27.01.2012, 16:45 Uhr

Wintervergnügen versus Wildtiere

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(Foto: Jägerverband)
Das Skitourengehen und Variantenabfahren durch glitzernden Pulverschnee und tief verschneite Winterlandschaften, weit abseits der Pisten, erlebt einen wahren Boom. Zudem ist auch das Schneeschuhwandern sehr beliebt geworden. All diese Sport- und Naturbegeisterten wollen ihre Freiheit in unverspurtem Gelände genießen. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass diese Naturregionen auch wichtige Lebensräume für Wildtiere sind. Insbesondere Gämsen und Steinwild führen einen harten Überlebenskampf im winterlichen Hochgebirge. Daran sollten alle Naturbegeisterten denken und dem Wild ungestörten Raum überlassen. Den Wildtieren zuliebe sollten Felsregionen, von denen der Schnee abrutscht, oder die vom Wind abgewehten Grate und Kämme weiträumig umgangen bzw. umfahren werden. In solchen Gebieten finden die Tiere nämlich Nahrung, Schutz und – wenn der Mensch bei seinen winterlichen Freizeitaktivitäten bereit ist, Rücksicht zu nehmen – Ruhe. Ruhe, die überlebensnotwendig ist.

Der Imster Bezirksjägermeister Norbert Krabacher kennt das Problem, stellt aber den heimischen Wintersportlern ein gutes Zeugnis aus: "Bei uns im Bezirk herrscht zwischen Jägern und Skitourengehern ein gutes Einvernehmen. Nur vereinzelt treten Probleme bei der Fütterung auf. In Stams hat es diesbezüglich einige Vorfälle gegeben. Manche fahren dem Wild regelrecht nach, das sind aber wirklich nur Einzelfälle. Rücksichtnahme auf den Wildbestand sollte man in jeden Fall nehmen."

Wildtiere müssen in der für sie schweren Winterzeit sehr sorgsam mit der Energie umgehen. Nähert sich ein Schneeschuhläufer, Variantenfahrer oder Tourengeher, bleibt den Wildtieren oft nichts anderes übrig als die Flucht. Besonders dramatisch wird es, wenn die Begegnung mit dem Menschen überraschend und plötzlich ist. Schnell bricht da bei den Tieren Panik aus. In Panik geratenes Wild flüchtet beinahe bis zum Umfallen. Kostbarste Energie geht auf der Flucht durch oft hohe Schneemassen verloren, das Überleben der Tiere steht auf dem Spiel.

Mehr über das Gamswild bei den Fortbildungsveranstaltungen des TJV:
Thema: Welche Zukunft hat das Gamswild - Referent Dr. Hubert Zeiler
Mils bei Imst, Trofana, Freitag, 10.02.2012 – 20 Uhr
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