31.01.2018, 12:51 Uhr

"Glück ab, gut Land" im Kaiserwinkl

Beim Start in Walchsee. (Foto: privat)

Am eigenen Leib: ereignisreiche Mitfahrgelegenheit im Heißluftballon.

KAISERWINKL (jos). Am 26. Jänner war es für mich soweit: Der Kindheitstraum, einmal in einem Heißluftballon mitzufahren, ging für mich in Erfüllung. Trotz niedriger Temperaturen lachte bereits am Morgen des großen Tages die Sonne vom Himmel und so stand einer Fahrt mit traumhaften Ausblick nichts mehr im Wege.

Dicker Anton am Start

Gespannt wartete ich in Kössen auf dem Hüttfeld auf meinen Piloten. "Johanna, du hast heute riesengroßes Glück. Du darfst mit dem 'dicken Anton' mitfahren", meinte die für die Zuteilung verantwortliche Dame beim Treffpunkt. Noch konnte ich mir unter dem Namen wirklich nichts vorstellen. Schließlich traf Pilot Christoph Laloi aus Kiel (D) ein und anschließend machten wir uns gemeinsam mit seinem Team auf den Weg nach Walchsee, wo der Ballon aufgebaut wurde. Er hatte die Form eines Mannes, der einen Kanister in der Hand hielt. Trotz klirrender Kälte trieb es mir den Schweiß auf die Stirn, denn der Aufbau war alles andere als einfach. Nach gut einer Stunde starteten wir in die Lüfte.

Volle Fahrt voraus

Vollkommen überwältigt von der Schönheit genoss ich das atemberaubende Panorama des Kaiserwinkls. Nun nahm der Pilot Kurs auf den Ortsteil Bichlach in Kössen, wo wir bis 13 Uhr beim Hotel Riedl "markern" mussten. Für alle, die es nicht wissen: Ziel beim "Markern" ist es, einen Gegenstand so nah wie möglich auf ein auf den Boden markiertes Kreuz zu werfen. Die Genauigkeit beim Wurf fließt dann in die Wertung ein. Leider schafften wir es nicht, bis 13 Uhr die Bedingungen zu erfüllen. Nach zwei Zwischenlandungen und kleineren Zwischenfällen gelang es uns, den Ballon sicher zu landen.


Schweißtreibender Abbau

Eigentlich war ich schon völlig erschöpft, doch jetzt war beim Abbau jede helfende Hand gefragt. Zuerst mussten wir den Korb und den Schirm auf die Straße befördern. Jetzt wurde der gesamte Ballon umgekippt und die Luft wurde ausgelassen. Das Zusammenfalten des Schirmes stellte sich als echte Sisyphusarbeit heraus. Schließlich wurde die ganze Ausrüstung auf einen Anhänger verladen. Zum Abschluss wurde ich noch, wie es sich für "Erstmitfahrer" gehört, auf einen adeligen Namen mit Feuer, Bier und Schnee getauft. Sollte ich einen anderen Piloten begegnen, muss ich ihm meinen "Adelstitel" nennen: "Fürstin Johanna zu Walchsee, mutige Korbspäherin auf der schönen Reise nach Kössen und nach 3-fach Landung beim Traxl Hof niedergekommene Braut". Ob ich mir das merken kann bezweifle ich jedoch. Für jeden, der seine Heimat einmal von oben sehen möchte, kann ich eine Ballonfahrt nur wärmstens empfehlen.
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