SWÖ-Kollektivvertrag
Mehrausgaben liegen in Kärnten bei acht Millionen Euro

Mehrkosten im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe betragen in Kärnten 1,4 Millionen Euro. | Foto: Pixabay/skalekar1992

In der morgigen Regierungssitzung werden die Valorisierungen für den Sozial- und Pflegebereich vorgelegt. Das Land treffen rund acht Millionen Euro an Mehrausgaben durch das Gehaltsplus in der Sozialwirtschaft.

KÄRNTEN. Mitten in der Corona-Krise, am 1. April, einigten sich die Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Sozialwirtschaft auf eine Lösung in den Kollektivvertrags-Verhandlungen. Für die Beschäftigen soll es in diesem Jahr ein Gehaltsplus von 2,7 Prozent geben (mehr dazu hier) – rückwirkend mit 1. Februar. "Für das Jahr 2021 wurde ein Plus von 0,6 Prozent über der Inflationsrate ausverhandelt. Und 2022 wird die Wochenarbeitszeit von aktuell 38 Stunden auf 37 Stunden reduziert. Kärnten wird selbstverständlich – und so wie jedes Jahr – die Einigung übernehmen. Für das Gehaltsplus im laufenden Jahr werde ich in der morgigen Regierungssitzung die notwendige Budgetanpassung vorlegen", informiert heute Sozial- und Gesundheitsreferentin Beate Prettner. 

Mehrkosten in der Pflege: 4.448.498 Euro

5.000 Mitarbeiter sind in Kärnten alleine im Pflegebereich betroffen. Für Kärnten bedeutet das Gehaltsplus Mehrkosten von von knapp 4,5 Millionen Euro. "In Summe betragen die Personalkosten im Pflegewesen etwas mehr als 70 Prozent der Gesamtausgaben von 344 Millionen Euro", so Prettner. Sie sagt: "Das ausverhandelte SWÖ-Paket ist zwar ambitioniert, aber jedenfalls notwendig und wertschätzend. Gerade die Corona-Krise hat einmal mehr deutlich gemacht, wie unverzichtbar eine verlässliche und qualitativ hochwertige Pflegebetreuung ist."

Ausbildungsoffensive

Noch mehr Menschen sollen diesen Beruf wählen, daher gibt es eine Ausbildungsoffensive. Prettner: "Je mehr Fachkräfte wir haben, desto mehr Möglichkeiten können geschaffen werden, dem Berufsalltag die Überforderung zu nehmen. Denn gerade die große Herausforderung hält so manchen Interessierten davon ab, in den Pflegeberuf einzusteigen: Habe ich aber ein entsprechend großes Mitarbeitertool, können Dienstzeiten viel besser eingeteilt und Teilzeitarbeit verlässlicher koordiniert werden."

Lehrgänge für Pflegeassistenz

Im September startet die Pflegeausbildung mit Matura an zwei Standorten (Caritas in Klagenfurt und Diakonie in Villach). Mit dem Arbeitsmarktservice wird das Land weitere Lehrgänge für eine einjährige Ausbildung zur Pflegeassistenz bieten. In Klagenfurt läuft die Ausbildung, es folgen Lehrgänge in Villach, in Wolfsberg und wahrscheinlich auch in Spittal.

Mehrkosten auch in Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe

Insgesamt – mit Pflege, Behindertenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe – werde es um 8,7 Millionen Euro an Mehrkosten und 7.600 Mitarbeiter gehen. Denn es profitieren auch knapp 1.600 Beschäftigte der Behindertenhilfe und rund 1.000 der Kinder- und Jugendhilfe. In Letzterer spreche man heuer von Mehrkosten um die 1,4 Millionen Euro, in 370 Einrichtungen (u. a. 45 stationäre Einrichtungen und 73 mobile und ambulante Angebote) sind 988 Personen beschäftigt. 
Die Kostensteigerung in der Behindertenhilfe betrage rund 2,1 Millionen Euro. Sie betreffe 1.560 Mitarbeiter. 

Einigung bei Kollektivvertrags-Verhandlungen

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