Kinderpressekonferenz
In der Volksschule St. Stefan zählt jede Stimme

"1. Steirische Kinderpressekonferenz zum Tag der Kinderrechte": Matthias Komaz-Diethard, Paulina Eisner, Simon Springer und Mia Sophie Pfnadschek luden mit 64 Schulkollegen in die Volksschule St. Stefan.
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  • "1. Steirische Kinderpressekonferenz zum Tag der Kinderrechte": Matthias Komaz-Diethard, Paulina Eisner, Simon Springer und Mia Sophie Pfnadschek luden mit 64 Schulkollegen in die Volksschule St. Stefan.
  • Foto: Klaus Pressberger
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68 Schulkinder der Volksschule St. Stefan luden zur "1. Steirischen Kinderpressekonferenz zum Tag der Kinderrechte".

ST. STEFAN. "Die größte Gruppe in der Schule sind die Kinder. Sollen diese also nicht mitreden, nicht mitdenken und nicht mitplanen dürfen? Auf keinen Fall!" Die Botschaft der "1. Steirischen Kinderpressekonferenz" war eindeutig. Zu dieser luden Mia Sophie Pfnadschek, Paulina Eisner, Matthias Komaz-Diethard und Simon Springer gemeinsam mit 64 weiteren Schulkollegen, Lehrern und Direktorin Judith Albrecht anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte und des 30. Geburtstages der Ratifizierung der Kinderrechtskonvention. Durchgeführt wurde die Pressekonferenz ausschließlich von den Kindern – und das in mehr als professioneller und charmanter Art und Weise inklusive Moderator, Zeitmanager und einer abschließenden Fragerunde durch die anwesenden Journalisten.

Mehr Mitspracherecht für Kinder

Der Anlass für die Pressekonferenz war nicht zufällig gewählt, nutzten die Kinder doch die Gelegenheit um Einblicke in ihren Schulrat zu geben. Die Idee dazu entstand im Juni 2018 basierend auf dem Gedanken, den Kindern mehr Mitspracherecht zu verleihen, gemeinsam Ideen zu verwirklichen und sich intensiv mit den Kinderrechten zu beschäftigen. Bereits im Oktober 2018 fand diese Idee in Form des Schulrates Umsetzung. „Es wurde uns klar, dass es nicht nur möglich sein muss in der Schule mehr mitzugestalten, sondern sogar ganz dringend notwendig ist“, erklärte Mia Sophie aus der vierten Klasse. Entstanden ist der Schulrat schließlich unter Mithilfe und Prozessbeteiligung von Daniela Köck und Katrin Uray-Preininger von "beteiligung.st", der Beratungsstelle für Kinder-, Jugend- und Bürgerinnenbeteiligung. Mindestens alle 14 Tage treffen sich seitdem die Schüler und Lehrer der Volksschule St. Stefan, um im Rahmen des Vormittagsunterrichts Anliegen und Wünsche aber genauso Probleme und Ideen rund um den Schulalltag zu besprechen. 

Jede Stimme zählt

Auch wenn die Teilnahme am Schulrat freiwillig ist, kommen alle 68 Schüler sowie der Lehrkörper zusammen – alle mit den gleichen Rechten und Pflichten. Die Verantwortung und Durchführung der zirka 25-minütigen Sitzungen liegt ganz in Kinderhand  – vom Regelwächter und Protokollant bis zum Zeitwächter Nur die Moderation wird von einem Lehrer übernommen. Je nach Anliegen laden die Kinder auch Experten – Bürgermeister, Amtsleiter, Fachleute – ein, um gemeinsam Planungshilfen oder Finanzierungsmöglichkeiten zu diskutieren. Am Ende des Schulrates steht eine Abstimmung. Besonders wichtig dabei: „Im Schulrat zählt jede Stimme gleichviel – egal ob Bub oder Mädchen ob Erstklässler oder Viertklässler“, wie das Redeteam erklärte.

Wertvolle Erfahrungen

Wie wertvoll die gewonnen Erfahrungen des Schulrates sind, berichtete Simon aus der vierten Klasse: „Durch den Schulrat haben wir gelernt, uns eine eigene Meinung zu bilden. Auch wenn sie nicht der des besten Freundes entspricht.“ Paulina, ebenfalls aus der vierten Klasse, ergänzte: „Außerdem haben wir gelernt Verantwortung zu übernehmen, andere Meinungen zu akzeptieren, vor einer großen Gruppe zu reden und es hinzunehmen, wenn die Mehrheit anderer Meinung ist.“ Eine weitere wichtige Erkenntnis: „Der Satz ,Da kann man nichts machen‘ ist unwahr“, ließen die Kinder wissen.

Recht auf Mitbestimmen

„Ich bin stolz, wie viel wir schon bewirkt haben“, betonte Matthias aus der dritten Klasse und gewährt auch gleich Einblicke in den gestrigen Schulrat: „Wir haben darüber gesprochen, wer für den kaputten Zaun zuständig ist und wer ihn reparieren soll – die Gemeinde oder wir. Wir haben entschieden, dass wir das machen.“ Und bereits einen Tag später hat eine Schulkollegin ein Stück Zaun mitgebracht.
„Unser Wunsch ist es, dass viele Kinder ein Recht auf Mitbestimmen haben“, gab Paulina noch mit auf den Weg. Ein Wunsch, den es angesichts der beeindruckenden Art und Weise, in der die Kinder in der Volksschule St. Stefan agieren, nur zu unterstützen gilt.

Zur Sache

September 2018 bis Juni 2019: Beteiligung in der Schule: die partizipative Volksschule; Projektbegleitung durch beteiligung.st, der Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung
Oktober 2018 bis Juni 2019: 30 Schulratssitzungen mit Beschlüssen im Rahmen des Vormittagsunterrichts
Dezember 2018: Teilnahme am SchülerInnenwettbewerb zur politischen Bildung 2018 (POLIS) – Prämierung des Beitrages mit einem Geldpreis
Jänner 2019: Mitarbeit am Kinder- und Jugendbericht für die UN-Kinderrechtskommission in Genf
Juni 2019: Abschlussfest mit Bekanntmachung der Festschreibung zur Partizipation für die VS St. Stefan ob Leoben
Juni 2019: Teilnahme an TrauDi! – Der Steirische Kinderrechtepreis 2019

Autor:

Verena Riegler aus Leoben

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