13.12.2017, 09:16 Uhr

Weihnachten ohne Streitereien

Melanie Carmen Punz gibt Tipps, um Streit zu vermeiden. (Foto: KK)

Alle Jahre wieder: Streitereien zu Weihnachten. Was Sie selbst tun können, damit es friedlich bleibt.

Die WOCHE Leibnitz sprach mit Melanie Punz, die in Leibnitz als Mediatorin, Unternehmensjuristin und Mentaltrainerin tätig ist, darüber, wie man Konflikte zu Weihnachten vermeidet.

Warum sind die Menschen gerade in der besinnlichsten Zeit des Jahres oft so gereizt?
Melanie PUNZ: Gerade zu Weihnachten entsteht durch zusätzliche Verpflichtungen, wie Geschenke kaufen, Kekse backen, aufwendige Menüs vorbereiten, Verwandte einladen, eine Überlastung und damit einhergehend Gereiztheit. Dazu kommt noch eine hohe Erwartungshaltung an die Harmonie. Alle Familienangehörigen sollen gut gelaunt sein. Fallen dann noch unbedachte Bemerkungen über das Essen, die Figur, die Kinder oder den Christbaum, ist die erhoffte gute Stimmung im Eimer.

Was ist oft der Grund für Konflikte?

Der Grund von Streitigkeiten zu Weihnachten sind oft nicht erfüllbare Erwartungen rund um das Fest sowie unerfüllte Bedürfnisse, die mit Weihnachten nichts zu tun haben, schon vorher unerfüllt waren und durch den Stress hochkommen.

Was kann jeder selbst tun?

1. Sprechen Sie darüber, was Sie erwarten. Dazu ist wichtig, selbst zu wissen, was Ihre Erwartungen sind. Diese in Worte zu fassen, schafft Klarheit über die eigenen Wünsche. Was will ich? Was wünsche ich mir? Am besten diese Fragen schriftlich beantworten. Das hat mehrere Vorteile: Das Geschriebene macht für Sie selbst Ihre Erwartungen sichtbar. Und es eröffnet die Möglichkeit, Ihre Wünsche an Ihre Familie einmal in einer anderen Form, z.B. durch Vorlesen, mitzuteilen.
2. Reden Sie in der Ich-Form. Beginnen Sie Ihre Sätze besser mit “Ich wünsche mir ...”, „Mir fällt auf ...“ anstelle von “Du tust nie ...“, „Du machst immer ...”. Damit vermeiden Sie, vorwurfsvoll zu werden.
3. Klären Sie, wer wann welche Tätigkeiten übernimmt, damit die gesamte Vorbereitung nicht auf einer Schulter lastet.
4. Perfektion verabschieden. Was ist das Schlimmste, das passieren kann, wenn nicht alles perfekt ist?
5. Perspektivenwechsel. Ist die Beziehung zu bestimmten Familienangehörigen unterkühlt, versuchen Sie, sich in die Lage Ihrer Familienangehörigen zu versetzen und fragen Sie sich, wie es ihnen im Moment wohl geht.
6. Klammern Sie kritische Themen aus, wenn diese nicht sofort geklärt werden können. Fixieren Sie für sich einen Termin, wann Sie diese Themen zu einem anderen Zeitpunkt ansprechen. Verfallen Sie nicht der Versuchung, diese Themen nie anzusprechen. Aufgestaute unerfüllte Bedürfnisse verschärfen langfristig die Situation.

Und wenn schon heftig gestritten wird?
Sofort wirkt mehrmals tief ein- und auszuatmen, oder ertasten Sie Ihren Puls am Hals bzw. am Handgelenk mit drei Fingern so lange, bis Sie merken, dass Ihr Puls sich verlangsamt.
Trinken Sie ein kleines Glas Wasser mit einem Zug. Schließen Sie die Augen. Denken Sie an Ihre Lieblingsbeschäftigung. Gehen Sie kurz an die frische Luft.
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