Katholische Kirche im Salzkammergut
Predigt für 31. Mai 2026 von Klaus Autengruber

Dominik und Tamara Brnjak (rechts) bei der Taufe ihres Sohnes Oskar in Ohlsdorf. | Foto: Jochen Lorenz, Photographic
  • Dominik und Tamara Brnjak (rechts) bei der Taufe ihres Sohnes Oskar in Ohlsdorf.
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„Alle guten Dinge sind drei“: Die Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag, 31. Mai 2026, stammen von Diakon Klaus Autengruber. 

SALZKAMMERGUT. Wir können uns in den Katechismus der Katholischen Kirche vertiefen, oder nachlesen was die Kirchenlehrer über die Dreifaltigkeit Gottes, die sogenannte Trinität schreiben, aber verstehen können wir – wie vieles in Bezug auf Glauben – nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herz.

Seit unserer Taufe

Fakt ist, dass wir bereits bei unserer Taufe, auf die Dreifaltigkeit, „im Namen des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes“ getauft wurden. Da sind wir in die Liebe Gottes und Einheit Gottes eingetaucht. Gewollt und geliebt von Anfang an, seit unserer Zeugung. Die Taufe ist ja das Wurzelsakrament, das Fundament unseres Glaubens, unserer Verbundenheit mit Gott.

Was sagt die Kirchengeschichte?

Im Frühchristentum beschreibt Irenäus von Lyon (ca. 150 nach Christus) Sohn und Geist als die „zwei Hände Gottes“. Arius verteidigt um 280 den Monotheismus: Jesus sei ein Geschöpf und nicht wesenseins mit dem Vater. Das löste um 330 den Arianischen Streit aus. Das Konzil von Nizäa (325) legte fest: Der Sohn ist mit dem Vater wesensgleich. 381 wurde die Trinität inklusive der Anerkennung Gottes im Heiligen Geist im Konzil von Konstantinopel bekräftigt.

Gottes Wirkkraft in uns

Wir sind in das Wirken Gottes hineingenommen. Als Geschöpfe unseres Schöpfers ist Gott unser himmlischer Vater. Jesus, unser Heiland und Retter, der uns Weg, Wahrheit und Leben ist. Und die heilige heilende Geistkraft, die uns Leben in Fülle ist. Drei Geschenke, die uns in ihrer Einheit lebens- und liebesfähig machen. Täglich neu.

Die volle Präsenz Gottes

Gott gibt es nicht in drei Teilen, sondern „nur“ in seiner ganzen Fülle, Präsenz und Kraft. Wenn wir das Kreuzzeichen machen, egal ob das große oder kleine, stellen wir uns in den Schutz und Segen Gottes. Beim kleinen Kreuzzeichen auf die Stirn „wir denken mit Gott“, auf den Mund „wir sprechen durch Jesus“, auf die Brust „wir handeln mit Gottes Kraft“.

„Ein Stift in Gottes Hand“

Mutter Teresa sah ihren Dienst an den Ärmsten der Armen als einen Dienst an die Dreifaltigkeit, da Christus in jedem Menschen gegenwärtig ist. Sie bezeichnete sich oft als „kleinen Stift in der Hand Gottes“. Ihr Ja zur Dreifaltigkeit bedeutet bedingungslose Hingabe, um die Liebe Gottes als „Liebesbrief an die Welt“ zu schreiben.

Ich bin der Ich-bin

Gott macht in Exodus 3,13-15 die klare Ansage, wie er genannt werden will: „Der Ich-bin. Das ist mein Name für immer, und so wird man mich nennen in allen Generationen.“ Gott will in seinem Sein immer Heil, Rettung und Eins-Sein mit dem Menschen: „Ich bin mit dir. (Ex 3,12)“ Weil Gott uns liebt, dürfen und können auch wir einander lieben.

„Mein Herr und mein Gott …“

Abschließend darf ich meine Gedanken mit dem „ungläubigen Thomas“ und mit meinem Namenspatron „Klaus von der Flüe“. Beide haben in Situation ihres Zweifelns, Unglaubens und Ringens diesen Satz ausgesprochen, der ihr tiefes Verwurzeltsein in Gott „beweist“: „Mein Herr und mein Gott …!“ Ein Satz, den wir in unseren Lebensalltag und unsere Sprachgewohnheit vermehrt einbauen dürfen. Ein Lebensgrundsatz, den wir gebrauchen, wenn wir uns selbst berühren, Jesus berühren, und unsere Mitmenschen. Spätestens beim dritten Versuch, denn „alle guten Dinge sind drei“.

Das Bruder-Klaus-Gebet

Klaus von der Flüe sah das Geheimnis des Lebens im Loslassen. Ein Loslassen, das der Schweizer Nationalheilige als Schlüssel zur spirituellen Freiheit und zu innerem Frieden sieht. Sein Gebet und Lebenswerk dürfen wir uns als inneren Kompass mitnehmen: „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir. Amen!“

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