Kitzbühel, Achenquartier & Fair Leben
Ein neues System soll Schule machen
- Repräsentanten von Sparkasse und Verein "Fair Leben" vor dem neuen Achenquartier am Bahnhof.
- Foto: Nikolaus Kogler
- hochgeladen von Klaus Kogler
Bei einem Lokalaugenschein im Achenquartier der Sparkasse Kitzbühel wurde sowohl das Baukastensystem als auch die Arbeitsweise von "Fair Leben" in den Fokus gestellt.
KITZBÜHEL, BEZIRK. Architekt Sebastian Mitterer (Firn Architekten) und Sparkassen-Vorstand Thomas Hechenberger erklärten im Achenquartier, wie das innovative Baukastensystem funktioniert. Florian Bissert erklärte Intentionen und Vorgehensweise des Vereins "Fair Leben".
"Fair Leben hat Ideen für das Sparkassen-Ausweichquartier hier am Bahnhof eingebracht, das hier angewendete Baukastensystem soll für leistbares Wohnen Schule machen. Derzeit laufen Gespräche für neue Projekte",
so Bissert.
"Wir sind seit November hier im Ausweichquartier, und wir werden zwei bis drei Jahre hier bleiben, bis unsere neue Zentrale, ebenfalls in Holzbauweise, neu errichtet und bezugsfertig ist. Wir haben uns für dieses Modell auf einer eigenen Grundstücksreserve und gegen eine teure Containeroption entschieden. Mit Fair Leben haben wir im Austausch hier ein Pilotprojekt umgesetzt, und das in nur neun Monaten Bauzeit",
so Hechenberger. Das hier implementierte und platzsparende Desksharing-Modell 0,7 (7 Arbeitsplätze für 10 Mitarbeiter, Anm.) werde man dann auch in der neuen Zentrale fortführen.
"Wir haben unsere 80 Mitarbeiter, die hier beschäftigt sind, zwei Jahre lang auf dieses System vorbereitet und es funktioniert. Wir im Vorstand leben das ebenfalls vor. Die Kunden reagieren unterschiedlich, weil es sich hier nicht wie eine Bank anfühlt. Die meisten empfinden es aber als positiv, spannend und modern",
so der Sparkassenvorstand.
Nachnutzung
Auch die Nachnutzung ist bereits geplant. Im obersten Geschoß entstehen elf Mitarbeiter-Kleinwohnungen (unter 35 m²), im ersten Stock Büros und im Erdgeschoß soll durch eine Kooperation die FH Kufstein Seminar- und Schulungsräume beziehen; auch ein Café samt Terrasse ist vorgesehen.
Fair Leben
Das von Fair Leben entwickelte und angebotene Baukastensystem ist von jedem Holzbaubetrieb anwendbar.
"Das System ist flexibel, kostensparend, umnutzbar, hat wenig tragende Teile, alles ist offen verbaut, und es eignet sich sehr zur Schaffung von leistbarem Wohnraum",
so Architekt Mitterer.
"Das System gehört unserem Verein, bei dem man Mitglied werden kann. Mitglieder können es dann verwenden. Fair Leben ist dabei kein Bauträger, sondern Know-how-Träger. Wir begleiten und betreuen Projekte und bauen über ein Genossenschaftssystem gemeinwirtschaftlich, Spekulationen können ausgeschlossen werden",
ergänzt Fair-Leben-Vorstand Bissert. Mit dem System ist man überzeugt, einen gangbaren, innovativen, kosteneffizienten Ansatz für den Wohnbau in der Region geschaffen zu haben.
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