Katholische Kirche im Salzkammergut
Predigt für den 14. Juni 2026 von Klaus Autengruber
- Gott, unser Schöpfer, dessen Geschöpfe wir sind, lässt alles wachsen und reifen.
- Foto: Klaus Autengruber
- hochgeladen von Kerstin Müller
„Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“: Sonntagspredigt von Diakon Klaus Autengruber.
SALZKAMMERGUT. Oftmals hab ich mich mit meinem Vater über dieses Thema unterhalten, da es sein Leitsatz war. Jesus jammert nicht, dass es womöglich eine schlechte Ernte gibt, sondern hat Mitleid mit den Menschen: „Denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“
Kontrollieren, korrigieren, kommandieren
Ohne Hirten, der Kommando gibt und sagt, was zu tun ist, geht es im Leben kaum. Weder in der Familie noch im Verein, in der Pfarrgemeinde, oder in der Firma. Und doch ist es Jesus, den wir uns ins Boot holen sollen, weil er alles steuert. ER-löst uns von Müdigkeit und Erschöpfung, weil ER unser Erlöser ist, und uns durch und durch kennt. Wir brauchen und können nicht alles lösen. Jesus löst, übernimmt das Kommando und die Kurskorrektur unseres Lebens. Lassen wir ihn ans Steuer.
Jesus setzt den Anker
Jesus weiß, wo er uns braucht. Nicht jeder ist für jedes Feld und deren Mitarbeiter tauglich. Die Ernte braucht Gruppendynamik und Teamgeist. Doch sind die Aufgaben meist ähnlich: Verantwortung übernehmen und Menschen für Jesus zu begeistern. Vergessen wir nicht: Es braucht einen, der sät und einen, der begießt. Aber Gott ist es, der wachsen lässt (vgl. 1 Kor 3,7).
Will Jesus gebeten werden?
„Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“ heißt es gleich anschließend. Ja, Jesus will gebeten werden. Es ist dies ein Abgeben und Übergeben an Jesus, das uns völlig befreit und frei macht; empfänglich für neues. Bleiben wir im Gebet, in Verbindung mit Jesus. In Bindung und Verbindung, in der Einheit Gott und Mensch. Verbindlich und dennoch in Freiheit, weil Glaube kein Korsett, sondern immer Freiheit und Geschenk ist.
Setzen wir die Segel
„Geht zu den verlorenen Schafen …“ Gottes Geistkraft, Atem und Mut sind es, die uns zu denen gehen lassen, die Jesus möglicherweise nicht kennen. Es ist ein Hinführen, ein an der Hand nehmen, bei dem stets Jesus mit uns ist, weil er uns Weg, Wahrheit und Leben ist. Leben in Fülle. Haben wir keine Scheu, machen wir uns auf und bringen wir Frucht. Bringen wir die Ernte ein.
Jesus traut uns alles zu
Er legt uns das Wort auf die Zunge (vgl. Psalm 139,4) und sagt „geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!“ Das „Himmelreich“ oder „Reich Gottes“, wie es auch bezeichnet wird, „ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“, so Paulus im Brief an die Römer 14,17. Ist das wohltuend, sich in diese Weisheit einzulassen: Gerechtigkeit, Friede und Freude sind wertvoller als irdische Genüsse wie Essen und Trinken. Diese Erkenntnis gilt es zu leben und zu trommeln!
Vollmacht für alle?
Im heutigen Matthäus-Evangelium 9,36-10,8 bezeichnet Jesus seine Schar zuerst „seine zwölf Jünger“ und danach zählt er die zwölf Apostel auf. Bevor sie Apostel wurden, waren sie alle Jünger, also Lehrlinge, die von ihrem Meister Jesus gelehrt wurden. Den Jüngern gab er schon die Vollmacht, „die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.“ In die Lebensschule Jesu gehen wir das ganze Leben. Das Zeugnis dazu dürfen wir geben.
Alles umsonst?
Schließen darf ich mit den Worten, mit denen Jesus heute schließt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ Deprimierend? Nein! Es gibt Gutes im Leben, das keiner bezahlen kann, weil es so wertvoll ist: Liebe, Trost, Zuwendung … Bereitschaft zu geben, ohne dafür Gegenleistung zu erwarten. Handelt Jesus nicht auch so? Geschenkt, nicht umsonst, ist das wertvollste Geschenk. Halleluja!
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