Almtagung
Ohne Weidetiere wachsen Almflächen zu

Almtagung in Zams: LK-Bezirksstellenleiter Peter Frank und Ernährungsmedizinerin Angelika Kirchmaier referierten.
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ZAMS (otko). Beim Almvieh gibt es seit dem Jahr 2000 einen Rückgang von 15 Prozent. Almprodukte gelten als gesund.

Geht die Kuh, kommt der Wald

Bei der heurigen Almtagung im Zammer Jägerhof stand kürzlich das Thema "Gesundes von der Alm" im Mittelpunkt. Gerade im Bezirk stehen die Almen vor großen Herausforderungen. "Die Almbestoßung, das heißt Auftriebszahlen der Tiere, ist nicht stark nach unten gegangen. An die 9.000 Rinder, davon 2.000 Michkühe, 800 Pferde, 6.000 Schafe und 610 Zeigen werden aufgetrieben. Gerade bei den Pferden und Ziegen gibt es Zuwächse", erläutere Peter Frank, Bezirksstellenleiter der Landwirtschaftskammer. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist aber ein Rückgang von 365 Kühen bzw. 15 Prozent zu verzeichnen. "Im Jungviehbereich kommen aber viele Tiere aus dem Tiroler Unterland. Hier kann es durchaus künftig eine Verschiebung geben, da die Kuh im Tal bleibt und das Jungvieh kommt auf die Unterländer Almen kommt. Wir brauchen aber jedes Stück Vieh auf unseren Almen, das das Futterangebot eher großer geworden ist", erläutere Frank.
Ohne eine funktionierende Almwirtschaft würden noch mehr Bergweiden und Almflächen ab 1.600 Meter zuwachsen. "Geht die Kuh, kommt der Wald!" Zudem schützt das Abweiden dieser Flächen vor Naturgefahren (Lawinen und Hochwasser).

Hohe Dichte im Bezirk

Derzeit gibt es im Bezirk Landeck 27 Sennalmen. Dazu kommen noch acht Kuhalmen, wo die Milch abgeliefert wird. "Solch eine hohe Dichte gibt es sonst nirgends in Tirol. Durchschnittlich 60 Kühe werden auf diesen Gemeinschaftsalmen gehalten", informierte Frank. Die größte Kuhalm im Land Tirol ist die Komperdell-Alpe in Serfaus mit 200 Milchkühen. Während eines Almsommers werden im Bezirk Landeck ca. eine Millionen Kilogramm Mich ermolken. Davon werden laut Frank 95.000 Kilogramm Käse und 30.000 Kilogramm Butter hergestellt.
"Bei uns wird noch eine traditionelle Almwirtschaft betrieben. Das heißt die Kuh ist am Tag auf der Weide und in der Nacht im Stall. Die Ergänzungsfütterung ist hier sehr nachrangig", unterstreicht Frank. 2017 wurde zudem im Bezirk ein erfolgreiches Projekt gestartet, wo die Gemeinden, die Tourismusverbände und das Land Tirol die Dienstgeberbeträge des Almpersonals finanzieren. "Milchkühe und Sennalmen sind die höchste Stufe der Almwirtschaft und diese gilt es zu erhalten", so Frank.

Almprodukte als "Jungbrunnen"

Die Unterländer Ermährungsmedizinerin Angelika Kirchmaier hob in ihrem Vortrag den gesundheitlichen Mehrwert in den Almprodukten hervor. "Almbutter von Kühen, die Gras fressen, hat für den menschlichen Organismus das leichteste verdauliche Fett in der Natur. Auch das Almfleisch ist gut, da es fast kein Fett hat, weil sich das Tier bewegt. Solche Produkte sind ein wahrer Jungbrunnen", hob die Expertin hervor. Es brauche bei den Almprodukten aber eine Kostenwahrheit.

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