Bauernsterben
Strukturenwandel in der Landwirtschaft

Immer mehr Landwirte verabschieden sich von ihrer Landwirtschaft. Gründe dafür gibt es viele.
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BRAUNAU (kath). "Old Mac Donald hat 'ne Farm"– wer kennt nicht dieses altbekannte Kinderlied? In den letzten Jahren hat allerdings die Zahl der Bauern, die ohne Bauernhof sind, stark zugenommen. Immer mehr Landwirte beenden ihre Karriere als Bauern und suchen ihr Glück in einer anderen Sparte.

Austritte und ihre Gründe

"Alleine in den letzten drei Jahren haben mehr als 100 Landwirte im Bezirk ihre Tätigkeit beendet", berichtet Josef Detzlhofer, Leiter der Bezirksbauernkammer in Braunau. Die vermehrten Austritte und Auflösungen der landwirtschaftlichen Betriebe sind auch eng mit den Förderperioden verbunden: So kann die Bezirksbauernkammer in Braunau alle fünf Jahre vermehrt Austritte feststellen. Fünf Jahre dauert jeweils eine Förderperiode. Die Hauptgründe dafür sind ganz unterschiedlich: "Das Innviertel ist ein Wirtschaftsstandort. Es ist relativ einfach, einen guten Arbeitsplatz zu finden. Und für viele Landwirte ist der betriebene Aufwand für die Wirtschaft einfach nicht mehr rentabel", erklärt Detzlhofer. Eine Landwirtschaft ist stets mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Auch Generationenwechsel, wie beispielsweise Hofübergaben, sind für viele junge Landwirtanwärter nicht mehr tragbar. Eine weitere Herausforderung für Landwirte wäre es, wenn der Mercosur-Vertrag, das geplante Freihandelsabkommen mit Südamerika (siehe Zur-Sache-Kasten) tatsächlich in Kraft tritt.  Zwar spielt dies derzeit laut Detzlhofer noch keine Rolle, könnte aber zu weiteren Verlusten führen. 

Innovative Ideen

Um dem Verlust der eigenen Landwirtschaft vorzubeugen, konzentrieren sich viele Bauern bereits auf neue Ideen. So gibt es im Bezirk Braunau schon einige Bauern- und Hofläden, Erlebnisbauernhöfe oder Bauernhöfe, auf denen man Urlaub machen kann. Eine ganz besondere Idee hatte auch Johann Klinger: Er hat im Mai vergangenen Jahres ein Landkaffee in Lochen eröffnet. Dass er Landwirt werden wollte, wusste er schon als kleiner Junge. Nur in welche Richtung es gehen soll, war ihm lange nicht klar. Durch Zufall entschied er sich dann dazu, sich auf Obst- und Gemüseanbau zu spezialisieren. "Dann kamen die Leute, um ihre Heidelbeeren und andere Obst- und Gemüsesorten abzuholen und fragten, ob ich ihnen nicht auch etwas zu Trinken anbieten könnte. Und so entstand dann im Mai 2018 mein Landkaffee", erzählt Klinger. Das Landkaffee am "Rathmacherhof" in Lochen ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. "Ich transportiere mit meiner Landwirtschaft Transparenz. Jeder kann kommen und schauen, wie das Obst wächst", so der Wirt.

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