Vorfall in Innsbruck
„Ausländer Raus“ zu L’amour toujours von Gigi D’Agostino

Vor 22 Jahren war „L’amour toujours“ von DJ Gigi D'Agostino ein absoluter Hit. Jetzt gibt es ein mehr als bedenkliches Revival als "Remigrationshymne".  | Foto: BezirksBlätter/imkreis/Archiv
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  • Vor 22 Jahren war „L’amour toujours“ von DJ Gigi D'Agostino ein absoluter Hit. Jetzt gibt es ein mehr als bedenkliches Revival als "Remigrationshymne".
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Immer wieder wird in Discotheken und auf Veranstaltungen zum Song „L’amour toujours“ von Gigi D'Agostino die Parole „Ausländer raus“ gesungen. Auch in den sozialen Netzwerken wie „TikTok“ kursieren viele Videos. Jetzt gibt es auch in einem Innsbrucker Lokal einen Vorfall.

INNSBRUCK. Vor 22 Jahren war „L’amour toujours“ von DJ Gigi D'Agostino ein absoluter Hit. Jetzt gibt es ein mehr als bedenkliches Revival als "Remigrationshymne". Ein Videoclip aus Deutschland, in welchem Gäste eines Erntedankfestes zum Lied die Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ mitsingen, gilt als Beginn. Seitdem sind zahlreiche Videos auf den sozialen Plattformen „TikTok“ und "YouTube" zu finden. Jetzt gibt es auch einen Vorfall in einem Innsbrucker Lokal. Offen ist dabei die Frage nach einer strafrechtlichen Beurteilung.

Karaokeabend

"Mehrere Zeugen berichten über einen Karaokeabend in der Innsbrucker Innenstadt am Dienstag, den 6.2., an dem eine Gruppe von Clubbesuchern rassistische, menschenverachtende Parolen gerufen haben sollen. Die Aufforderung einiger Clubbesucher einzuschreiten, wurde von den Mitarbeitern der Bar und auch von den Türstehern mit Schulterzucken und mit den Worten, dass man nichts dagegen tun könne, beantwortet. Ein Türsteher soll sein Nichteinschreiten laut Gedächtnisprotokoll eines Clubbesuchers mit „Teil der Meinungsfreiheit“ begründet haben2, teilt GR Mesut Onay in einer Aussendung mit.

Über Rechte und Pflichten von Gästen und Wirten

Maßnahmen gefordert

Für die „Alternative Liste Innsbruck- Mesut Onay“ ist dieser Vorfall nicht hinnehmbar. Bürgermeisterkandidat Mesut Onay sieht neben der Geschäftsführung, auch die Stadtführung in der Mitverantwortung. „Eine Stadt kann sich auch im Umgang mit dem Nachleben professionalisieren und vorbeugende Maßnahmen einleiten, sichere Strukturen schaffen," so Onay. "Bereits im Dezember 2018 haben wir im Gemeinderat beantragt, dass unter Einbindung der betroffenen Interessensgruppen ein Safer Clubbing Modell nach Züricher Vorbild erarbeitet und umgesetzt werden soll. Mit dem Argument, dass bald eine Lösung vorgestellt werde, wurde die Ablehnung seitens der Stadtführung begründet. 5 Jahre später ist immer noch nichts passiert“ ärgert sich Onay über die Untätigkeit der Stadtführung. Die Alternative Liste Innsbruck (ALi) bringt in der kommenden Gemeinderatssitzung einen dringenden Gemeinderatsantrag für Maßnahmen für ein "sicheres Clubbing" ein. „Es kann nicht sein, dass die jungen Menschen in der Nachtgastronomie derartig amateurhaftem Verhalten seitens der Stadtführung und der Lokalbetreiber ausgesetzt sind, “ begründet Bürgermeisterkandidat Mesut Onay den dringenden Handlungsbedarf.

Safer Clubbing

  • “Safer Clubbing” beinhaltet ein Gütesiegel für Bars, Clubs und Eventlocations mit hohen Qualitätsstandards, die ihre Mitverantwortung wahrnehmen und die Anliegen der Sicherheit und Sauberkeit durch Prävention sowie der Schadensminderung unterstützen. Die betreffenden Betriebe erfüllen die Anforderungen, indem sie beispielsweise ihr Personal in Gewaltprävention schulen, eigenes Sicherheitspersonal anstellen oder ein städtisches Interventionsteam unterstützen. In der Schweiz wird das Gütesiegel von einem Verein vergeben; in Innsbruck könnte die Stadt Innsbruck für die Vergabe verantwortlich sein. Zwischen Safer-Clubbing-Lokalbetreibern und den zuständigen Behörden soll zudem ein regelmäßiger Austausch zur Verbesserung und Evaluierung der gesetzten Maßnahmen stattfinden - beispielsweise in Form eines Runden Tisches.
  • Die Stadt Innsbruck organisiert interdisziplinär arbeitende „Interventionsteams“. Diese setzen sich aus aufsuchender Sozialarbeit (Streetwork) und Sicherheitspersonal zusammen, die entsprechend kommunikativ und gewaltdeeskalierend geschult sind. Die Aufgabe dieser Interventionsteams ist es, Präsenz in den Ausgehzonen zu zeigen, deeskalierend aufzutreten und Ansprechpartner für Gäste, Lokalbetreiber, Anrainer und Exekutive zu sein. Die Teams tragen damit zu einer Deanonymisierung bei und schaffen eine Vertrauensbasis, zumal sie mit der Klientel bestimmter Bereiche der Ausgehzonen im Laufe der Zeit sehr gut vertraut werden. Im Anlaßfall arbeiten Interventionsteams notfalls eng mit der Polizei zusammen.
  • Die Stadt fördert außerdem Maßnahmen zur Gewaltprävention: so etwa durch Plakatkampagnen, Aufklärungsarbeit an Schulen, Videospots fürs Kinovorprogramm, Vorträge, künstlerische Aktionen gegen Gewalt, etc.

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GR Mesut Onay fordert ein “Safer Clubbing”: ein Gütesiegel für Bars, Clubs und Eventlocations mit hohen Qualitätsstandards | Foto: BezirksBlätter/imkreis/Archiv
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