07.04.2016, 17:30 Uhr

Tiergesundheitsdienst: "52 Tonnen Antibiotika sind zu viel"

Betriebe, die beim Tiergesundheitsdienst gemeldet sind, arbeiten eng mit Tierärzten zusammen. (Foto: Pixabay/DominikSchraudolf – CC0)

Weniger Einsatz von Antibiotika und ein Miteinander von Tierärzten und Landwirten sind die Ziele der Tiergesundheitsdienste.

ÖSTERREICH. Seit 2002 berät der Tiergesundheitsdienst (TGD) Tierhalter: In jedem Bundesland sind Tiergesundheitsdienste eingerichtet, ein Beirat "Tiergesundheitsdienst Österreich" ist zur österreichweiten Koordination im Bundesministerium für Gesundheit angesiedelt. Erhebungen, Kontrollen und Weiterbildung für die teilnehmenden Betriebe gehören zu den Aufgaben der Tiergesundheitsdienste.

TGD setzt auf Eigenkontrolle

"Der Tiergesundheitsdienst versteht sich nicht als Ersatz der amtlichen Kontrolle, sondern unterstützt die teilnehmenden Tierhalter bei der Verpflichtung zur Eigenkontrolle", sagt Ulrich Herzog, Leiter des Bereiches Verbrauchergesundheit und Veterinärwesen im Gesundheitsministerium und Vorsitzender des Beirates "Tiergesundheitsdienst Österreich".

Den Verbrauch von Antibiotika – derzeit 52 Tonnen pro Jahr – zu verringern und die Einbindung des Tierhalters in die Anwendung der Arzneimittel sind Anliegen des TGD. "Dass Antibiotika eingesetzt werden, um schlechte Haltung zu kaschieren, ist nicht Sinn der Sache", sagt Herzog. Antibiotika seien ausschließlich zur Behandlung erwünscht.

Verbrauch von Antibiotika aufzeichnen

Wie viel Antibiotika verabreicht werden, zeichnen TGD-Betriebe auf. Kurt Frühwirt, Präsident der Tierärztekammer, ist sicher, dass der Verbrauch weiter gesenkt werden kann: "Gesunde Tiere brauchen keine Antibiotika, daran muss gearbeitet werden."

Qualität von Lebensmitteln

Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, lobt die Tiergesundheitsdienste als wichtige Partner der Bauern. "Gesunde Tiere sind die Grundlage für sichere Lebensmittel", sagt Reisecker. Die Schulungen und Weiterbildungsveranstaltungen des TGD seien für die Landwirte die Grundlage für die richtigen Management-Entscheidungen im Betrieb.

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