20.03.2017, 14:59 Uhr

Klage nach Kuhattacke hätte Folgen für Tourismus und Landwirtschaft

(Foto: Die Fotografen)

Nach dem tragischen Tod einer Urlauberin vor rund drei Jahren steht nun eine zivilrechtliche Klage im Raum - nicht ohne Auswirkungen auf den Tiroler Tourismus und die Landwirtschaft.

TIROL. Nach einer Kuhattacke im Sommer 2014 starb eine deutsche Urlauberin. Nun streben die Hinterbliebenen eine zivilrechtliche Klage gegen den Landwirt und den Liftbetreiber an. Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger sieht diese Klage problematisch.

Klage hätte Auswirkungen auf den Tourismus

Für LK-Präsident Josef Hechenberger steht fest: Falls der Klage stattgegeben wird, hätte dies Auswirkungen auf Tourismus und Landwirtschaft. „Trotz aller Tragik dieses Unfalls kann es nicht sein, dass nun der Landwirt zur Verantwortung gezogen wird. Zumal mittels Warnschildern auf die Mutterkuhherde hingewiesen wurde.“ Einer der Kritikpunkte ist die fehlende Einzäunung. Allerdings sei es nicht möglich alle Wege einzuzäunen.

Eigenverantwortung der Wanderer

Josef Hechenberger appelliert an die Eigenverantwortung der Wanderer: Vor allem, wenn die Wanderer Hunde dabei haben, sollten Mutterkuhherden großräumig umgangen werden. Ziel müsse ein Nebeneinander von Wanderern und Almwirtschaft sein. Jedes Jahr erwandern Millionen Touristen die Tiroler Berg- und Almlandschaft. Dabei kommt es zwangsläufig zu Kontakten zwischen Wanderern und Weidevieh. Dass diese nicht immer glimpflich enden, liegt häufig am Fehlverhalten des Menschen.

Informationsbroschüren

Um Unfälle zu vermeiden, setzen die Landwirtschaft und Tourismus auf mehr Information. Aus diesem Grund wurde nach der Kuhattacke im Sommer 2014 eine Informationsbroschüre in mehreren Sprachen herausgegeben: Eine Alm ist kein Streichelzoo. Diese Informationsbroschüre informiert über die wichtigsten Verhaltensregeln im Weidegebiet.

Mehr zum Thema

Um sich zu schützen wird von der Landwirtschaftskammer jedes Jahr ein Infofolder an interessierte Tourismusverbänden, Seilbahnbetrieben usw. in verschiedenen Sprachen zur Vergügung gestellt. Hier gibt es den Folder zum Download

Keine Fahrlässigkeit – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zu Kuhattacke ein
Von "Killerkühen" und Verhaltenstipps – Der tragische Unfall in den Medien
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.