16.11.2016, 13:04 Uhr

AK-Tirol - Kalte Progression abschaffen

AK Zangerl: Kalte Progression frisst Lohnplus und bringt Finanzminister jährlich 450 Millionen Euro zusätzlich! (Foto: AK Tirol)

Die Kalte Progression frisst die Lohnerhöhungen der Tiroler ArbeitnehmerInnen auf. Um auf die Dringlichkeit der Abschaffung hinzuweisen, geht diese Tage ein Schreiben an die ArbeitnehmerInnen.

TIROL. Arbeiterkammer Tirol (AK) Präsident Erwin Zangerl weist darauf hin, dass die Kalte Progression das Lohnplus wieder auffrisst.

Was ist die Kalte Progression?

Die Kalte Progression ist eine versteckte jährliche Steuererhöhung. Dabei wird der Durchschnittssteuersatz jährlich erhöht. Dies liegt daran, dass die einzelnen Steuertarifstufen in Österreich nicht an die jährliche Inflation angepasst werden. Das heißt, die Tarifstufen für die Lohnsteuer bleiben gleich, gleichzeitig steigen aber die Löhne um die Inflationsabgeltung. Das führt dazu, dass die jährlichen Lohnerhöhungen gleichzeitig zu einer steuerlichen Mehrbelastung führen. Für den Finanzminister ergeben sich dadurch jährlich 450 Millionen Euro zusätzlich, zugleich wird aber der Erfolg der Steuerreform 2016 zunichte gemacht.

„Hinter der kalten Progression verbirgt sich nichts anderes als eine versteckte jährliche Steuererhöhung. Die Gewerkschaften verhandeln höhere Löhne aber die Hände reibt sich der Finanzminister, weil das Lohnplus fast zur Gänze von der Steuer aufgefressen wird. Neben der Lohnerhöhung schwinden, aber auch die Erfolge der Steuerreform 2016 so unaufhörlich“, so der AK Präsident. Er fordert die Regierung auf, endlich zu handeln.

AK-Tirol fordert Abschaffung dieser steuerlichen Mehrbelastung

Die Abschaffung der kalten Progression würde langfristig dazu führen, dass mehr Netto vom Brutto bleiben würde. Dadurch würde es zu einer nachhaltigen Entlastung kommen und die Lohnerhöhung würde allen Beschäftigten zu Gute kommen. Je länger sich die Regierung mit der Abschaffung Zeit lässt, umso weniger Entlastungswirkung bleibt von der hart erkämpften Steuerreform 2016 über, so Erwin Zangerl. ÖVP und SPÖ diskutieren schon seit Jahresbeginn über die Abschaffung der kalten Progression. Allerdings kam es bisher zu keiner Einigung.

Automatismus als Lösung

Die Arbeiterkammer Tirol geht davon aus, dass die Lösung der Automatismus ist. „Für einen vollständigen Abbau der kalten Progression ist eine kontinuierliche jährliche Anpassung des Steuertarifs und auch der steuerlichen Absetzbeträge erforderlich“, so das Tiroler Arbeitnehmerparlament. Es gibt zahlreiche internationale Beispiele, wo dieser Automatismus funktioniert: In der Schweiz passen sich die Tarifstufen an die jährliche Inflation an, in Schweden an die Reallohnentwicklung.

Schreiben an Tiroler und Vorarlberger Arbeitnehmer

Laut Arbeiterkammer Tirol steht allen ArbeitnehmerInnen die Abschaffung der kalten Progression zu. Daher bekommen die Tiroler und Vorarlberger ArbeitnehmerInnen ein Schreiben, darin werden die ArbeitnehmerInnen über diese Steuerbelastung informiert. "Beiliegend ist eine Karte, adressiert an den Finanzminister, mit der jeder Einzelne seiner Forderung nach Abschaffung der kalten Progression Nachdruck verleihen kann,“ so der AK Präsident.
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