Hungrig sind sie nur nach Erfolg

- Haris Bukva zeigte schon beim Gebet für seinen verstorbenen Kumpel Besian Idrizaj seinen Glauben. Foto: GEPA
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Ramadan – Glaube oder Sport? Auch Haris Bukva und Samir Muratovic
stellen sich die Frage ...
Das Problem der beiden Sturmkicker? Die Sure 2, Nummer 185 des Korans. Die besagt nämlich, dass alle Muslime während des Ramadans, der heuer vom 11. August bis 8. September dauert, fasten müssen. Religiöse Pflicht versus Leistungssport – eine Frage, die auch Sturms muslimische Kicker Haris Bukva und Samir Muratovic nicht kaltlässt. „Als Profikicker zu fasten, das grenzt ans Unmögliche. Nur wenn man von ganz klein auf so erzogen wurde, hat man eine Chance“, erklärt Bukva die Entscheidung, seinem Speiseplan treu zu bleiben. Und auch Muratovic stimmt seinem Kollegen zu: „Die Belastung des Profisports hält man sonst nicht aus. Ich faste maximal an trainings- und spielfreien Tagen – aber das kommt bei Sturm ja selten vor“, schmunzelt der Bosnier, der auch die andere Seite kennt: „Voriges Jahr war ich während des Ramadans im bosnischen Team. Kollegen wie Sejad Salihovic und Vedad Ibisevic (Anm.: beide Hoffenheim) beißen da wirklich durch.“
Heißer gekocht als gegessen
„Meine Familie steht voll dahinter, fastet und betet fünfmal am Tag. Ich hab’s probiert, aber irgendwann kommt der Knackpunkt, an dem es einfach sportlich nicht mehr geht“, schildert Bukva und fügt hinzu: „Aber meine Familie weiß, dass das mein Beruf ist, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Das wird akzeptiert.“ Auf eine ähnliche Lösung kommt auch Muratovic: „In Bosnien gilt die Meinung, dass der, der hart arbeitet, nicht fasten muss. So lassen sich der Glaube und die Gesundheit gut vereinen.“
„Die Sommerhitze“, wie der Fastenmonat übersetzt wird, wird also bei den heimischen Kickern gar nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird. „Das Ganze hat ja auch viel mit dem Glauben an sich zu tun. Und das tue ich. Ich bete, sooft es sich ausgeht, habe sogar schon überlegt ,meinen‘ Fastenmonat vielleicht einmal im Urlaub nachzuholen“, erzählt Bukva, dessen Gläubigkeit auch seine Tätowierungen im Genick und am Unterarm zum Ausdruck bringen. „Ach ja, wenn wir schon beim Essen wären: Schweinefleisch und Gummibärchen (Gelatine aus Schweinefett) sind natürlich das ganze Jahr über tabu.“
Katharina Prügger, Heri Hahn
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