Erste Zwischenbilanz
Verhaltene Ernteprognose für Bezirke Güssing und Jennersdorf

Die bisherige Getreideernte fällt etwas geringer aus als im Durchschnitt. Der Klimawandel macht sich im Ackerbau durch Änderungen bei den Pflanzenkulturen bereits bemerkbar.
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  • Die bisherige Getreideernte fällt etwas geringer aus als im Durchschnitt. Der Klimawandel macht sich im Ackerbau durch Änderungen bei den Pflanzenkulturen bereits bemerkbar.
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Ein schneearmer Winter, ein trockenes Frühjahr, eine Hitzeperiode im Juni - und trotzdem deutet sich an, dass die Landwirtschaft bei der heurigen Ernte in den Bezirken Güssing und Jennersdorf besser als auf den ersten Blick befürchtet davonkommt.

Hauptgrund dafür ist der feuchte Herbst 2020. "Dadurch konnten großflächige Ernteausfälle bei den Winterkulturen vermieden werden", erklärt Christian Reicher vom Bezirksreferat der Landwirtschaftskammer.

"Fast so trocken wie im Seewinkel"

Denn nur mit den Niederschlägen von heuer wäre kein Staat zu machen gewesen. Die Regenmengen beispielsweise in Eltendorf lagen mit 254,4 Millimeter von Jänner bis Juli um ein Drittel unter dem langjährigen Durchschnitt. "Das ist der zweitniedrigste Wert im Burgenland nach dem Seewinkel", vergleicht Reicher. Die Messstelle Rauchwart verzeichnete heuer 286,1 Millimeter Niederschläge, um ein Viertel weniger als im Durchschnitt.

Wintergetreide unterdurchschnittlich

Die bisherige Ernte-Zwischenbilanz fällt laut Reicher bei Wintergerste durchschnittlich aus, bei Winterweizen liege sie fünf bis zehn Prozent unter dem Schnitt. "Die längere Winterkälte und die dann folgende Trockenheit bewirken, dass weniger Ähren pro Hektar geerntet werden können", so Reicher. Auf die Qualitätswerte wirke sich das nicht negativ aus, die sei unverändert gut.

Einbußen bei Obsternte

Dagegen haben sich die spät ins Frühjahr reichenden Fröste negativ im Obstbau bemerkbar gemacht. Bei Marillen und Kirschen gab es heuer großflächige Ausfälle, bei Erdbeeren leichte Mengenrückgänge.

Im Grünland war der erste Grasschnitt laut Kammerangaben heuer sehr gut, der zweite ist dafür praktisch ausgeblieben. Hier komme es auf den dritten und allenfalls vierten Schnitt an, merkt Reicher an. "Katastrophal" sei hingegen die Rapsernte gewesen.

Gute Restprognose

Für die später zur Ernte anstehenden Kulturen wie Soja, Mais oder Apfel schaut es derzeit gut aus. Auch dem Wein mache die Trockenheit nichts aus, betont Reicher. Außerdem sind die beiden südlichsten Bezirke bisher von großflächigen Hagelschäden verschont geblieben. Mehr Sorgen als sonst bereitet den Sojabauern heuer der zunehmende Spinnmilbenbefall.

Anpassung an Klimawandel

Die Auswirkungen des Klimawandels spiegeln sich bereits im Pflanzenbau wider, hat Reicher bemerkt. "Trockenheitsresistente Pflanzen wie Sonnenblume oder Buchweizen werden bei uns immer öfter in die Fruchtfolge aufgenommen. Sommergetreide wird dagegen kaum noch angebaut."

Die bisherige Getreideernte fällt etwas geringer aus als im Durchschnitt. Der Klimawandel macht sich im Ackerbau durch Änderungen bei den Pflanzenkulturen bereits bemerkbar.
Hunderte Frostkerzen wurden im April in Kukmirn angefacht, um die Obstkulturen vor dem Spätfrost zu schützen. Trotzdem gab es Ernteausfälle.

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