Betrieb soll fortgeführt werden
Mariazeller Seilbahn ist insolvent
- Die neue Gondelbahn auf die Bürgeralpe in Mariazell wurde 2019 gebaut.
- Foto: Andreas Steininger
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Ein weiteres Skigebiet in Nöten: Die Betreibergesellschaft der Mariazeller Bürgeralpe ist insolvent. Eine Fortführung des Betriebs wird angestrebt. Für die Sommersaison ist der Betrieb abgesichert.
MARIAZELL. Über das Vermögen der Mariazeller Schwebebahnen Gesellschaft m.b.H. wurde heute aufgrund eines Eigenantrages ein Konkursverfahren am Landesgericht Leoben eröffnet, berichtet Creditreform als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband.
Von der Insolvenz sind 30 Dienstnehmer und rund 350 Gläubiger betroffen. Den Aktiva von 26.790 Euro stehen Passiva von rund 1,16 Millionen Euro gegenüber. Die Überschuldung beträgt demnach 1.136.560 Euro. Betroffen von der Insolvenz ist der Berggasthof sowie die Freizeiteinrichtungen Holzknechtland, das Biberland, Flylinas Hexenflug und der Kristallsee Geschäftsführer ist Johann Kleinhofer.
- Bergbahnen-Chef Johann Kleinhofer musste vor allem beim Winterbetrieb Verluste hinnehmen.
- Foto: Michael Maili
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Die Insolvenzursachen liegen laut Kleinhofer nach wie vor an den Verlusten aus den Coronafolgen sowie die Verluste aus dem Jahr 2019 (Bau einer neuen Einseilumlaufbahn „Bürgeralpe Express“).
Infolge der notwendigen Modernisierung gab es im Wirtschaftsjahr 2018/2019 keine Möglichkeit, direkt aus dem Zentrum von Mariazell mittels Liftanlage die Bürgeralpe zu besuchen. Die massiven Kostensteigerungen infolge der Ukrainekrise, insbesondere im Bereich Energie und Personal sowie die wetterbedingten Ausfälle im Winterbetrieb durch die Auswirkungen der Klimaerwärmung verhinderten eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung. Trotz einer erfolgreichen Sommersaison 2024 und einer zufriedenstellenden Wintersaison war es letztlich nicht möglich, die wirtschaftlichen Altlasten der vergangenen Jahre abzubauen.
Insolvenz trotz Rekordergebnis
"Es mutet ja kurios an, dass wir gerade im Vorjahr ein Rekordergebnis einfahren konnten. Auch der Frühling ist im Mai hervorragend angelaufen, auch zum Muttertag sind wir bereits ausgebucht. Leider war es nicht möglich, dass wir die Altlasten abbauen konnten und so mussten wir mit dem Insolvenzantrag die Reißleine ziehen", erzählt Johann Kleinhofer.
- Der Seilbahnbetrieb vom Stadtzentrum auf die Bürgeralpe soll fortgeführt werden. Eine Investorengruppe bemüht sich darum.
- Foto: Mariazeller Bürgeralpe/mariazellerland-blog.at
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Betrieb soll fortgeführt werden
Eine vorläufige Fortführung des Unternehmens ist geplant. Eine Investorengruppe ist an der Übernahme der wesentlichen Bestandteile des Unternehmens interessiert. Johann Kleinhofer: "Wichtig ist, dass die Sommersaison auf alle Fälle abgesichert wird. Der Betrieb geht ungestört weiter, auch alle Veranstaltungen werden auf der Bürgeralpe stattfinden."
Eine Investorengruppe ist nach wie vor bestrebt, die für die Region so wichtige Seilbahn weiter zu betreiben. Aus dem Betrieb der Seilbahnen ergibt sich, trotz derzeitiger negativer Kennzahlen, eine Wertschöpfungskette nicht nur für die Stadtgemeinde Mariazell, sondern für die gesamte umliegende Region. Durch den laufenden Betrieb der Seilbahnen, damit einhergehenden Veranstaltungen und dem in der Region einzigartigen Ausbau profitiert die gesamte Gastronomie, sowie der Einzelhandel in der Stadtgemeinde Mariazell sowie in den Umlandgemeinden.
Erfahrungsgemäß ergibt sich aus dem Betrieb der Seilbahn ein Beschäftigungserfordernis für über 100 Arbeitsplätze in der gesamten Region. Neben der Wallfahrt ist der Betrieb der Seilbahn einer der Eckpfeiler des Tourismus des Mariazellerlandes.
Es ist eine Verwertung des „lebenden Unternehmens" bzw. dessen Assets vorgesehen, um die Arbeitsplätze und die Wertschöpfungskette für die Region langfristig sicherstellen zu können.
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