Neues Sammeltaxi - Idee nicht „fertig gedacht“
Wettbewerbsverzerrung in der Leibnitzer Taxibranche?
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Manuela Kittler: Ich könnte jetzt mein Auto zu Hause stehen lassen und meine privaten Angelegenheiten auf Kosten der Stadtgemeinde Leibnitz, mit dem seit 01.04.2026 in Betrieb genommenen Taxisystem, erledigen! Ich könnte mich täglich zur Arbeit führen lassen, zu Arztterminen und auch meine Einkäufe in Leibnitz so erledigen. Montag bis Freitag, von 6.00 bis 20.00 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 7.00 bis 18.00 Uhr.
Was ist passiert?
In der öffentlichen GR-Sitzung vom März 2026 wurde ein Schnellschuss in Sachen „Sammeltaxi-System“ getätigt. Ein Vertrag wurde mit einem Taxiunternehmen beschlossen, welcher eine Vorauszahlung von monatlich € 1.500,00 (€ 75,00 pro Fahrzeug) erhält. Pauschal € 5,00 kosten Fahrten pro Person bis zu 5 Kilometer, € 2,00 kostet jeder weitere gefahrene Kilometer, dies für Sammelfahrten mit bis zu 4 Personen pro Fahrt zu zentralen Punkten, 300 Fahrten pro Monat wurden kalkuliert, und dies für Fahrten, innerhalb der gesamten Stadtgemeinde Leibnitz, zum Hauptplatz, Bahnhof Leibnitz, zu sämtlichen Arztordinationen im Stadtgebiet, zu Einkaufszentren, zum LKH Wagna, und die Haltepunkte in der Region des vormaligen RegioMobils.
Wettbewerbsverzerrung am Leibnitzer Taximarkt
Durch diese Quasi-Monopolstellung eines Taxiunternehmens könnte eine Wettbewerbsverzerrung am Leibnitzer Taximarkt gegenüber allen anderen Taxibetrieben in Leibnitz entstehen. Da der geförderte und dadurch vergünstigte Preis von € 5,00 den üblichen Konsum von Fahrten mit Standard-Tarifen bei allen anderen Taxiunternehmen in Leibnitz hemmt! Abhilfe und Fairness wäre nur dann gegeben, wenn alle Taxibetriebe mit den gleichen Vertragsbedingungen in das „Sammeltaxi-System“ eingebunden werden.
Und genau das ist nicht mehr leistbar
Denn wenn wir so z. B. 7 Taxiunternehmen in gleicher Form fördern, würden die Kosten wieder explodieren, die wir uns nicht leisten können. Denn das RegioMobil-System wurde mit 31.03.2026 auf Grund der nicht mehr Finanzierbarkeit vom Land Steiermark abgedreht, d. h. die Förderung wurde eingestellt, worauf auch die Stadtgemeinde Leibnitz, als auch die beteiligten (Umland-)Gemeinden aus diesem System aussteigen mussten. Allein die Kosten nur der Stadtgemeinde Leibnitz belaufen sich jährlich auf etwa € 150.000,00. Die Stadtregierung war sich Ende 2025 noch einig, dass diese freiwillige Leistung nicht mehr finanzierbar ist.
Nachfolgemodell?
Ein Nachfolgemodell könnte nur so aussehen, dass ausnahmslos nur mehr Personen unterstützt werden, die auf diese Hilfe angewiesen sind (Pflegestufe, soziale Staffelung, Behindertenausweis, etc.). Die Hilfe wäre somit zielgerichtet und die Kosten wären weit geringer. Anstatt nun eine abgespeckte Version weiter zu entwickeln, wird jetzt mit dem Gießkannen-Prinzip jede Fahrt gefördert?
Außerdem zahlen wir die Förderung mit sensiblem Steuergeld. Da es keinen externen Buchungspartner gibt (unabhängiger Dritte), wäre eine Abrechnung nur auf Lieferscheinbasis und im Nachhinein zu empfehlen.
Ihre Manuela Kittler
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