13.03.2018, 12:14 Uhr

Amras: Der Dorfcharme schwindet

"Risikosportart Radfahren": Die Vielzahl an Gleisen in der Philippine-Welser-Straße bringt zahlreiche Radfahrer zu Sturz.

Bauernhöfe und Landluft finden sich hier neben Autobahn und Kaufhaus: Amras ist ein Ort der Gegensätze.

INNSBRUCK. Es ist nicht mehr ganz so idyllisch, wie es einst war: Wenn man die "Ur"-Bevölkerung fragt, wie es ihr in dem östlichen Stadtteil Innsbrucks geht, ist man sich einig, dass der Dorfcharakter immer weiter schwindet. Einerseits ist es schmerzlich zu verkraften, hängt man doch an der Idylle, andererseits ist man glücklich, dass die Anbindung und die Einkaufsmöglichkeiten (DEZ) so gut ausgebaut sind. Seit der Einhausung (Amraser Tunnel) überdröhnt der Verkehrslärm nicht mehr das Vogelgezwitscher und auch die Feinstaubbelastung hat sich deutlich verbessert. Das Schwinden der Idylle manifestiert sich aber in den neuen Bebauungen. Bauernhäuser und Bauernhöfe werden aufgelassen, Wohnblöcke entstehen, "Wiesen werden zugepflastert", wie eine Bewohnerin erklärt.


Gleise und Hundekot

Einer Dame – sie ist Radfahrerin und lebt seit über 40 Jahren im Stadtteil – liegt besonders eine Angelegenheit am Herzen: "Die Gleise sind überdimensioniert. Radfahrer, die durch Amras auf dem Radweg ins DEZ fahren, bleiben immer wieder in den Gleisen hängen. Die Rettung ist oft da." Es geht um die Gleise der Tramlinie 3 in der Philippine-Welser-Straße, die in einem Punkt – kurz vor der Endstation – in einem Wirrwarr aus Gleisen zusammenlaufen. Eine echte Herausforderung, sie mit dem Rad zu queren. Ein anderes Ehepaar beschwert sich wiederum über die mangelnde Sauberkeit: "Einen Straßenkehrer könnte die Stadt endlich vorbeischicken", Müll und Hundekot lägen auf den Gehsteigen. Letzterer macht aber auch den Bauern zu schaffen. Regelmäßig wird der Hundekot in den Feldern entsorgt.
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