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Ischgler "Patient 0": AGES-Daten sorgen für Wirbel

Zahlenchaos rund um den ersten Corona-Fall in Ischgl: Die AGES sorgte für Verwirrung.
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ISCHGL (otko). Die AGES sorgt mit ihren Ergebnissen zum ersten nachweislichen Auftreten des Coronavirus in Ischgl weiter für Verwirrung. Zuerst wurde der 5. Februar genannt, was dann auf 5. März korrigiert wurde. Später wurde der 8. Februar genannt. Für das Land Tirol sind auch die neuen AGES-Informationen nicht nachvollziehbar.

AGES sorgt für Verwirrung

Die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungsmedizin) sorgte am 2. April mit der Präsentation ihrer Erkenntnisse zum ersten Corona-Fall in Ischgl für mehr Verwirrung als Klarheit. Im Rahmen einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober gab Franz Allerberger, Leiter des Bereichs Humanmedizin in der AGES, bekannt, dass erste Coronavirus-Fall in Ischgl sei schon am 5. Februar aufgetreten. Es soll sich dabei um eine Schweizer Kellnerin des "Kitzlochs" gehandelt haben. Diese wurde aber erst am 9. März positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Damit hätte sie den vielgenannten  Barkeeper als "Patient 0" abgelöst.
Gesundheitsminister Anschober korrigierte dann am Nachmittag in einer Aussendung die Infektionskette. Von Seiten der AGES wurde ein Eingabefehler eingeräumt und das Datum von 5. Februar auf 5. März korrigiert. 
Am Abend folgte dann eine weitere Aussendung der AGES:

"Demnach war der Krankheitsbeginn des ersten Covid-19-Falles am 8. Februar 2020, dabei handelt es sich um eine Tirolerin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass der erste laborbestätigte Fall am 7. März 2020 ermittelt wurde und demnach erst zu diesem Zeitpunkt den Behörden bekannt wurde. Die AGES weist nochmals darauf hin, dass auch während der Pressekonferenz keine Kritik an den lokalen Behörden getätigt wurde."

In der Zeit im Bild (ZIB)2 kündigte Gesundheitsminister Anschober an, dass nun "ein Bericht über die realen Fakten" erarbeitet und "die Daten aufgeklärt" werden sollen.

Erster Corona-Fall in Ischgl doch erst im März – AGES-Angaben korrigiert

Für Land Tirol nicht nachvollziehbar

Das Land Tirol stellt in einer Aussendung klar, dass die AGES in ihrer Erklärung zum ersten Coronafall in Ischgl am 2. April wiederholt Daten kommuniziert hat, die für das Land Tirol nicht nachvollziehbar sind: Bereits einmal musste die AGES Behauptungen zurücknehmen, wonach bei einer Person in Ischgl am 5. Februar die ersten Coronasymptome aufgetreten sind. Später wurde von der AGES in den Raum gestellt, dass die erste Coronaerkrankung in Ischgl auf den 8. Februar zurückgeführt werden kann. Auch diese Information ist nachweislich unsachlich. Die vorliegenden Erfassungsblätter der zuständigen lokalen Gesundheitsbehörden belegen dies. Die besagte Person, eine österreichische Kellnerin, hat im Rahmen der durchgeführten Erhebungen am 7. März angegeben, über „circa einen Monat Erkältungssymptome mit Druck auf der Brust“ gehabt zu haben. Am 9. März lag für diese Person das positive Ergebnis für eine Coronaerkrankung vor.

Rückschluss auf erste Coronaerkrankung am 8. Februar unsachlich

Die Schlussfolgerung der AGES, dass die Person bereits seit dem 8. Februar – also seit 30 Tagen – an Corona erkrankt war, ist aus Sicht des Landes Tirol spekulativ. Aus medizinischer Sicht kann fachlich und wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, auf welchen Zeitpunkt die Coronaerkrankung zurückgeht. Um bei dieser Person eine mögliche länger zurückliegende Infektion mit Corona zu überprüfen, wurde im Auftrag des Amtsarztes über den ansässigen Arzt eine Blutprobe für eine Antikörperbestimmung durch die Virologie in Wien in Auftrag gegeben. Dazu liegt der Bezirksverwaltungsbehörde kein Ergebnis vor. Von wochenlangen Erkältungssymptomen unhinterfragt auf eine Coronainfektion seit dem 8. Februar zu schließen, ist für das Land Tirol daher reine Mutmaßung.

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