Windpark Thörl
Bürgermeister geht in Offensive und informiert transparent
- Bürgermeister Christian Polaschek ist bemüht, seine Bürgerinnen und Bürgern möglichst transparent zu informieren.
- Foto: MeinBezirk/Angelika Kern
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Rund um die Gemeinde Thörl sollen in den nächsten Jahren mehrere Windkraftanlagen entstehen. Der Bürgermeister – obwohl in dem Fall nicht als Behörde zuständig – ist mit dem Thema in die Offensive gegangen und hat kürzlich die Bürgerinnen und Bürger mittels Bürgermeisterbrief informiert.
THÖRL. Geplante Windkraftanlagen sorgen immer wieder für gemischte Reaktionen; während Befürworter hellauf begeistert sind, versuchen Gegner Projekte oft mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern – und dann gibt es natürlich noch viele Nuancen zwischen diesen beiden Extrempositionen.
- Geplante Windkraftanlagen sorgen in der Bevölkerung erfahrungsgemäß für sehr gemischte Reaktionen (Symbolbild).
- Foto: pexels / Wolfgang Weiser
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Um jeder Bürgerin und jedem Bürger dieselben Möglichkeiten zur Meinungsbildung zu geben, ist der Thörler Bürgermeister nun einen doch eher ungewöhnlichen Weg gegangen: Er hat kürzlich per Postwurfsendung alle Thörler Haushalte über geplante Windkraftanlagen in seiner Gemeinde informiert – sachlich und transparent, wie es sein persönlicher Anspruch ist: "Die Windkraft ist bei uns in der Gemeinde schon lange ein Thema; Gerüchte über geplante Errichtungen haben in den letzten Jahren dahin geköchelt. Nun aber, da es konkret wird, war es mir wichtig, alle Thörlerinnen und Thörler gleichermaßen zu informieren. Sachlich und transparent, ohne meinungsbildend zu sein", erklärt Christian Polaschek.
Vorrangzonene ausgewiesen
Auslöser für die Diskussion war die Ausweisung sogenannter Vorrangzonen durch das Land Steiermark im gesamten Bundesland – wir haben darüber berichtet. In diesen Zonen kommen auch Flächen im Gemeindegebiet von Thörl vor: konkret geht es um den Bereich Hahnkogel, Thörl West/Oisching und den Bereich der Floning. Und offenbar gibt es bereits Interessenten, an diesen ausgewiesenen Zonen Windparks zu errichten: am Hahnkogel plant Contour Global einen Windpark zu errichten, im Bereich Thörl West/Oisching ist der Verbund interessiert; im Bereich Floning gibt es noch keinen offiziellen Bewerber, derzeit kann nur spekuliert werden, ob es sich vielleicht um die Katholische Kirche oder den niederösterreichischen Betreiber W.E.B. handeln könnte. "An diesen Spekulationen möchte ich mich aber nicht beteiligen", stellt Polaschek gleich klar.
- In der Marktgemeinde Thörl sollen in den nächsten Jahren mehrere Windkraftanlagen entstehen.
- Foto: MeinBezirk/Angelika Kern
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Fakt ist, dass derzeit bereits Windmessungen, naturschutzrechtliche Untersuchungen, Untersuchungen der Bodenbeschaffenheit, zu Schall und Schattenwurf sowie hydrologische Erhebungen in den genannten Bereichen stattfinden. Sie dienen zur Einreichung der Projekte zu den notwendigen Umweltverträglichkeits-Prüfungs-Verfahren (UVP). Erst nach Abschluss des UVPs wird feststehen, ob und wie viele Anlagen gebaut werden. Am Hahnkogel ist mit einer Einreichung zum UVP bereits Ende 2026 zu rechnen, die Umsetzung könnte dann mit 2030 starten; im geplanten Windpark Thörl West/Oisching ist eine Einreichung 2027 vorgesehen. "Über das gemeindeübergreifende Projekt im Bereich Floning habe ich aber noch null Informationen", so Polaschek.
Gemeinde hat nur Pateienstellung
Wie der Bürgermeister selbst zu den geplanten Projekten steht, erklärt er folgendermaßen: "Der Gemeinderat Thörl hat in seiner öffentlichen Sitzung am 11. Dezember 2025 einstimmig den Grundsatzbeschluss 'Pro Windkraft in unserer Gemeinde' gefasst. Ich habe als Volksbürgermeister kein Stimmrecht im Gemeinderat und dementsprechend habe ich diesen Beschluss zu vertreten. Wir als Gemeinde sind aber in dem Fall nicht die Behörde, sondern haben in dem Verfahren nur Parteienstellung", so Polaschek.
"Eines muss aber schon festgehalten werden: die betroffenen Grundstückseigentümer werden für das Zurverfügungstellen ihrer Flächen entsprechend entschädigt und auch die Gemeinde bekommt eine finanzielle Beteiligung. Das ist Geld, das wir als Gemeinde ohne die geplanten Projekte nicht hätten, das aber allen Thörlerinnen und Thörlern gleichermaßen zugutekommt, wenn es etwa um die Finanzierung von Projekten in unserer Gemeinde geht."
- So wie hier auf diesem Symbolbild sollen auf den Bergen rund um Thörl Windparkanlagen entstehen.
- Foto: unsplash / Luo Lei
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Außerdem profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner von Thörl von einem durch den Verbund angekündigten günstigeren Stromtarif.
Polaschek informiert in einem vierseitigen Postwurf sehr ausführlich; für alle, die aber dennoch noch offene Fragen haben, ist Mitte Oktober eine Informationsmesse in der Festhalle Etmißl geplant. Hier sollen alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, eigene Bedenken vorzubringen und mit den jeweiligen Fachleuten persönlich ins Gespräch zu kommen. Außerdem sind für den Herbst zwei Windkraft-Sprechtage am Gemeindeamt in Planung und auch die diesjährigen Bürgerversammlungen am 28. und 29. September sowie am 1. Oktober stehen für alle möglichen Fragen offen.
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