28.09.2016, 13:42 Uhr

Ligastammtisch: Südsteirische Fußballvereine hoffen auf Nachwuchs

Am Fußballligastammtisch in St. Veit in der Südsteiermark: (sitzend v.l.): Sportanwalt Dr. Christian Flick, Gernot Zirngast (VdF), Organisator Ernst Jahrbacher und Gastgeber Gerhard Schwarz, sowie (stehend v.l.) Franz Schantl, StFV-Vizepräsident Wolfgang Maier, StFV-Vizepräsident Franz Faist und Franz Roschitz.

Beim Ligastammtisch im Gasthof Kirchenwirt Draxler in St. Veit in der Südsteiermark auf Einladung des SV TUS St. Veit und von Bgm. Manfred Tatzl zogen die Vertreter von 12 Fuballklubs des Bezirkes Leibnitz eine erste Bilanz über die Herbstmeisterschaft.

Beim Fußballcollege Youngsters Leibnitz freute sich Toni Jahrbacher, dass alle drei Nachwuchsteams der Spielgemeinschaft in der höchsten Leistungsklasse, der Steirischen Landesliga, vertreten sind. "Allein würde es wohl kaum ein südsteirischer Verein in die Leistungsklasse schaffen, aber als Team mit Spielern von vielen Vereinen sehr wohl. Wir bieten dem Nachwuchs eine gute Ausbildung und laden zum traditionellen Hallencup für Vereinsmannschaften am 3. Dezember mit 16 Teams in die Heidinger-Sporthalle nach Leibnitz ein", so Jahrbacher.


Gebietsliga West

Beim TUS Stein Reinisch St. Veit in der Südsteiermark spricht Schriftführer-Stellvertreter Gerhard Schwarz nach dem Abstieg in die Gebietsliga West von einer Konsolidierungsphase. "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es lebt. Junge Spieler sind geblieben. Wir wollen aus dem eigenen Nachwuchs, der in sechs Teams großteils in Spielgemeinschaften herangebildet wird, Spieler früh ins Training der Kampfmannschaft einbinden", so Schwarz.
"Unsere 2. Kampfmannschaft ist nach der sommerlichen Umstrukturierung organisatorisch ein Nachwuchsteam. Damit wollen wir Jungfußballern Perspektiven geben, damit sie länger beim Fußball bleiben", betont Felix Schlager vom Gebietsligateam Allerheiligen/Heiligenkreuz. Das neue, junge Trainerteam Thomas Wallner und Mark Meier bilde, so Schlager, junge Fußballer aus, damit diese dazulernen und später bereit wären für die Kampfmannschaft.
Leider schlechter als erwartet in den Herbst gestartet ist das jungen Team vom SV Flavia Solva. "Das Team steht hinter Trainer Partl und bleibt der eingeschlagenen Linie treu. Mit Toni Ringert als Sektionsleiter und Co-Trainer kehrt wieder Ordnung ins Team ein", berichtet Stefan Matic. Der Nachwuchs kooperiere mit der SU Tillmitsch als 1B-Team, was, so Matic, ein Superformat für 1. Klasse-Teams sei.


Unterliga West

In der Unterliga West will der USV Ragnitz laut SL Thomas Frühwirth mit neun Neuzugängen, die alle ein Volltreffer sind, vorne mitspielen. "Nach sieben Runden sind 13 Punkte nicht so schlecht", so Frühwirth.
Sehr zufrieden mit dem Herbstdurchgang ist Reini Gruber von der SU Tillmitsch. "Wir genießen den Platz im vorderen Platz der Tabelle mit einem Team, dass gegenüber dem Vorjahr nur zwei Veränderungen erlebt hat", so Gruber.

Oberliga Mitte

Für Gleinstätten-Obmann Gerhard Zirngast passt es bisher so, wie es ist, nach einem guten Start trotz vieler Änderungen. Das Ziel lautet "vorne mitspielen". Im Nachwuchsbereich gibt es eine Kooperation mit St. Andrä-Sausal. Nächstes Jahr werden das 70-jährige Bestandsjubiläum und 50-Jahre Tondach als Sponsor gefeiert.
Beim SV Gralla blickt Alexander Macek positiv in die Zukunft: „Nach gutem Start in die Meisterschaft kam es aufgrund von Verletzungen und Krankheiten zu einem Rückschlag. Aber bald werden wir wieder weiter vorne in der Tabelle sein!“ Am 8. Oktober veranstaltet der Verein ein 1. Damen-Preisschnapsen. Am 18. November kommt Kabarettistin Marion Petric nach Gralla.
Beim FC Gamlitz schwingt Harald Holzer an Stelle von Jochen Zadravec das Trainerzepter. "Langsam wird es nach 13 Abgängen und nur vier Zugängen für uns wieder besser", meint Gerald Mörth optimistisch.
Auch in Straß wird, wie in Gleinstätten auch, im kommenden Jahr das 70-Jahre-Jubiläum gefeiert. Der sportliche Leiter Harald Rampitsch kündigt eine quantitative und qualitative Investition in den Spielerkader an.
Aufsteiger SV Wildon war acht Runden ungeschlagen. "Mit der ersten Niederlage am Wochenende haben wir Schlagzeilen geschrieben. Von den neuen Spielern hat es kaum einer in die Kampfmannschaft geschafft", erzählt Obmann Gerhard Kurzmann, der einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel nennt.

Steirische Landesliga

Bislang mit dem eigenen Team zufrieden ist Felix Schlager von der TUS Teschl Heiligenkreuz am Waasen. "Wir haben zu Meisterschaftsstart fünf Spiele gewonnen und super Fußball gespielt. Nach dem Wildon-Spiel kam der Umschwung und wir haben dreimal verloren, weil uns fünf Stammspieler gefehlt haben und zuletzt zwei 16-Jährige eingewechselt werden mussten", bilanziert Schlager. Die Landesliga beschere den Teams und Fans zahlreiche Derbys und sorge für mehr Zuseher auf den Plätzen.

Referate und Wortmeldungen der Gäste

StFV-Vizepräsident Wolfgang Maier stellte sich bei Gerhard Schwarz mit einem Fußball als Geschenk für den gastgebenden Verein TUS Stein Reinisch St. Veit in der Südsteiermark ein. Der Vizepräsident kündigte Regionalkonferenzen und eine Online-Umfrage an. "Wenn kooperierende Vereine eine Spielgemeinschaft als 2. Kampfmannschaft führen, müssen die Spieler dieser Spielgemeinschaft zurzeit bei der 2. Kampfmannschaft angemeldet sein und sind für ihre Stammvereine nicht spielberechtigt. Das wollen wir überdenken bzw. ändern, dass solche Spieler künftig auch bei den Stammvereinen spielen dürfen", verkündete Maier.
StFV-Vizepräsident Franz Faist erinnerte die Vereinsvertreter an die Verbandsförderungen für Sportstätten und Flutlichtanlagen sowie Tornetze. Der 30. November 2016 sei der letzte Tag für die Einreichung diesbezüglicher Rechnungen. Im Falle von Jubiläen ersuchte Faist um Namhaftmachung verdienter Funktionäre für Ehrungen durch den Verband.


Bedrohter Schiedsrichter

Der neue und alte Schiedsrichterbesetzungsreferent Franz Roschitz, beklagte, dass bei der jüngsten Schiedsrichterprüfung von 26 neuen Referees kein einziger aus dem Süden stamme. "Durch Zurufe bei Spielen von Zusehern, Eltern und Ersatztrainern verlieren wir Schiedsrichter. Zuletzt hat ein von Zusehern bedrohter Unparteiischer aus Angst sein Schiedsrichteramt aufgegeben", so Roschitz.

Gewerkschaft für Fußballer

Der gebürtige Südsteirer Gernot Zirngast stellte die Vereinigung der Fußballer (kurz: VdF) als eine mehr als (arbeits-)rechtliche Vertretung für heimische Kicker vor. "Wir von der Spielergewerkschaft VdF sind nicht immer die Bösen. Wir begleiten die Spieler und handeln für sie Ausbildungsverträge und durch Kollektivvertrag geregelte Profiverträge aus. Unsere Mitglieder werden durch eine Sportversicherung gut abgesichert", unterstrich Zirngast die Bedeutung der Mitgliedschaft für heimische Spieler bei der VdF.

"Extremes Glatteis"

Einmal mehr mit seinen rechtlichen Ausführungen aufhorchen ließ der Grazer Sportanwalt Christian Flick. Mit dem im nächsten Jahr geltenden Wegfall des Anspruchs der Vereine auf eine Ausbildungsentschädigung für zu anderen Vereinen wechselnde Spielern ab dem 28. Lebensjahr des Kickers, begebe man sich "auf extremes Glatteis", so der Anwalt. "Regelungen, die über das 23. Lebensjahr hinausgehen sind juristisch extrem gefährlich", so der Sportanwalt. Denn es gelte die aktuelle Regel, dass eine Ausbildung eines Spielers jedenfalls zwischen dem 21. und 23. Lebensjahr abgeschlossen sei. Flick befürchtet deswegen in Zukunft im Profibereich komplizierte Streitigkeiten.

Ausländerbeschränkung im Amateurbereich

Ähnlich juristisch problematisch sieht der Rechtanwalt den Wegfall der Ausländerbeschränkung im Amateurbereich auf Grundlage des Bosman-Urteils von 1995. Diesbezüglich erhoffe er sich durch die Prüfung der Verfassungskonformität durch den Verfassungsdienst Klarheit, ob nicht doch eine Ausländerbeschränkung wegen der Gestaltungsfreiheit des Sports erlaubt sein müsse.
Auf Einladung des Vereins und der Marktgemeinde St. Veit in der Südsteiermark kamen die Vereinsfunktionäre und Gäste zum Ausklang des Stammtisches noch in den Genuss einer Jause und eines Getränks.
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