9. Obertöne Kammermusiktage im Stift Stams
Durch fünf Jahrhunderte und vier Konzerte mitten ins Wunderland

Die internationale Besetzung der Obertöne garantiert alljährlich vier anspruchsvolle und innovative Konzertabende. v.l.n.r. Mikhail Mordvinov (Klavier), Marcelo Nisinman (Bandoneon), Hubert Mittermayer Nesterovskiy (Fagott), Mariya Nesterovska (Violine), Rafael Bonavita (Gitarre), François Guerrier (Cembalo, Orgelpositiv), Jan Krigovsky (Violone, Kontrabass).
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  • Die internationale Besetzung der Obertöne garantiert alljährlich vier anspruchsvolle und innovative Konzertabende. v.l.n.r. Mikhail Mordvinov (Klavier), Marcelo Nisinman (Bandoneon), Hubert Mittermayer Nesterovskiy (Fagott), Mariya Nesterovska (Violine), Rafael Bonavita (Gitarre), François Guerrier (Cembalo, Orgelpositiv), Jan Krigovsky (Violone, Kontrabass).
  • hochgeladen von Alexandra Rangger

STAMS(alra).Alle Jahre wieder öffnen sich die Türen des Bernardisaals im Stift Stams für die Konzertreihe der Obertöne. An den vier Abenden vom 14. bis 18. September hauchte das international besetzte Ensemble auch heuer den historischen Gemäuern Leben in Form von virtuos und kontrastreich interpretierter Kammermusik ein. Das treue Stammpublikum war begeistert.

Das Ensemble der Obertöne vereint renommierte KünstlerInnen aus sieben Ländern, die sich alljährlich aufs Neue die Eroberung ausgewählter Kompositionen aus fünf Jahrhunderten zur Vorgabe machen. Nicht nur zeitlich wird dabei ein weiter Raum beschritten – auch inhaltlich betreten die MusikerInnen schier unbegrenzte Bereiche. Dass sich Experimente mit dem Repertoire der Kammermusik vereinbaren lassen, weiß das treue Publikum der Obertöne längst. Die Bereitschaft des Ensembles, traditionelle Vertrautheit mit progressiver Überraschung zu verweben, hat sich im Laufe der Jahre als spannende Erwartungshaltung bei den BesucherInnen gefestigt.

Stimmig, raffiniert und ereignisreich

Das „Chamber music wonderland“ in das offiziell geladen ist, darf durchaus als Ort des Staunens, der Vielfalt, der zeitlosen Schönheit und zugleich der Wandlungsfähigkeit klassischer Kompositionen interpretiert werden – ein Spielplatz für die kreativen Freiräume, in denen die MusikerInnen sich verwirklichen, um Geschichten vom Menschsein erklingen zu lassen.

„Es wird erwartbar hohe Qualität geben – aber auch viele Überraschungen und Kontraste. Würden nur Erwartungen bestätigt, wäre es langweilig, gibt es überhaupt keine Bestätigung, sondern nur Beliebigkeit, wird es sehr anstrengend. Die Mischung im Bernarndisaal wird passen und es wird wieder knistern“

betonte Toni Innauer, der als langjähriger Obmann des OBERTÖNE Kammermusikvereins zur Eröffnung begrüßte.

Virtuos in Tradition und Moderne

Die Vielfalt aus kostbar Bewahrtem und neu Entdecktem ist vor allem durch die starke Besetzung möglich, die dem von Mariya Nesterovska und Hubert Mittermayer Nesterovskiy festgelegten künstlerischen Konzept folgt. Das aktuelle Ensemble besteht aus Mariya Nesterovska (Violine), Nenad Lečić (Klavier), Rafael Bonavita (Gitarre), Hubert Mittermayer Nesterovskiy (Fagott), François Guerrier (Cembalo, Orgelpositiv), Jan Krigovsky (Violone, Kontrabass), Marcelo Nisinman (Bandoneon), Mikhail Mordvinov (Klavier), Tobias Steinberger (Percussion) und Paul Moosbrugger (Klarinette).

Großer Auftakt

Der Einstieg in den ersten Konzertabend erfolgte intensiv mit einem virtuosen Soloauftritt von Mariya Nesterovska an der Violine. Eingebettet in das Ensemble brachte Hubert Mittermayer Nesterovskiy das Fagott in Position und legte es facettenreich erzählend über die atmosphärischen Grundstimmungen der Stücke. Für den faszinierenden Tangopart zeichnete erneut Marcelo Nisinman am Bandoneon und als Komponist verantwortlich – mit viel Extravaganz hauchte er Piazollas und seinem eigenen Werk unverkennbaren Charakter und Leidenschaft ein. Mikhail Mordvinov, kurzfristig für den erkrankten Nenad Lečić eingesprungen, lieferte vier großartig vorgetragenen Brahms Stücke – spürbar tief im passionierten Spiel versunken zog er das Publikum in seinen Bann.

Im Spannungsfeld der Gegensätze

Inhaltlich wurde bei der Programmierung der vier Tage weit ausgeholt – die Komponisten sind Garant für ein breites Spektrum, das von Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644-1704), Johann Ernst Galliard (1648-1749), Astor Piazolla (1921-1992), Marcelo Nisinman (*1970), Johannes Brahm (1833-1897), Dietrich Buxtehude (1637-1707), Jenni Brandon (*1977), Santiago de Murcia (1673-1739), Elliot Roman (*1999), Willem de Fesch (1687-1761), Walentyn Sylwestrow (*1937), „Mr.“ Carolo (um 1700), Tomaso Antonio Vitali (1636-1745), Hubert Mittermayer Nesterovskiy (*1980), Philipp Heinrich Erlebach (1656-1714), Johann Nepomuk-Hummel (1778-1837), Peter Child (*1953), Arvo Pärt (*1935), Michel Corrette (1935-2019) bis John Adams (*1947) reicht.

Zeitlose Botschaften – bereichernd, berauschend

Es ist anzunehmen, dass bei der Bandbreite der Darbeitungen, wie bei der Begrüßung angekündigt „für jeden Geschmack etwas dabei“ war.

„Wir wollen Geschichten erzählen, die bewegend und berührend sind. Jeder Zuhörer und jede Zuhörerin assoziiert anders und individuell – doch jeden und jede soll eine klare Botschaft erreichen“

erklären Mariya Nesterovska und Hubert Mittermayer Nesterovskiy. Die Konzertgäste zeigten sich von der Reise durch Epochen und Emotionen begeistert – die immerwährende Magie der Musik und die wohlklingende Botschaft der Obertöne waren deutlich hör- und spürbar. Die Kammermusiktage in Stams haben auch in der 9. Auflage gezeigt, dass sich mit Mut, Raffinesse und konstanter Qualität die Türen für ein regional wenig besetztes Genre weit und einladend für ein treues Publikum öffnen lassen.

Zur Info: Fotografieren war während der Konzerte aufgrund von Tonaufnahmen für eine CD-Produktion nicht erlaubt - deshalb gibt es im Gegensatz zu anderen Konzerten eine etwas andere Fotostrecke. Die Bilder sind zwischen und nach der musikalischen Darbietung enstanden.

Weitere Informationen zur den Kammermusiktagen der Obertöne finden Sie unter: www.obertone.at

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