Innstraße
Geschichtsträchtige Straße mit über 100 Unternehmen

Innstraße: lange Geschichte und viele politische Diskussionen.
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INNSBRUCK. Die Innstraße hat viel zu erzählen. Die ehemalige Handelsstraße hat untern anderem  derzeit 22 denkmalgeschütze Gebäude. Prägende Namen von Conrad Seusenhofer bis zum Bürgermeister der Koatlackn, Fredi Püls. Bauwerke mit Geschichte wie das Turnusvereinshaus bis zum Wiesele. Jetzt steht die Innstraße vor allem im politischen Zentrum.

Hofplattner

Conrad Seusenhofer lebte in der Innstraße 3.1504 wird er von Kaiser Maximilian zum Hofplattner ernannt. Seusenhofer verwendete die damals modernsten Härteverfahren für Harnischbleche, um die Rüstungen gegen Armbrustbolzen schussfest zu machen. Eine von vielen Geschichten, die im Roman "Im Alphabet der Häuser" von Christoph W. Bauer, erschienen im Haymonverlag, nachzulesen sind.

Metropol

Ein Kino direkt an der Innbrücke gelegen, steil ansteigend, den neuesten technischen Standards entsprechend (plane CinemaScope-Leinwand, 4-Kanal-Stereo-Ton, XENON-Projektionslampen, gepolsterte Sitze, Klimaanlage) und mit einem Fassungsraum von 600 Besuchern. So entstand 1959 das Metropol-Kino. In einem Inserat aus dem Jahr 1958 heißt es: "Das neue Amphitheater mit seinen 600 Polstersitzen bietet dem Besucher durch die Stufenanordnung und den breiten Reihenabstand einmalige Sichtverhältnisse. Der Zuschauerraum ist mit einer modernen Klimaanlage (Luftberieselung) ausgestattet. Durch die vorzügliche Akustik und die Panoramabildwand wird dem Besucher in jeder Hinsicht das Modernste im Kinobau geboten." Eröffnet wurde das Kino mit dem Film: "Freddy, die Gitarre und das Meer".

Turnusvereinhaus

1712 wurde mit dem Rohbau begonnen, 1725 wurde das Gebäude als Strafarbeitshaus fertiggestellt. 1859 wurde die Anstalt aufgelassen. Es wurde der "Einquartierungs-Turnusverein" gegründet, der durchziehenden und stationierten Militär Unterkunft bieten soll. Ab 1869 war das k.k. Landesgendarmeriekommando dort untergebracht. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Gebäude als Wohnhaus adaptiert.

Bürgermeister

Der Bürgermeister der Koaltlackn, Fredi Püls könnte Bücher mit Geschichten und Anekdoten aus der Innstraße füllen. Er führte jahrzehntelang den Kohlevertrieb seiner Großmutter weiter. Als seine Firma in Brand gesteckt wurde, baute er sie wieder auf. Legendär ist Püls mit seiner Familie für den sozialen Einsatz in der Koatlackn. Viele Familien konnte in seiner Unternehmerzeit auf seine Unterstützung und Hilfe zählen.

Wirtschaftstandort

Alle 10 Meter ein Unternehmen, also rein rechnerisch. Die Innstraße ist rund 1,2 km lang und hat 102 Betriebe mit 127 Gewerbeberechtigungen gemeldet. 19 Unternehmen sind Gastronomiebtriebe, acht kommen aus der Werbe- und Marktkommunikation und nur fünf sind Friseure.

Streitfrage

Die verkehrstechnische Zukunft in der Innstraße ist aktuell die große Streitfrage. Parteien und Wirtschaftsvertreter haben sich zahlreich zu Wort gemeldet. Siehe dazu den Beitrag "der neue Freiheitskampf, Widerstand gegen grüne Verkehrspolitik".

Lokalaugenschein

Nach einem sehr emotionalen Hilfeschrei von ausgewählten Wirtschaftstreibenden in St. Nikolaus und widersprüchlichen Aussagen zur Einbindung der Betroffenen vor Ort, haben Wirtschaftsstadträtin Christine Oppitz-Plörer und Für Innsbruck Klubobmann GR Lucas Krackl einen Lokalaugenschein unternommen. In Gesprächen mit den Wirtschaftsbetrieben vor Ort, zeichnete sich ein differenziertes Bild ab. Eine ordentlich geplante bauliche Gehsteigverbreiterung in einem noch abzustimmenden Bereich findet mehrheitlichen Zuspruch. "Ich habe mir nach Besuch einer Veranstaltung in St. Nikolaus vor Ort auch ein eigenes Bild von der Situation und den Wünschen der Wirtschaftstreibenden zwischen Metropol-Kino und Bushaltestelle beim Turnus Vereinshaus gemacht. Die Befragung ergab ein differenziertes Bild, wobei sich besonders im südwestlichen Bereich sich bei unserer Befragung eine deutliche Mehrheit für eine qualitätsvolle Verbreiterung des Gehsteiges ausgesprochen hat", fasst Wirtschaftsstadträtin Christine Oppitz-Plörer ihre Eindrücke aus den persönlichen Begegnungen zusammen. "Das aktuelle Provisorium ist sehr unglücklich gestaltet und lässt den Nutzen nur erahnen. Für eine echte Verbesserung der Aufenthaltsqualität muss der Gehsteig auch baulich verbreitert werden. Gleichzeitig gilt es den Parkstreifen zu erhalten und eine Befahrung des Gehsteiges zu Ladezwecken wie etwa in der Anichstraße zu ermöglichen. Die tatsächliche Länge und Ausgestaltung der Zone muss jedenfalls nachvollziehbar in Abstimmung mit den Betroffenen vor Ort beraten und festgelegt werden. Die aktuelle Ausgestaltung findet jedenfalls nicht unsere Zustimmung", so der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtenwicklung Klubobmann GR Lucas Krackl.

Versammlung

"Wir schlagen vor, dass unter Federführung der Ressortführenden eine von der Stadt Innsbruck initiierte Versammlung der Betroffenen durchgeführt wird, an der alle Interessierten und nicht nur ausgewählte Personen teilnehmen können. Das ist uns wichtig und dringend notwendig. Nur dann kann ein derartiger baulicher Eingriff die Zustimmung von Bürgern und Politik bekommen", schließt Oppitz-Plörer.

Beschämend

Die Diskussionen rund um die Gehsteigerweiterung in St. Nickolaus werden nicht abreißen. „Ich schäme mich zutiefst, über dieses Polit-Schauspiel, rund um die Gehsteigerweiterung in St.Nikolaus! Es geht überhaupt nicht mehr um die Sache, es geht nur mehr um ein politisches Hick-Hack und gegenseitige Schuldzuweisungen,“ so die GRin Julia Seidl von den NEOS.  „Ich gewinne immer mehr den Eindruck, es gibt scheinbar Interessen in Innsbruck Neuwahlen zu provozieren, jedoch mit zweifelhaften Mitteln. Würde die Stadtregierung tatsächlich an einem Strang ziehen, hätten Spaltversuche in den eigenen Reihen nicht den Funken einer Chance,“ übt NEOS Gemeinderätin Seidl scharfe Kritik an der aktuellen Vorgehensweise, „dass solche öffentlich ausgetragenen Streitereien möglich sind, ist ein Zeichen für geringe Führungsqualitäten. Es wirft jedoch auch die Frage auf, inwieweit Bürgermeister Willi in den Reihen seiner Regierung als Stadtoberhaupt überhaupt aktzeptiert wird?“ „Wir sehen die Gehsteigerweiterung in St.Nikolaus als ersten Versuch einer zukünftig vehrkehrsreduzierten Zone. Die Aufenthaltsqualität für Bürger_innen zu erhöhen ist essentiell. Hohe Aufenthaltsqualität bedeutet auch längere Aufenthaltsdauer, erhöhte Einkaufslaune und damit ist es eine Chance für Unternehmer_innen! Dass das besonders bei der FPÖ noch nicht ganz angekommen ist, wundert mich nicht. Dass aber die ÖVP immer noch der Meinung ist, dass Städte nur überleben können, wenn wir alles zuparken, ist vergangenheitsorientiert! Wir brauchen wieder mehr RAUM zum Leben! Das ist das, was Städte zukunftsfit macht,“ ist Seidl Julia überzeugt.

Umstellung

„Fussgängerzonen, verbreiterte Gehsteige, vergrößerte Gastgärten - das alles wünschen sich doch Gewerbetreibende“, so Schultze „denn sie leben von den Stammkunden und natürlich von der Laufkundschaft und nicht von zugeparkten Straßen und Gehsteigen.“ Das geschäftige Treiben auf der Straße sei ein Garant für gute Umsätze: „Da werden 2B-Lagen zur 1A-Lage“, so Wirtschaftssprecher Thomas Schultze, der selbst lange Gewerbetreibender war. Verwundert ist Schultze über die Äußerungen und den Zeitaufwand, den Wirtschaftskammerpräsident Walser für die Innsbrucker Stadtpolitik aufbringt. „Herr Walser würde gut daran tun, die eingereichten Corona-Hilfe-Fonds-Anträge zügig zum Abschluss zu bringen, die Selbstständigen befinden sich in der Warteschleife. Walser soll sich um Beitragszahler und nicht um Autos kümmern.“ „Natürlich ist es für alle eine Umstellung, aber mit der Zeit ist und wird es zum Erfolg.“ Weniger Lärm und mehr Platz ermöglichen etwa eine offene Ladentür. Schultze wird in den nächsten Tagen selbst weiter den Kontakt mit den Gewerbetreibenden suchen, denn die Sorgen und Nöte der Wirtschaftstreibenden drehen sich nicht - wie Walser scheinbar meine - ausschließlich um ein paar Parkplätze.

Die Diskussionen in der Innstraße werden in den nächsten Tagen weitergehen und die Innstraße somit um eine weitere Geschichte bereichert. Weitere Informationen zu Innsbruck finden Sie hier.

Innstraße: lange Geschichte und viele politische Diskussionen.
Innsbrucker Stadtnachrichten Feber 1990
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