16.10.2017, 11:17 Uhr

Bio-Pionierin setzt aufs Miteinander

Das Miteinander von Mensch und Natur ist für Maria Loidl nicht nur eine Arbeitsweise, sondern ganzheitliche Lebensphilosophie.

Maria Loidl führt mit Ehemann Fritz seit 1984 einen Bio-Obstbaubetrieb in Kopfing.

Das richtige Gespür für Tiere und Pflanzen, dazu noch viel Herzblut in der Vermarktung der eigenen Produkte, das zeichnet die unzähligen steirischen Bäuerinnen aus. 36.000 Land- und forstwirtschaftliche Betriebe gibt es in der Steiermark. 5.000 davon in Hartberg-Fürstenfeld.
20 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in der Steiermark wird biologisch bewirtschaftet. In diesen Betrieben wird die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, die Produktion gesunder gentechnikfreier Lebensmittel und generell die Ökologisierung der Landwirtschaft groß geschrieben. Vertreten werden die Biobäuerinnen und Bauern vom Verband Bio Ernte Steiermark. Dieser besteht seit 1980. Fast ab der Geburtsstunde mit dabei und somit eine Bio-Bäuerinnen-Pionierin in der Region ist Maria Loidl.

Seit 33 Jahren Bio

Gemeinsam mit ihrem Mann Fritz bewirtschaftet sie seit 1984 in Kopfing bei Kaindorf den gemeinsamen Bio-Obstbaubetrieb. Damals, vor 33 Jahren musste das nötige "Bio-Wissen" allerdings noch mittels Exkursionen in die Schweiz oder Südtirol aus dem Ausland "importiert" werden.
Mit ihren Produkten beliefern sie seit Jahrzehnten Gastronomiebetriebe, Bio-Märkte und Geschäfte in der Region, Graz und Wien, und wurden bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Die Entscheidung von der konventionellen auf die biologische Landwirtschaft umzusteigen, fiel den beiden Bio-Pionieren nicht schwer. Die Frage, die sich uns vor 33 Jahren stellte, war nicht, wie kann ich mehr verkaufen, oder, wie werde ich am besten gefördert, sondern, wie kann ich am besten im Einklang mit der Natur und gesund leben."

"Bio ist mehr"

Motivation wäre vor allem die Gesundheit der Familie gewesen, betont die vierfache Mutter, dass ihr die frische und saisonale Küche mit Biolebensmitteln sehr am Herzen liegt. Als Bio-Bäuerin und Gründungsmitglied der Ökoregion Kaindorf weiß sie "Bio ist viel mehr, als nur chemische Mittel ersetzen. Es geht um ein umfassendes Verständnis und Gespür für die Natur, ihren Rhythmus und ein Miteinander."

Gemeinsames Miteinander

Dieses Miteinander von Mensch und Natur wird auch bei ihrer "Schule am Bauernhof" bereits an die Kleinsten weitergegeben.
Das gemeinsame Miteinander begleitet die ausgebildete Lebens- und Sozialberaterin aber auch abseits ihrer Landwirtschaft. Zwölf Jahre war sie im Hospizteam Hartberg, weitere fünf in der Suizidprävention tätig. Daneben absolvierte sie einen Masterlehrgang in Gerontologie. Zur Zeit arbeitet sie im Verein SOL in der Flüchtlingsintegration in der Oststeiermark und dem südlichen Burgenland und wirkt im Kriseninterventionsteam ehrenamtlich mit.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.