Neue Pflege-Plattform
Kufstein zeigt mit „PulsCare 2.0“, wie die Pflege neu gedacht wird
- Projektkoordinatorin Carmen Schwinghammer präsentierte die Ergebnisse von "PulsCare 2.0".
- Foto: Barbara Fluckinger
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Das Projekt "PulsCare 2.0" hat eine Homepage als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um die Pflege umgesetzt. Damit ist die Region Kufstein-Kitzbühel in Tirol einzigartiger Vorreiter.
KUFSTEIN, BEZIRK KUFSTEIN/KITZBÜHEL. Die Pflege steht vor großen Herausforderungen. Richard Kapfinger-Putz vom Pflegecampus Kufstein erinnert sich an die Zeit nach der Coronapandemie zurück. Plötzlich waren die Anmeldezahlen für die Pflege-Ausbildung nach unten gerasselt. Teilweise gab es Klassen mit nur sieben Studentinnen und Studenten.
Heute ist Pflegecampus voll
Heute sieht die Situation ganz anders aus. Die Ausbildungsplätze im Pflegecampus sind bis zum letzten Platz gefüllt. "Wir haben aktuell 220 Auszubildende in Vollzeit und insgesamt 300 Menschen, die eine Ausbildung machen. Unser Campus ist wirklich proppenvoll und es gibt keine Anzeichen von außen, dass die Leute nicht gebraucht werden", sagt Kapfinger Putz. Dabei gilt es auch in den nächsten Jahren, weitere Herausforderungen zu meistern. Neben der Krankenhauserweiterung, dem neuen Altenwohnheim in Kufstein und einer großen Pensionierungswelle rollt auf die Bezirke Kufstein und Kitzbühel eine überalternde Gesellschaft zu.
- Bgm Josef Ritzer (Ebbs), Andrea Standl (Geschäftsführung Sozial- & Gesundheitssprengel Kirchbichl-Langkampfen-Bad Häring), Elfriede Klingler (GF-Regionalmanagement), Bgm Rudi Puecher (Brixlegg), KUUSK-Geschäftsführerin Melanie Steinbacher, Richard Kapfinger-Putz (Pflegecampus Kufstein), Projektkoordinatorin Carmen Schwinghammer, Gert Gschließer (AK-Bezirksstellenleiter) und Florian Krois (Geschäftsstellenleiter AMS Kufstein) (v.l.).
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Pflegesituation verbessern
In den beiden Bezirken will man diesen Herausforderungen im Pflegebereich unter anderem mit einem besonderen Projekt begegnen. Das Kooperationsprojekt „PulsCare 2.0“ vom Regionalmanagement KUUSK und dem Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen will Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Menschen mit Pflegebedarf in der Region besser unterstützen.
Für das Projekt "PulsCare" hat das Regionalmanagement rund 250 Personen aus dem Pflegebereich miteingebunden. Diese konnten aktiv mitgestalten, wie die umgesetzten Maßnahmen aussehen werden. Doch was wurde gemacht?
Im ersten Jahr ging es darum, herauszufinden, was die Pflegenden beschäftigt und wo sie sich Unterstützung wünschen. Bei einem Maßnahmenworkshop konnten sie dann selbst gewichten, was am dringlichsten ist. "Damit können Pflegekräfte aktiv mitgestalten", erklärt Projektkoordinatorin Carmen Schwinghammer.
Homepage, KI und mehr
Sie hebt bei den aktuellen Ergebnissen des Projektes vor allem drei Säulen hervor: eine Homepage, eine KI-Schulung und Gesundheitstage in mehreren Orten der Region. Besonders hervorzuheben ist die neue Homepage „PulsCare“, die durch das Projekt erstellt wurde. Sie soll eine Informations- und Vernetzungsstelle für Pflege, Betreuung und Gesundheit sein. Die neue Plattform bündelt Informationen für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, Pflegefachkräfte, pflegende Angehörige sowie Interessierte. Gleichzeitig bietet sie ein regionales Jobportal und punktet mit einer übersichtlichen Darstellung von wichtigen Anlaufstellen und Unterstützungsangeboten.
Ebenso gab es Schulungen zum Thema „Digitale Kompetenz und KI-Einsatz in Sozial- und Gesundheitssprengeln“. Hier ging es auch darum, welche Automatisierungen in der Verwaltung helfen können. Es gab des Weiteren regionale Gesundheitstage und Gesundheitswochen. Die Gesundheitstage fanden in Ebbs, der Wildschönau, Brixlegg und Itter statt.
- "Der Switch im Image hat viel bewirkt und den hat 'PulsCare' sicher sehr gut begleitet", sagt AMS-Geschäftsstellenleiter Florian Krois
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AMS: Im Pflegebereich bleiben
Auch das AMS Kufstein leistet einen Beitrag im Rahmen von „PulsCare 2.0“. So versucht man unter anderem, Zivildiener zu motivieren, beruflich im Pflegebereich zu bleiben und hier weitere Ausbildungen zu machen. "Der Switch im Image hat viel bewirkt und den hat 'PulsCare' sicher sehr gut begleitet", sagt AMS-Geschäftsstellenleiter Florian Krois, der von einem 50-prozentigen Rückgang bei den gemeldeten Stellen im Bereich Pflege (von öffentlichen Stellen). Man dürfe sich aber nicht auf dem Erfolg ausruhen.
Das Projekt "PulsCare 2.0" wurde für drei Jahre ausgelegt und läuft mit Ende 2027 aus, allerdings will man seitens der KUUSK weitermachen. Die Gesamtprojektkosten liegen bei rund 156.000 Euro.
Weitere Beiträge aus und rund um den Bezirk Kufstein findest du hier.
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