Österreich hat (k)eine 2-Klassen-Politik...

Es ist mit klar, dass die Spitäler Geld verdienen müssen und dass die Sonderklasse dafür wunderbar geeignet ist. Noch mehr klar ist es, dass Ärzte dieser Meinung sind, da sie bei jedem einzelnen Patienten mitverdienen.
Nun frag ich mich, wie kann keine 2-Klassen-Politik entstehen, wenn Ärzte Geld von Versicherungen erhalten, damit sie den sonderklasseversicherten Menschen besser behandeln. Dieser Mensch zahlt irrsinnig viel Geld für die Zusatzversicherung, die verspricht, dass er mit dieser Versicherung besser behandelt wird. Ist ja klar, dass er auf sein Recht auch besteht.
Aber im Klartext heißt das auch: Ein Mensch mit viel Geld, erkauft sich eine bessere Krankenbehandlung!!! Ein Mensch mit wenig Geld muss warten. Nein, wir haben keine 2-Klassen-Politik....
Erst vor kurzem hab ich mit einer Frau gesprochen, die auf die Zusatzversicherung schwört, da diese ihr Leben einmal gerettet hat. Sie wurde mit der Zusatzversicherung bevorzugt behandelt und das rettete ihr im Nachhinein betrachtet das Leben.
Kann es sein, dass man tatsächlich Angst haben muss, wenn man keine Zusatzversicherung hat?!?! Dass man nicht die bestmöglichste Behandlung erhält, weil im Nebenzimmer ein Mensch mit viel Geld sitzt und dieser auf eine bevorzugte Behandlung besteht?!?!
Meiner Meinung nach sollte die Zusatzversicherung ausschließlich den erhöhten Komfort bezahlen!!! Eigentlich sollte jeder Mensch, egal welcher Herkunft, Rasse und wie dick seine Geldtasche ist, gleich behandelt werden. Deshalb ist die Bezahlung an Ärzte für Sonderklassepatienten nicht gerechtfertigt.
Der Patient sollte ein Ein- bzw. Zweibettzimmer erhalten, seinen Orangensaft und Nachmittagskaffee, seine Frotteehandtücher, gelbe Bettwäsche, Fernseher und seinen Obsteller. Für das sollte eine Versicherung dem Krankenhaus auch Geld bezahlen. Aber es kann einfach nicht sein, dass ein Sonderklassepatient eine bessere ärztliche Behandlung erhält oder bevorzugt bei Untersuchungen und OP-Terminen wird.
Zusätzlich wird das Pflegepersonal, das eine dreijährige anspruchsvolle Ausbildung genossen hat, als Bedienerinnen missbraucht. Wobei man erwähnen muss, dass das Pflegepersonal keinen zusätzlichen Cent für einen Sonderklassepatient erhält, jedoch rund um die Uhr am Patienten arbeitet.
Nicht missverstehen: ich fordere nicht Geld für das Pflegepersonal, ich fordere, dass die Ärzte auch nicht mehr für Sonderklassepatienten ausbezahlt werden, weil genau diese Bezahlung eine 2-Klassen-Politik heraufbeschwört.
Wenn die Spitäler Geld brauchen, sollten diese vielleicht mit ihren Ressourcen besser umgehen. Es werden tagtäglich Untersuchungen und Therapien durchgeführt bei Patienten, bei denen es keine Hoffnung mehr gibt. Es werden Patienten stationär aufgenommen, weil sie zu Hause nicht versorgt werden. Es kommen Menschen in die Ambulanz und gehen durch die ganze Maschinerie für Beschwerden, die der Hausarzt behandeln könnte. Es werden Untersuchungen durchgeführt, nur als reine Absicherung, damit man nicht verklagt werden kann.
Es ist mir bewusst, dass die Spitäler allein nicht alles ändern können, auch die Politik und vor allem die Menschen müssen umdenken. Man kann das System nicht ausschlachten bis zum letzten Tropfen und sich dann wundern, dass nichts überbleibt. Man kann nicht alles nutzen, nur weil man das Gefühl hat es zu verdienen. Man kann aber auch nicht immer nur Maßnahmen für die nächste Amtsperiode setzen, sondern an Maßnahmen denken, die längerfristig wirksam sind.
Der Ausbau der Sonderklasse kann und wird dem maroden Spitalssystem längerfristig auch nicht aus der Patsche helfen können.

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