23.01.2018, 16:59 Uhr

Junge Grüne orten "NS-Propaganda"

Das ominöse Flugblatt der Burschenschaft "Leder": Die "Jungen Grünen" sehen darin NS-Propaganda. (Foto: Junge Grüne)

Das Flugblatt einer Burschenschaft an der Montanuniversität Loeben gegen die Home-Ehe sorgt für Unmut. Massive Kritik am Verhalten des Rektorats gibt es von Seiten der "Jungen Grünen".

LEOBEN, GRAZ. Die "Jungen Grünen" zeigen sich erschüttert über eine Flugblattaktion an der Montanuniversität Leoben. Die Leobener Burschenschaft “Leder” machte damit gegen die Eheöffnung für homosexuelle Paare Stimmung. Dass dafür auf ein Gemälde von Nationalsozialist Wolfgang Willrich zurückgegriffen wurde, werten die Jungpolitiker als NS-Propaganda.

Zaudern statt klarer Grenzen

Nicht zufriedenstellend ist für die "Jungen Grünen" die Haltung des Rektors der Montanuniversität Wilfried Eichlseder. “Hinterfragenswert” und “gelinde gesagt fürchterlich” finde das Rektorat diese Aktion, diesem seien aber die Hände gebunden, heißt es in zwei Stellungnahmen der Universtität gegenüber den Grünpolitikern. Warum es gegenüber nationalsozialistischer Ideologie gelindes Zaudern statt klaren Grenzen gibt, verstehen die "Jungen Grünen" nicht.

Klare Distanzierung gefordert

“Wir fordern das Rektorat der Montanuniversität auf, sich klar von dieser Aktion zu distanzieren und eine rote Linie zu ziehen. Es muss klar sein, dass der Montanuniversität solche Aktivisten nicht willkommen sind und wer solche Bilder verwendet, im absoluten Gegensatz zu den Interessen der Montanuniversität steht. Dieser Umgang ist ein stiller Willkommensgruß an Nationalsozialisten an der Montanuniversität”, erklärt Nina Wöhry, Sprecherin der "Jungen Grünen Steiermark".

Reaktion der Montanuniversität

Die akademische Burschenschaft Leder hat am Mittwoch, den 10. Jänner 2018, an der Universität Flyer mit Aussagen gegen die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren verteilt. "Damit äußern Studierende ihre Meinung zu einem tagesaktuellen politischen Thema, und dies ist rein rechtlich gesehen nicht verboten", so Pressesprecher Erhard Skupa. "Dass es sich bei einem der dabei verwendeten Bilder um eine Zeichnung des Nationalsozialisten Wolfgang Willrich handelt, war für den Laien auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Montanuniversität Leoben distanziert sich jedenfalls offiziell von der Verwendung derartigen Bildmaterials und lässt derzeit prüfen, ob damit geltendes österreichisches Recht verletzt wurde", heißt es in der E-Mail des Pressesprechers.
 
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