Feinstaub: Kampf ohne Tabu

Verkehrs- und Umweltstadtrat Ernst Pechlaner will mit konkreten Maßnahmen gegen den Feinstaub vorgehen.
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  • Verkehrs- und Umweltstadtrat Ernst Pechlaner will mit konkreten Maßnahmen gegen den Feinstaub vorgehen.
  • Foto: Gstraunthaler
  • hochgeladen von Verena Kretzschmar

An 46 Tagen wurde in Innsbruck im Jahr 2011 eine zu hohe Feinstaubbelastung gemessen. Mit einem Gipfeltreffen von Experten in den kommenden drei Wochen will Stadtrat Ernst Pechlaner deshalb konkrete Maßnahmen gegen den Feinstaub ausarbeiten. 41 Prozent der Feinstaubbelas­tung gehen auf Hausbrand zurück, 26 Prozent auf den Verkehr, der Rest auf Industriebetriebe.

Am höchsten sind die Belas­tungen zwischen November und März – Ein Grund, ein Augenmerkt auf den Hausbrand zu legen. „Es muss Anreize und Hilfestellungen geben, dass sich auch Menschen aus ärmeren Verhältnissen neue Heizungen leisten können“, fordert Ernst Pechlaner.

Als weitere wichtige Maßnahme sieht der Stadtrat die Bewusstseinsbildung. „Energiesparen muss zum Volkssport werden. Auf Infotafeln könnte die aktuelle Feinstaubbelastung angezeigt werden, wenn diese überschritten wird“, schlägt Pechlaner vor.

Tempo 80 auf Autobahn
Auch den Bereich Verkehr will Pechlaner unter die Lupe nehmen. Beispielsweise schlägt er ein generelles Tempo 80 auf der Autobahn im Stadtgebiet von Innsbruck vor.

Außerdem sollen „alte Stinker“ aus dem Fuhrpark der Stadt Innsbruck aussortiert werden. Auch die städtischen Betriebe wie IKB oder die ISD sollen zusehends mit Elektrofahrzeugen ausgestattet werden. „Zudem gilt es die Fahrzeugpalette des VVT zu überprüfen, dort gibt es mit Sicherheit Nachholbedarf“, so der Stadtrat. Ein weiterer möglicher Schritt sei es, Gewerbebetrieben Elektroautos mit Förderungen schmackhaft zu machen.

Mehr Radler durch Nextbike
Eine Maßnahme, die bereits im Frühjahr umgesetzt wird, ist das „Nextbike“-Projekt. Rund um die Uhr stehen dabei Leihräder an wichtigen Plätzen bereit. Einmal per Anruf angemeldet, können Fahrräder an allen Standorten geliehen und zurückgegeben werden.

„Das Ziel der nächsten Legislaturperiode muss es sein, die Mobilität umweltfreundlicher zu machen. Die Stadt hat eine Vorbildwirkung. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und dafür muss man auch Geld in die Hand nehmen“, fordert Verkehrsstadtrat Ernst Pechlaner.

Zur Sache
Laut der VCÖ-Feinstaubbilanz wurde bei jeder zweiten Messstelle in Österreich der Jahresgrenzwert überschritten. Erlaubt sind 25 Tage, an denen der Grenzwert von 50 Mikrogramm überschritten werden.

Verkehrs- und Umweltstadtrat Ernst Pechlaner will mit konkreten Maßnahmen gegen den Feinstaub vorgehen.
Innsbruck ist die Feinstaub-Hochburg Tirols: An 46 Tagen war die Feinstaubbelastung in Innsbruck im Jahr 2011 überschritten.

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