist insbesondere durch die fehlenden strengeren Emissionsbeschränkungen in diesem Bereich bedingt. Der Großteil der Schiffsmotoren verbrennt nach wie vor schwefelhaltiges Schweröl. Alternativen sind dringend gefragt – auch um die angestrebte Begrenzung der Klimaerwärmung auf weniger als 2 Grad laut Weltklimavertrag zu erreichen. Am Large Engines Competence Center (LEC) in Graz hat man nun einen wesentlichen Schritt gesetzt, um umweltge-rechte Dual-Fuel-Motortechnologie mit Erdgas – unter anderem für Schiffe und Züge – in die Anwendung zu bringen. Neben der Möglichkeit der Emissionssenkung liegt der besondere Vorteil von Dual-Fuel-Motoren in der Kraftstoffflexibilität, die einen wesentlichen Beitrag zur Betriebssicherheit und zur Reduktion der Treibstoffkosten liefern kann.

Gasantrieb als umweltfreundliche Alternative

Rund 600.000 Euro hat das COMET-K1-Zentrum in eine neue Anlage investiert, mit der die Hochdruckgasver-sorgung von Motoren dargestellt werden kann. Das Besondere daran ist die von Linde Gas patentierte Ionenverdichter-Technologie, mit der die in den Prüfstand integrierte Hochdruckgasanlage arbeitet. Ein Einsatz in dieser Form ist weltweit erstmalig am LEC in Betrieb gegangen. „Mit der neuen Anlage ergeben sich für uns völlig neue Möglichkeiten und wir können die Basis für eine neue Generation von umweltgerechten Großmotoren erforschen“, betont Andreas Wimmer, CEO & CSO des LEC. Diese können unter anderem in Schiffen und Zügen eingesetzt werden.

Kooperation zwischen Forschung und Wirtschaft

Mit Linde Gas verbindet das LEC eine jahrelange Zusammenarbeit. Dazu Wimmer: „Die Kooperation bestätigt einmal mehr, dass beide Seiten profitieren, wenn Industrie und Forschungseinrichtungen eng zusammen arbeiten. In Sachen Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit kann man durch die eine enge Zusammenarbeit mit den innovativsten Playern am meisten erreichen.“

Entwicklung in Österreich
Das Besondere an der neuen Hochdruckgasanlage ist der Ionenverdichter – eine patentiert Entwicklung von Linde Gas. „Im Vergleich zu konventionellen Gasanlagen verbraucht eine Hochdruckgasanlage mit Ionenver-dichter um bis zu 25 Prozent weniger Energie", erläutert Ekkehard Klein, Projektverantwortlicher bei Linde Gas. „Die Technologie wurde zur Gänze in Österreich entwickelt, bis zur Marktreife hat es 10 Jahre gedauert.“ Am Prüfstand sind dadurch Motorversuche mit bis zu 600 bar möglich, bislang waren es nur 300 bar.

Aktuell wird die neue Hochdruckgasanlage im Rahmen des österreichischen COMET-Programms mit den Industriepartnern L'Orange, ABB Turbo Systems, HOERBIGER und GE für gemeinsame Forschungsprojekte eingesetzt.

www.lec.at


www.linde-gas.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.