18.09.2014, 22:01 Uhr

Maiswurzelbohrer als Gefahr der heimischen Landwirtschaft

Foto1: Christian Polz und Franz Kröll begutachten ein Maisfeld in Frauental, wo der Maiswurzelbohrer mehr als ein Drittel der Ernte vernichtet hat.

Er heißt Diabrotica virgifera virgifera, ist landläufig unter den Namen Westlicher Maiswurzelbohrer in unseren Breiten bekannt und stellt eine zunehmende Bedrohung der heimischen Landwirtschaft dar.

Eingeschleppt wurde er aus Amerika, wo er sich über Jugoslawien in Europa rasch ausbreiten konnte. Das zeigte sich auch in einem ernüchternden Lokalaugenschein in Frauental, wo Christian Polz als Obmann des Pflanzenbauausschusses in der BH Deutschlandsberg, sowie Franz Kröll als Pflanzenschutzberater die Schäden an einem befallenen Maisfeld mit Sorge begutachteten.
„Der Maiswurzelbohrer stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr im Maisbau dar und kann einen Ernteausfall bis zu 100 Prozent verursachen, denn der Schädling ist in der Lage die Pflanzen zweimal zu schädigen“ zeigt Christian Polz als selbst betroffener Landwirt auf.
Die Larve des Käfers frisst die Wurzel ab und bewirkt so eine Destabilisierung der Pflanze. Die am Boden liegenden Pflanzen bedeuten einen Totalausfall, weil sie maschinell nicht geerntet werden können.
Die Käfer selbst, welche ab Ende Juni schlupfen, fressen die Kolbenfäden, die auch als „Woazbart“ bekannt sind und verursachen folglich eine Befruchtungsstörung. Sie schädigen nicht nur die Maispflanzen, sondern haben verstärkt Appetit auf Kürbisblüten, Ölkürbis oder Pflanzen im Garten bis hin zum Grünland.

Schwierige Bekämpfung

Der weibliche Käfer, welcher im Durchschnitt bis zu 1.000 Eier legt, hat so gut wie keine natürlichen Feinde, es wurden jedoch einige Maßnahmen zur Bekämpfung angewendet. Die Fruchtfolge alleine kann den Käfer nicht stoppen, stellt allerdings eine deutliche Minderung dar. Chemisch ist bereits ein umweltverträgliches Granulat in Anwendung, welches ebenfalls Wirkung zeigt. Ebenso versucht man mit einem zugelassenen Insektizid in der Blütezeit zu spritzen. Der heurige Sommer begünstigt die Lebensbedingungen des Schädlings besonders, weil Regen alle Bekämpfungsmaßnahmen unwirksam machen. Wenig wirksam hatte sich bisher die Bekämpfung mit Fadenwürmern (Nematoden) gezeigt. Eine hormonelle Maßnahme die quasi eine „Verwirrung“ der Käfer mittels Sexualduftstoff bewirken soll, ist ebenfalls in Erprobung.

„Fakt ist dass heuer durch den Maiswurzelbohrer um 10.000 ha (4 Mio Euro) weniger an Wertschöpfung im Maisanbau erwirtschaftet werden kann. Daher fordern wir von unserer Politik, Rahmenbedingungen zu ermöglichen, um die Schäden unter der Schadenschwelle zu halten“ appellieren einhellig Christian Polz und Franz Kröll.

Text und Foto(s): Josef Strohmeier
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