Park & Ride
Parkplatz-Chaos an den Bahnhöfen Kufstein und Wörgl
- Parkchaos an den Bahnhöfen: In Kufstein wird in mehreren Reihen geparkt– teils mit engen Ausfahrten.
- Foto: Barbara Fluckinger
- hochgeladen von Barbara Fluckinger
Wörgl und Kufstein kämpfen mit überfüllten Park-&-Ride-Anlagen. Blockierte Fahrwege und unklare Zuständigkeiten verschärfen die Lage. Die ÖBB planen ein neues Zufahrtssystem für 2027 – kurzfristige Lösungen sind aber weiterhin gefragt.
WÖRGL/KUFSTEIN. Werktags sind die Park-&-Ride-Plätze am Bahnhof Wörgl häufig schon am Vormittag voll. Fahrzeuge werden kreuz und quer abgestellt, Fahrwege und Wendebereiche blockiert. Für Pendlerinnen und Pendler wird die Suche nach einem Stellplatz zunehmend zum Ärgernis. Seit dem Abbau der alten Schrankenanlage und der neuen Regelung seit April 2026 hat sich die Situation zugespitzt. In Kufstein ist die Situation ähnlich. Seit der neuen Regelung können Pkw den Park&Ride-Parkplatz nur mehr kostenlos nutzen, wenn sie einen gültigen Nachweis haben, der gut sichtbar an der Windschutzscheibe platziert ist. Gültig sind Kopien von Jahres-, Monats- oder Wochenkarten sowie Klimaticket-Nachweise. Eine weitere Möglichkeit: man setzt auf Parktickets aus dem Ticketautomaten oder vom Fahrkartenschalter. Besonders problematisch ist, dass die neue Regelung bislang offenbar nur begrenzt kontrolliert wird.
- In Wörgl, wie in Kufstein müssen Nachweise an der oder hinter der Windschutzscheibe angebracht werden.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Das Plant die ÖBB für 2027
Auf Anfrage von MeinBezirk erklärt der ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair, dass an den Park-&-Ride-Parkplätzen an den Hauptbahnhöfen in Wörgl und Kufstein ein modernes, schrankenloses Zufahrtssystem mit Kennzeichenerkennung geplant sei. Ein solches System, wie es bereits bei den Parkdecks in Jenbach und Fritzens-Wattens zum Einsatz kommt, soll im Laufe des kommenden Jahres errichtet und in Betrieb genommen werden. Damit soll die angespannte Parksituation entschärft werden. Hinsichtlich der Falschparker betont die ÖBB, dass jeder Fahrzeughalter selbst dafür verantwortlich sei, sein Fahrzeug so abzustellen, dass keine Fahrwege blockiert und andere Nutzer nicht am Wegfahren gehindert werden. Man stehe bereits mit der zuständigen Behörde in Kontakt und prüfe intern die Zuständigkeiten und Kompetenzen, insbesondere im Hinblick auf Kontrollen und das Abschleppen falsch abgestellter Fahrzeuge. Kontrollen, ob die Parkplätze widmungsgemäß und mit einem gültigen Öffi-Ticket genutzt werden, finden laut ÖBB mehrmals pro Woche durch eine beauftragte Firma statt. Auch am Kufsteiner Bahnhof werden solche Kontrollen durchgeführt. Zu einer möglichen Erweiterung oder baulichen Neuorganisation der Parkflächen nennt die ÖBB vorerst keine konkreten zusätzlichen Maßnahmen, sondern verweist auf das geplante Zufahrtssystem.
- Am übervollen Parkplatz werden Autos sogar in der Feuerwehrzone abgestellt.
- Foto: Martina Obertimpfler
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Kritik an fehlenden Sofortmaßnahmen
Bis zur Umsetzung bleibt allerdings die Frage, wie die Sicherheit auf den bestehenden Parkflächen gewährleistet werden kann. Denn wenn Rettungs- und Wendegassen blockiert sind, geht es nicht mehr allein um fehlenden Komfort für Pendler, sondern auch um die freie Zufahrt für Einsatzkräfte.
Der Wörgler Stadtrat und SPÖ-Landtagsabgeordnete Christian Kovacevic hatte bereits im Dezember 2025 einen Antrag zur Verbesserung der Parksituation eingebracht. Am 1. Juli 2026 beschloss der Gemeinderat einstimmig, Gespräche mit den ÖBB, der Firma ZIMA und dem Land Tirol aufzunehmen und Varianten für eine bewirtschaftete Park-&-Ride-Anlage auszuarbeiten. Bei der Gemeinderatssitzung am 7. Oktober wurde laut Kovacevic jedoch deutlich, dass es dabei bislang keine nennenswerten Fortschritte gegeben hat.
Kovacevic fordert deshalb einen raschen runden Tisch mit der Stadtgemeinde, den ÖBB, der Bundes- und Stadtpolizei sowie dem Land Tirol. Die Zuständigkeiten müssten geklärt und praktikable Maßnahmen für die aktuelle Situation vereinbart werden.
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