08.02.2018, 16:21 Uhr

Haus der Musik: "So ein schiaches Gebäude"

Wie gefällt das Haus der Musik? "Passt nicht in die umliegende Architektur", "Ist zu dunkel".

Das Haus der Musik wird gemeinsam von Stadt und Land gebaut, ob es der Bevölkerung gefällt oder nicht.

INNSBRUCK. Um die 60 Mio. Euro und jede Menge Kritik kostet das Haus der Musik. Nicht nur die Innsbrucker Opposition, federführend FPÖ-Politiker Rudi Federspiel, donnert gegen das "Prestigeprojekt" von Stadt und Land. Auch die Innsbrucker Bevölkerung scheint mit dem "schiachen Block" nicht recht warm zu werden. Wir haben uns vor das fast fertige Gebäude gestellt und die Leute befragt, ob es ihnen gefällt und was sie sonst noch zum Haus der Musik zu sagen haben.

Sinnvoll, aber hässlich

Für die meisten vom STADTBLATT befragten Personen ist das Projekt selbst – ein zentralisierter Ort des Tiroler Musikwesens – ein sinnvolles. Doch die Umsetzung gefällt den wenigsten. Einerseits kritisiert man die Farbe – zu dunkel –, andererseits die Ausführung – zu blockartig, zu hoch. Wortwörtlich fällt des öfteren beim Gespräch die Kritik: "Das ist schon ein schiacher Block." Das moderne Gebäude würde nicht in die umliegende Architektur mit Hofburg und Landestheater passen. Eine Dame entschärft jedoch: "Ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt. Man muss abwarten, wie es letztlich aussieht. Das viele Glas macht es zumindest besser, als ich es befürchtet hatte."


Wunsch: Schöner Vorplatz

Öfters ist auch der Vorplatz mit den denkmalgeschützten Bäumen Thema: Die Befragten wünschen sich eine einladende Gestaltung, eine natürliche Oase im Gegenzug zur künstlichen Aufmachung des Gebäudes. Einen besonderen Wermutstropfen stellt der Abriss der Stadtsäle für die jüngere Generation dar. Diese mussten für das neue Gebäude weichen. Das darin untergebrachte Stadtcafé war ein beliebter Ausgehort der Innsbrucker StudentInnen und SchülerInnen. In dieser Aufmachung und Dimension hat die Innenstadt kein äquivalentes Ausgehplatzl zu bieten. Für das Haus der Musik ist zwar ein Gastrobetrieb vorgesehen, ob dieser das Stadtcafé ersetzen könnte, stellt sich aber erst heraus. Bis 31. März werden Bewerbungen entgegengenommen. Vorgesehene Eröffnung des Hauses ist im Herbst 2018. Trotzdem wollen die befragten SchülerInnen das Haus der Musik nicht gleich abstempeln: "Es hat zwar jetzt schon eine schlechte Aura, aber ich geb ihm noch eine Chance." Viel mehr bleibt der restlichen Bevölkerung wohl auch nicht übrig.
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