23.11.2016, 19:18 Uhr

16 Tage gegen Gewalt an Frauen

BU: Schulterschluss gegen Gewalt an Frauen: Martin Christandl vom Verein Mannsbilder, Frauenlandesrätin Christine Baur und Gabi Platter vom Tiroler Frauenhaus. (Foto: Land Tirol/Reichkendler)

Vom 25. November bis 10 Dezember - genau 16 Tage lang - wird das Thema Gewalt gegen Frauen in das Bewusstsein der Menschen gerückt.

TIROL. Der 25. November ist der Internationale Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen. Der 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. In diesen 16 Tagen zwischen den beiden besonderen Tagen wird international das Thema Gewalt gegen Frauen in den Vordergrund gerückt.

16 Tage gegen Gewalt

16 Tage gegen Gewalt ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr weltweit statt findet. Zahlreiche Fraueninitiativen nutzen die Gelegenheit, um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. In Tirol engagieren sich dieses Jahr zahlreiche Fraueninitiativen aber auch der Verein Mannsbilder. „Gewalt geht uns alle an und ist ein gesellschaftspolitisches Problem, dass wir nur als Gesamtgesellschaft bekämpfen können“, so Frauenlandesrätin Christine Baur.

Ein Drittel aller Frauen über 15 hat Gewalt erfahren

Die Europäische Union erhob im Jahr 2014, dass ein Drittel aller Frauen über 15 Jahren Opfer von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt geworden sind. Das sind 62 Millionen Frauen. Dazu kommt, dass jede dritte Frau auch psychische Misshandlungen in der Partnerschaft erfahren hat. 38 Prozent der Frauen zwischen 18 und 29 Jahren wurde bereits sexuell belästigt. Im Alter zwischen 30 und 39 sind es 24 Prozent der Frauen.

Häusliche Gewalt auch in Tirol

2015 wurden im Gewaltschutzzentrum in Tirol 1.051 Personen, die Opfer von häuslicher Gewalt oder Stalking wurden, verzeichnet. Davon waren 905 Frauen und 146 Männer. 580 Mal wurden polizeiliche Meldungen gemacht und 460 Betretungsverbote verhängt. Gabi Plattner vom Tiroler Frauenhaus dazu: Dies sei nur die Spitze des Eisbergs, der Großteil der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen, meldet diese Vorfälle nicht.

19 Plätze im Frauenhaus in Tirol

Diese Zahlen zeigen auch deutlich, dass hier noch sehr viel getan werden muss. Zugangsbarrieren zu den Hilfseinrichtungen müssen noch weiter abgebaut werden, so Plattner.
Zahlen zum Tiroler Frauenhaus:
  • Das Tiroler Frauenhaus hat 19 Plätze
  • 2015 suchten 132 Frauen und Kinder Schutz vor Gewalt im Tiroler Frauenhaus
  • In den Übergangswohnungen wurden 18 Personen betreut.
  • 66 Personen nutzten die ambulante Nachbetreuung
  • In der Beratungsstelle nutzten 2.564 Personen die Beratungsmöglichkeit

Männer setzen sich gegen die Gewalt an Frauen ein

Die meisten Männer lehnen Gewalt gegen Frauen ab, so Martin Christandl vom Verein Mannsbilder. Zusammen mit der deutschen Initiative "Nicht mit mir – Männer gegen Gewalt und Rassismus", frauenpolitischen Organisationen unterstützt der Verein die Forderungen, dass gesetzliche Schutzlücken bei Nötigung, Vergewaltigung und Beleidigung dringend beseitigt werden müssen. Der Verein setzt sich aber auch klar gegen Rassismus ein und wehrt sich dagegen, dass Vorfälle wie in Köln zur rechtspopulistische Hetze genutzt werden.

Tirol hisst die Fahne "Frei leben ohne Gewalt"

Am Freitag, dem 25. November, wird am Landhausplatz die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ gehisst und ist als Zeichen gegen Gewalt an Frauen bis zum 10. Dezember zu sehen.

Weitere Informationen

Infos über Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen auf: www.gewaltfrei-tirol.at
Frauenhelpline: 0800-222 555. Sie ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar.
Mehr zum Thema: Dringend benötigte Frauenhausplätze fehlen in Tirol
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