Umsatzrekord in Hoch-Imst
Strahlendster Sommer, finsterer Winter

Die neue Gondel-Seilbahn hat sich rentiert: Die Imster Bergbahnen feiern den zu Ende gegangenen Rekordsommer. | Foto: Imster Bergbahnen / Rudi Wyhlidal
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Die Imster Bergbahnen schauen mit einem kräftigen Umsatz-Plusauf einen Rekordsommer zurück – und voraus in einen Winter ohne Nachtskilauf und höheren Ticketpreisen.

Freuen sich gemeinsam über das Rekord-Ergebnis der Imster Bergbahnen im jüngsten Sommer: Bernd Kiechl (GF Imst Tourismus), Gemeinderätin Anna Wagner und Betriebsleiter Stefan Kropf von den Imster Bergbahnen, Martin Winkler (UAlm-Wirt und Vorstandsmitglied Imst Tourismus), Geschäftsführer Bernhard Schöpf sowie der Aufsichtsratsvorsitzende der Bergbahnen, Bürgermeister Stefan Weirather  (v.l.)

 | Foto: Imster Bergbahnen / Christoph Nösig
  • Freuen sich gemeinsam über das Rekord-Ergebnis der Imster Bergbahnen im jüngsten Sommer: Bernd Kiechl (GF Imst Tourismus), Gemeinderätin Anna Wagner und Betriebsleiter Stefan Kropf von den Imster Bergbahnen, Martin Winkler (UAlm-Wirt und Vorstandsmitglied Imst Tourismus), Geschäftsführer Bernhard Schöpf sowie der Aufsichtsratsvorsitzende der Bergbahnen, Bürgermeister Stefan Weirather (v.l.)

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IMST. Gondeln bringen die Gäste nach oben – und die Imster Bergbahnen nach vorne. Immerhin zeigte sich der erste Sommer mit der neuen Kabinenbahn als bester Sommer in der bisherigen Unternehmensgeschichte: Zum Saisonende am 30. Oktober steht da nämlich relativ zum bisherigen Rekordsommer 2019 ein Umsatz-Plus von 27 Prozent und auch ein Mehr von 20 Prozent bei den Erstzutritten – also jenen Personen, die sich ein Ticket gekauft haben.

Sie, dessen Name nicht genannt werden darf

Dass dafür tatsächlich die mit 17. Dezember 2021 pünktlich in Vollbetrieb genommene, neue 10er-Kabinenbahn hauptverantwortlich ist, daran lässt Bergbahn-Geschäftsführer Bernhard Schöpf keinen Zweifel: „Es ist einfach eine Qualitätsverbesserung, die neue Gästegruppen eröffnet. Die Gondelbahn bringt speziell wieder die Älteren nach oben und auch zu den Hütten, während eine Fahrt auch für Familien und Menschen mit Hunden attraktiver geworden ist.“

27 Prozent mehr Umsatz, 20 Prozent mehr Erstzutritte: Da darf ein Bergbahn-Geschäftsführer wie Bernhard Schöpf zufrieden sein. | Foto: Imster Bergbahnen / Christoph Nösig
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Gepaart mit den Erfolgszahlen, sei das „eine sehr schöne Bestätigung des eingeschlagenen Wegs“, sagt Schöpf. Immerhin waren sie nicht ganz unumstritten, die veranschlagten 21 Millionen für den Neubau der Seilbahn, die in weiten Teilen der öffentlichen Hand gehört. Fairerweise war aber auch der „Alpine Coaster“ einst von gewisser Skepsis begleitet: Hinsichtlich dessen, dass der Zauber spätestens nach der fünften Saison ganz sicher „passé“ sein wird, erinnert sich der Bergbahn-Chef an die Unkenrufe. Dabei konnte sich die längste Alpen-Achterbahn der Welt vielmehr und abermals steigern: 123.000 Menschen rauschten diesen Sommer ins Tal, was in Summe 7.000 Gäste mehr sind als noch 2019 – vor der Pandemie, dessen Name bei der Pressekonferenz zur Erfolgsbilanz niemand nennen möchte.

„Zu einhundert Prozent gelungen!“, sagt der Stadtchef

Wohl auch, weil's ein Freudentag bleiben soll – so auch für Stefan Weirather, der als Bürgermeister für die Stadt als größter Teilhaber der Bergbahnen spricht. Angesichts der Zahlen fällt sein Zeugnis über den Seilbahn-Neubau einfach aus: „Zu einhundert Prozent gelungen!“

„Richtige, beste Entscheidung zur richtigen, besten Zeit“: Stadtchef Stefan Weirather sieht den Entschluss zum Seilbahn-Neubau nunmehr mit knackigen Zahlen untermauert. | Foto:  Imster Bergbahnen / Christoph Nösig
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Die Bekenntnis zu den 21 Millionen sei „die richtige, beste Entscheidung“ gewesen, „zur richtigen, besten Zeit“: Nicht nur, weil das Geld besser in die Rückzahlung der Kredite als in ständige, wieder anstehende Wartungsarbeiten investiert sei – sondern auch, weil's aufgrund der damals mauen Auftragslage relativ günstig gewesen sei. Immerhin hätte dasselbe Projekt heute rund drei Millionen Euro mehr gekostet, beziffert's Schöpf.

Die tatsächlichen Kosten seien mit 20,8 Millionen auch „absolut“ im veranschlagten Rahmen geblieben, unterstreicht die „Punktlandung“ der Stadtchef, der's nunmehr zu 98 Prozent als fix-fertig abgerechnet mitteilt.

„Extrem viel Geld“ sei's dennoch gewesen, sagt Weirather, der von entsprechender Sorgfalt in der Entscheidungsfindung und Planung berichtet.  Respekt zollt er den Beteiligten – vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – für das fristgerechte Vollenden und viel Eigenleistung. Am Ende stehe nun die durch Zahlen untermauerte, kräftige Aufwertung des Naherholungsgebiets in Hoch-Imst, das „extrem stark angenommen“ werde – nicht nur von den Städterinnen und Städtern, sondern auch innerhalb der gesamten Region.

Jeder Tag ein Sonntag, sagt der Hüttenwirt

Das freut auch die drei Hütten des Gebiets, wobei Untermarkter-Wirt Martin Winkler auch für Muttekopf- und Latschenhütte spricht: „ Die neuen Gondeln sind das Beste, was der gesamten Region passieren konnte.“ Schlechtwettertage gebe es nicht mehr und jeder Tag sei nun quasi ein Sonntag, strahlt Winkler.

Kennt kein Schlechtwetter mehr: Markus Winkler, Hüttenwirt auf der Untermarkter Alm | Foto: Imster Bergbahnen / Christoph Nösig
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So war's auch für den Mann von der Untermarkter Alm einer der besten Sommer, die er je erlebt hat. Auch große Namen wie die Österreichischen Bundesbahnen oder die deutsche Lebensmittelkette Aldi hätte er dabei in Form von Seminaren bei sich begrüßen dürfen, die eben durch den Neubau auf Hoch-Imst aufmerksam geworden wären, freut sich Winkler. Für ihn geht's übrigens nach der Sommersaison gleich weiter: Aktuell wird die Küche modernisiert und per Anbau vergrößert, während der Hüttenwirt an neuen Gerichten für die  Speisekarte tüftelt. „Da bin ich daheim gerade beim Ausprobieren“, verrät Winkler.

Stolz als Hauptwort beim Imst Tourismus

Ein Wort taucht in den Aussagen von Bernd Kiechl als (relativ) neuem Geschäftsführer des Imst Tourismus, der 20 Prozent der Bergbahnen hält, immer wieder auf: „Stolz – auf die getätigte Investition für die Zukunft des Tourismus und auf den Glauben, dass der Standort Imst, die Outdoor-Region auch weiterhin gute Qualität, neue Impulse und letztlich Zukunftsfähigkeit bieten kann“, sagt Kiechl.

„Stolz“ auf das Sommerergebnis und alle Tourismusbetriebe unter dem Dach des Imst Tourismus: Geschäftsführer Bernd Kiechl | Foto: Imster Bergbahnen / Christoph Nösig
  • „Stolz“ auf das Sommerergebnis und alle Tourismusbetriebe unter dem Dach des Imst Tourismus: Geschäftsführer Bernd Kiechl
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Der Stolz hätte ihn auch den ganzen Sommer hindurch begleitet, nach der Corona-Pandemie als „touristische Katastrophe des Jahrtausends“, gefolgt von weiteren Herausforderungen wie Mitarbeitermangel und dem Krieg in der Ukraine – und da hätte eben Stolz vorgeherrscht, dass die Qualitätssteigerung durch die neue Seilbahn der touristischen Positionierung durch die Krise geholfen, sie sogar gestärkt hätte. Spürbar sei das in der Gesamtleistung aller Tourismusbetriebe wie auch in den Nächtigungszahlen. Jene seien wieder so, wie sie vor Corona waren. „Beim Sommer sind wir ohne Oktober jetzt schon bei 260.000 Nächtigungen. Das ist sehr, sehr stark“, freut sich Kiechl – auch angesichts des leichten Sinkens der Bettenzahl.

Wenn der Winter naht

Alles eitel Wonne also – wenn da nicht der Winter wäre, der sich mit Ungewissheit anbahnt und steigenden Energiepreisen. „Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht“, sagt Bergbahn-Chef Bernhard Schöpf: „Wo wir sicher nicht einsparen, ist die Qualität der Piste und der Rodelbahn. Ab wo wir einsparen müssen, ist das Luxusgut Nachtskilauf: Das wird's diesen Winter nicht geben.“ Als Trostpflaster bleiben fünf Rodelabende: „Zweimal in den Weihnachtsferien und dreimal dann im Februar“, präzisiert Schöpf das Angebot von 18.30 bis 20.30 Uhr. 

Immerhin sei's mit der Beleuchtung auf der Rodelbahn nicht so energieintensiv wie auf der Piste, wo's so auch kein Licht für Tourengeherinnen und -geher geben werde. „Was wäre denn das für ein Signal“, fragt Schöpf, wenn's oben taghell ist, während unten in der Stadt der Strom gespart werden will.

Was diesbezüglich geplant ist, umreißt der Stadtchef in Einklang mit dem Umweltausschuss. Fix sei da schon ein Einsparen bei der Weihnachtsbeleuchtung, während's Eislaufen beim Sportzentrum (und wenn's das Wetter zulässt, auch in Hoch-Imst) aber sehr wohl geben soll – und sei's bei gekürzten Öffnungszeiten. „Wenn wir alles abdrehen, ist's auch nicht gut“, sieht Weirather eine „Gradwanderung“, um teure Stromspitzen zu vermeiden. 

Bauch siegt gegen Rechenstift

Was sein muss, muss eben sein. Dazu gehört für die Imster Bergbahnen auch eine Erhöhung der Ticketpreise.

Zehn Prozent hätten es einfach sein müssen, bedauert Schöpf, der aber auch relativiert. Würden die gestiegenen Stromkosten im ohnehin energieintensiven Winterbetrieb umgelegt werden, wären's 30 Prozent. „Eines habe ich aber gelernt: Wenn allein nach dem Rechenstift entschieden wird, funktioniert Tourismus nicht. Es braucht auch Bauchentscheidungen“,  sagt Schöpf, der weiterhin auf die Einheimischen hofft, deren Treue durch finsterste Corona-Zeiten geholfen hätte. 

Jedenfalls gemein ist Ticket-Preiserhöhungen und Energieverbrauch bei den Imster Bergbahnen, dass sie klein gehalten werden. Weil da eben ein sozialer Auftrag sei, unterstreicht der Bergbahn-Chef. Besonders ist Hoch-Imst übrigens auch in dem Sinne, dass der ertragreichere Sommer den Winterbetrieb subventioniert. In der Hoffnung, dass das wieder klappt, übt sich Bernhard Schöpf. Die Zeichen dafür stehen wohl gut – nach einem so schönen Sommer in und für Hoch-Imst.

Über die Imster Bergbahnen
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