Nachtschichten für Andreas Derler in Stainz
Blütenschutz durch Frostberegnung

Mit Frost gegen die Kälte - Andreas Derler

„Obstbetriebe ohne Beregnungsanlagen werden es künftig immer schwerer haben“, nimmt Ing. Fritz Stocker, Vizedirektor der Landwirtschaftskammer Steiermark, Bezug auf die in Zeiten eines Klimawandels häufiger auftretenden Frostnächte. Allerdings: Die Installation einer Beregnungs- oder Luftumwälzungsanlage ist mit beträchtlichen Kosten verbunden, für Nebenerwerbslandwirte stellte sie eine fast unlösbare Aufgabe dar. Auf Spätsorten umstellen? Auch diese Maßnahme wäre mit Kosten verbunden. Bei Strahlungsfrost nasses Stroh anzünden (wie in früheren Zeiten) oder Frostkerzenbatterien aufstellen? Immer lauter werden die Rufe der Umweltschützer.
Das Dilemma wird vermehrt durch den Klimawandel und das dadurch ausgelöste frühere Wachstum verursacht. Werden die zarten Blüten Minustemperaturen (als kritische Grenze gelten minus drei Prozent) ausgesetzt, kann die Fruchtbildung zerstört werden und einen Ausfall bewirken. Die Frostberegnung hat sich als wirksames Gegenmittel erwiesen. Dabei werden die Pflanzen mit Wasser besprüht, das Wasser gefriert und legt einen wärmenden Panzer (vergleichbar mit einem Biwak im Schneesturm) um die Blüte.

Obstbau nach Quereinstieg

Für Andreas Derler aus Prebensdorf, der die knapp 13 Hektar große Obstanlage auf dem Meran-Areal im Bereich des Bründlwaldes bewirtschaftet, verlangen die kalten Nächte einen steten Blick auf den Wetterbericht ab. „Entscheidend ist die Nasstemperatur“, nimmt er bei null Grad die Pumpanlage in Betrieb. Rund drei Millionen Liter Wasser hat er im kleinen Teich vorrätig, reicht dieses Depot nicht aus, greift er auf den großen Teich im Bründlwald zurück. Das Ende seiner Beregnungsarbeit ist gekommen, wenn das Thermometer ins Plus dreht. Die Herausforderung bei der Beregnung: Es wird viel Wasser gebraucht, der Boden wird verdichtet, Astbrüche sind nicht auszuschließen.
Der Oststeirer ist selbstständiger Bio-Landwirt „im zweiten Bildungsweg“. Er ist gelernter Gas-, Wasser-, Heizungsinstallationstechniker, arbeitete bei seinen Nachbarn aber immer schon in der Obstplantage mit. „Unser Grund daheim ist zu klein“, ergriff er die sich nun bietende Gelegenheit, die Obstanlage zu übernehmen. In Stainz produziert er die Sorten Gala, Braeburn und Golden Delicious in Bio-Qualität. Einen Totalausfall zu verzeichnen hatte er bei seinen 4.000 Quadratmetern Kirschen, die über keine Beregnungsanlage verfügen.


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