Zwischen Zustimmung und Absage
So stehen die Gemeinden zum Regionalbad Wörgl
- Das geplante Regionalbad soll künftig auch von umliegenden Gemeinden mitfinanziert werden. Im Bild: Visualisierung des künftigen Regionalbads in Wörgl.
- Foto: Haselsberger Architekten
- hochgeladen von Martina Obertimpfler
Das geplante Regionalbad in Wörgl sorgt in der Region für Diskussionen. Zwischen Zustimmung, Skepsis und offenen Fragen zeigen die umliegenden Gemeinden unterschiedliche Positionen zur langfristigen Finanzierung des Großprojekts.
BEZIRK KUFSTEIN. Das geplante Regionalbad in Wörgl sorgt bereits vor dem ersten Spatenstich für intensive Diskussionen in der Region. Bürgermeister Michael Riedhart will die umliegenden Gemeinden mit ins Boot holen – und zwar langfristig: 200.000 Euro jährlich, aufgeteilt auf die Region und abgesichert auf 20 Jahre, sollen künftig zur Finanzierung des laufenden Betriebs beitragen. Doch wie stehen die umliegenden Gemeinden tatsächlich zu den Plänen aus Wörgl? Während manche bereits klar Position beziehen, wollen andere erst intern beraten oder sehen aktuell keinen Bedarf. MeinBezirk hat bei 12 Gemeinden aus dem Bezirk Kufstein nachgefragt – die Reaktionen fallen dabei durchaus unterschiedlich aus. Manche Orte sehen im Projekt eine wichtige Investition für Schulen, Familien und den Schwimmsport, andere verweisen auf bestehende Angebote oder die angespannte finanzielle Lage der Gemeinden. Klar ist: Die Debatte über Nutzen, Kosten und regionale Verantwortung hat gerade erst begonnen.
Kein Bedarf gesehen
Klare Worte kommen aus der Gemeinde Erl. Dort sieht man keinen Bedarf für eine Beteiligung am Regionalbad. Bürgermeister und Gemeinde verweisen auf das seit Jahrzehnten bestehende, selbst finanzierte Freischwimmbad im Ort. Dieses verursache zwar ebenfalls laufende Kosten, werde aber bewusst für die eigene Bevölkerung getragen. Auch für Schulen und Kindergärten sehe man in Erl keinen zusätzlichen Bedarf. Entsprechend deutlich fällt die Haltung aus: Sollte Wörgl das Projekt realisieren und finanzielle Partner finden, freue man sich für die Stadt – beteiligen werde sich Erl jedoch nicht.
Ähnlich äußert sich Ellmau. Dort verweist man auf das bestehende Kaiserbad, das bereits eine zentrale Freizeiteinrichtung für die Region darstelle. Aufgrund dieser eigenen Infrastruktur werde sich Ellmau am Regionalbad Wörgl nicht beteiligen.
Zurückhaltend zeigt man sich auch in Walchsee. Dort verweist die Gemeinde auf bestehende Hotelhallenbäder, die bereits von Einheimischen genutzt würden. Zusätzlich fänden regelmäßig Schwimmkurse der Wasserrettung statt. Ein Freibadbedarf werde in Walchsee nicht gesehen. Interessant könnte das Wörgler Bad laut Gemeinde höchstens punktuell für Leistungsschwimmer werden, die derzeit etwa nach Kiefersfelden ausweichen.
- Rund um das geplante Regionalbad in Wörgl gehen die Meinungen der Gemeinden im Bezirk Kufstein auseinander – zwischen Zustimmung, Skepsis und offenen Fragen
- Foto: Pixabay (Symbolfoto)
- hochgeladen von Martina Obertimpfler
Zwischen Kosten und Nutzen
In einigen Gemeinden hat die Diskussion rund um das geplante Regionalbad allerdings noch gar nicht richtig begonnen – teilweise auch deshalb, weil bislang noch keine konkrete Anfrage aus Wörgl eingelangt sei. So wie in Scheffau am Wilden Kaiser. Dort begrüße man grundsätzlich Investitionen dieser Art, gleichzeitig sehe die Gemeinde den Bedarf für Kinder bereits durch das Kaiserbad in Ellmau und den Hintersteinersee gut abgedeckt.
Auch aus Thiersee heißt es, dass bislang keine entsprechende Anfrage der Stadt Wörgl vorliege.
In Ebbs wurde das Thema bisher noch nicht in den politischen Gremien behandelt. Dort verweist man auf das bestehende Freibad „Hallo du“ sowie auf Kooperationen mit Hotels und dem Hallenbad in Kiefersfelden. Gleichzeitig erkennt die Gemeinde durchaus, dass ein ganzjährig nutzbares Hallenbad in der Region beziehungsweise im Bezirk langfristig sinnvoll und notwendig wäre.
Entscheidung noch offen
Noch offen ist die Situation in Breitenbach am Inn. Dort soll das Thema Ende Juni im Gemeinderat behandelt werden. Die Gemeinde verweist einerseits auf den engen finanziellen Spielraum, andererseits aber auch auf den regionalen Nutzen eines Hallenbades in Wörgl. Insbesondere für Kinder, Senioren und Schwimmkurse wird ein Bedarf gesehen, zudem wäre das Bad gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ob sich Breitenbach letztlich beteiligt, soll der Gemeinderat entscheiden.
Auch aus Bad Häring kommt noch keine endgültige Entscheidung. Zwar liegt eine Anfrage der Stadt Wörgl vor, derzeit laufen jedoch interne Gespräche. In den kommenden Wochen soll das Thema in den zuständigen Gremien weiter beraten werden. Grundsätzlich zeigt sich die Gemeinde offen, will das Projekt aber noch im Detail prüfen – insbesondere hinsichtlich offener Fragen, etwa ob auch Kindergartenkinder das Angebot nutzen könnten.
Eine ähnliche Ausgangslage zeigt sich in Kirchbichl. Auch dort steht man dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, möchte jedoch noch offene Punkte klären. Neben organisatorischen Details betrifft das ebenfalls die mögliche Nutzung durch Kindergartenkinder, bevor eine endgültige Bewertung erfolgt.
Auch in Kufstein selbst wird derzeit ebenfalls noch kein endgültiger Standpunkt eingenommen.
Erste klare Zusagen aus der Region
Deutlich konkreter positionieren sich Kundl und Langkampfen. Dort sieht man bereits einen klaren Bedarf. Trotz eines eigenen Freibads in Kundl, wird das geplante Hallenbad als wichtiger Baustein für den Schwimmunterricht gesehen und entsprechend positiv bewertet. In Langkampfen wurde im letzten Gemeinderat eine Entscheidung getroffen. Der Langkampfener Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung vom 5. Mai 2026 klar zum geplanten Regionalbad in Wörgl bekannt und mehrheitlich den Abschluss einer Vereinbarung mit der Wörgl Schwimmbad GmbH beschlossen.
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