In Exilium Politicum: Mit Abstand zum Alltagsgeschäft. Politisches Grusel-Kabarett kindergerecht erklärt
Eine winterliche Gutenacht-Geschichte. Die Prinzessin & der fremdländische Frosch. Dritter Teil

An einem eisigen Wintertage in seiner von jener Hexenverschwörung fremddiktierten Wahl- & somit auch Qualheimat Innsbruck stapfte der verzauberte Frosch Prinz Heinrich sehr missmutig, ja fast schon mürrisch durch den Schnee & nicht nur seine Froschfüsslein froren, auch in seinem Herzen war es finster & kalt. Wie zum Hohn strahlte über Innsbruck die sonnenbebrillte Wintersonne eines sehr üblichen Tiroler Himmels. Frosch Heinrich war aus seiner eigentlichen Heimat dem fernen Innviertel ja seenbedingten Nebel & die kafkaeske Schwermut klimagestörter Landbewohner gewöhnt & so verfiel er wieder einmal in selbstreflektorisches Brüten über die Lage seiner Froschenstage.

Seit seinem 17 Lebenslenz war er in Schulden, war er ja verfrüht zum eigenverantwortlichen Meister seiner Regentschaft erklärt worden, was im Öyster-Reich möglich ward, wenn es die Not wenden wollte, dass man für volljährig erklärt werden sollte. Schon hatte man dem damals noch unverhexten Jüngling den ersten Kredit von 300.000 Schillingen aufs nachgiebige Auge gedrückt, sollten doch die ererbten Latifundien einer renovatio unterzogen werden, nachdem die leibliche Mutter des Prinzen nach einer Rauschfahrt eines ehemaligen Nationaltorwarts von diesem in den Wartesaal des Vorparadieses entrückt worden war; was im Übrigen außer den eben angesprochenen Rechtsfolgen keine zur Folge hatte. 

All dies schwere Zeug ging an diesem für die anderen schönen Strahletag durch Froschens Gemüt & das hatte seinen auslösenden Grund nämlich einen Witz, den man in aller Öffentlichkeit über ihn IN ANWESENHEIT der PRINZESSIN & deroselbst gemacht hatte & der die Prinzessin fürderhin veranlassen sollte, bei jeder Gelegenheit den selben Satz wie als obiter dictum ins Protokoll des öffentlichen Rates ihrer Gemeinde zu sagen. Doch dazu kommen wir gleich, zunächst der Witz zu hören in aller Öffentlichkeit in der Lounge des Rates der Gemeinde:

Ein Spötter:    "Neulich sprang Frosch Heinrich wie im Wahn durch den Magistrat & verkündete jedermann "ICH BIN EIN SCHWAN, ICH BIN EIN SCHWAN, ICH BIN EIN SCHWAN."

(Schon hier allgemeinstes Gelächter & wir erröteten leise vor uns hin)

Ein zweiter Spötter:   "Eure Froschheit wollten ganz offensichtlich Ihre Bewertung vor den heimischen Geldinstituten verbessern & wollte sohin RICHTIG & WICHTIG vor uns Räten & Gefolgsleuten der Prinzessin dastehen, ja, ja! richtig & wichtig, wie das der Stadtrat Franziskus von der Feste zu Gruber so trefflich an wichtiger Stelle zur richtigen Gelegenheit so gerne zu pointieren vermag."

( Doppelt dramatisches Gelächter, UNSER HERZ BRENNT!!!)

Die ganze Meute:    "Ein Schwan!!! (Gelächter) Nix Schwan, ein kleiner, hässlicher Frosch, das bist du Heinrich!!!" 

Darauf packten wir uns ein Herz & liessen vor aller Augen unsere Hosen zu Boden gleiten, wie wir das von den zahllosen Besuchen des staatlichen Exekutors im Auftrage unserer Lieblingsbanken als Gläubiger ad infinitum gewöhnt waren. STICHWORT OFFENBARUNGSEID & wir offenbaren uns jedermann, der sich von staatswegen legitimiert, so sind wir eben, wir staatmäßigen ETATISTEN DES VOLKES, so sind wir halt genormt, so wie es über den deutschen Etatisten schlechthin so charakterzeichnend heisst:

 Von der Wiege bis zur Bahre isst der Preusse Marmelade.

Wer kann ergründen, warum wir so sind, wie wir sind?!? Jedenfalls folgten wir dem Stachel des Canettistischen Befehles und liessen auch diesmal vor den öffentlich-rechtlich Befugten die Hosen herunter...

Darauf ein Raunen des Erstaunens...& die Anwesenden unisono:

"MEIN LIEBER SCHWAN!"

Der Vertreter der außerparlamentarischen Opposition der Innsbrucker Bürgerinitianden Bertulus Schwanus Longus meinte dazu, dies wäre ein Gag würdig den Montanen Pythonen Britanniens & ihrem "flying circus", was ihn nicht davon abhielt, den Witz der grotesken Situation erst zeitverzögert mit seinem mildesten Lächeln zu gratifizieren.

All dies wirkte in uns an diesem klirrend kalten Wintertage nach & wie oft mußten wir nun expressis verbis oder nur dem Verhalten & der zweifelsfreien Gestik der Prinzessin nach folgenden Satz erdulden: "Ja, ja, Herr Heinrich, wer so wie Sie alles besser weiss, müßte eigenlich im Golde..." darauf stockte uns dem Frosche wieder der Atem & das Froschblut zum Herzen & dem Hirne & schwindelnd mussten wir uns auf einen Eisblock der Ignoranz etwas ausruhend hinsetzen, um nach einiger Weile in uns rasend zu verkünden: "Aber nächstes Mal, nächstes Mal liebe Kinder, werde ich euch ganz bestimmt in die Geheimnisse frosch-piratiger Schatzsuche einweihen,  in das TREASURY 4 INNSBRUCK, wie es finanztechnisch heute heisst...

morgen, liebe Kinder, morgen wird alles gut, morgen liebe Kinder wird sich alles wie von selbst zum besten wenden. Ein bisserl brav müssen wir alle freilich sein, nicht wahr?
So also, ein feines Hei hei derwei!"

(Singend im Schlafliedmodus)

Gute Nacht, es hält die Wacht
Auch um die tiefste Mitternacht
Ein jeder, dem Stadt-Geschichte Freude macht
Denn unter Freunden ist es gemütlich munkeln
Ein Prosit zum in die Träume schunkeln
Ohne Eil, Heil am Seil!

Autor:

heinrich stemeseder aus Innsbruck

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