„Naturgefahren im Klimawandel“
Gemeinsam vorsorgen, gemeinsam handeln
- Landesrätin Sara Schaar gemeinsam mit VertreterInnen der Einsatzorganisationen aus dem Bezirk Hermagor, dem Zivilschutzverband Kärnten, der Feuerwehr, der GemeindevertreterInnen, Leitungsteam des BORG Hermagor sowie dem Gastgeber des KLE-SCH.
- Foto: Andreas Lutche
- hochgeladen von Carmen Rienzner
Am 26. und 27. Juni stand die Gemeinde Dellach im Gailtal ganz im Zeichen der Klimawandelanpassung. Im Rahmen des KLAR!-Projekts „Karnische Anpassung“ fand im KLE-SCH St. Daniel eine zweitägige Fachtagung unter dem Titel „Naturgefahren im Klimawandel – Gemeinsam vorsorgen. Gemeinsam handeln.“ statt.
ST. DANIEL. Über 60 TeilnehmerInnen aus Gemeinden, Einsatzorganisationen, Fachstellen, Bildungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil, die sich ganz der Stärkung regionaler Resilienz widmete. Projektleiterin DI (FH) Stéphanie Klaus betonte in ihrer Eröffnung, dass Anpassung weit mehr bedeute als technische Maßnahmen – es gehe vor allem um Dialog, Kooperation und Bewusstseinsbildung. Genau das wurde an den zwei Tagen eindrucksvoll umgesetzt.
Fachlicher Input
Der erste Tag stand im Zeichen fachlicher Inputs und praxisnaher Einblicke: Mag. Gerhard Hohenwarter von GeoSphere Austria erläuterte die regionalen Klimaveränderungen im Gailtal. In einer anschließenden Expertenrunde diskutierten VertreterInnen des Landes, der Feuerwehr, des Vereins für Krisenvorsorge (GfKV) und der Gemeinden konkrete Herausforderungen und Strategien für mehr Sicherheit und Vorsorge.
Vorsorgecheck
Beispiele aus der Praxis zeigten, wie unterschiedlich Gemeinden auf den Klimawandel reagieren: Die Gemeinde Fridolfing in Bayern stellte ihr innovatives Katastrophenschutzkonzept vor, während Kötschach-Mauthen gemeinsam mit der Abteilung 8 des Landes Kärnten ihren Naturgefahren-Vorsorgecheck präsentierte. Besonders eindrücklich war die von Krisenvorsorge-Experte Herbert Saurugg geleitete Simulation „Neustart“. Dabei durchliefen regionale Einsatzkräfte ein realistisches Krisenszenario. Neben wertvollen Erkenntnissen für die Praxis wurde vor allem deutlich, wie wichtig Vorbereitungsarbeit, Nachbarschaftshilfe und das Einbinden der Bevölkerung in Vorsorgeprozesse sind.
SchülerInnen setzen sich ein
Am zweiten Tag lag der Fokus auf der Jugend. Landesrätin Sara Schaar, die eigens für den gesamten Vormittag angereist war, hob hervor, wie wichtig es sei, junge Menschen in Klimafragen ernst zu nehmen und aktiv einzubinden. Schülerinnen und Schüler des BORG Hermagor hatten sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Klimawandelanpassung beschäftigt und ihre Perspektiven unter dem Motto „Klimawandel macht Selfies“ kreativ umgesetzt. Die entstandenen symbolischen Bilder, die ihre Gedanken und Beobachtungen zum Klimawandel widerspiegeln, wurden als Standbanner gedruckt und bilden nun eine wandernde Ausstellung, die künftig in allen acht KLAR!-Gemeinden zu sehen sein wird. Parallel wurde das Setting genutzt, um eine neue Folge des „ClimateCast Podcasts“ aufzunehmen, in der auch Stimmen der Jugendlichen zu Wort kommen.
Zukunftsbilder
Den Abschluss bildete eine Exkursion entlang eines „Wandelwegs“ in Kötschach-Mauthen. Begleitet vom Geopark Karnische Alpen diskutierten Jugendliche und politische Entscheidungsträger:innen gemeinsam über Schutzmaßnahmen, Zukunftsbilder und notwendige Veränderungen in der Region. Sabrina Kalser von der KLAR! Karnische Anpassung betonte: „Es soll ein richtiger Buddy-Spaziergang sein, wo man offen und direkt reden kann.“ Die Fachtagung machte deutlich: Der Klimawandel ist längst Realität, doch wie gut wir darauf vorbereitet sind, liegt in unserer Hand. Mit Kooperation, Bewusstseinsbildung und konkreten Maßnahmen geht die Region Hermagor entschlossen voran. Die Umsetzung der geplanten Anpassungsschritte ist bis Mitte 2027 vorgesehen.
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