Schulprojekt PolliDiversity
Junge Forscher decken spannende Naturgeheimnisse auf
- Die Blühflächen wurden flexibel im Schulgarten, in Hochbeeten oder in Töpfen angelegt, wodurch ein Mitforschen niederschwellig möglich war.
- Foto: HBLFA Raumberg
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Das Young-Citizen-Science-Projekt „PolliDiversity“ der HBLFA Raumberg-Gumpenstein zeigt, wie wirkungsvoll schulische Bildung für nachhaltige Entwicklung werden kann, wenn gute Ideen auch praktisch umsetzbar gemacht werden.
RAUMBERG. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete die Förderung durch den Bildungsförderungsfonds, der vom Bundesministerium für Bildung beauftragt und vom Forum Umweltbildung koordiniert wird. Der Fonds unterstützt Schulprojekte, die sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung und den SDGs der Vereinten Nationen auseinandersetzen.
Unter der Projektleitung von Verena Mayer erforschten im Rahmen des Citizen Science Projekts PolliDiversity 23 Schulklassen die Entwicklung der ReNatura® BW3 Gumpensteiner Wildblumenmischung und beobachteten, welche Bestäuber die neu angelegten Blühflächen besuchen. Die Förderung durch den Bildungsförderungsfonds ermöglichte dabei zentrale Materialien und Werkzeuge, ohne die eine gleichwertige Teilnahme aller Klassen in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.
- In Raumberg überwogen Honigbienen, in Bleiberg Wildbienen und Schwebfliegen.
- Foto: HBLFA Raumberg
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Schritt-für-Schritt-Begleitung durch Forschungsprozess
Die teilnehmenden Schulklassen erhielten von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein standardisierte Versuchsanleitungen, Begleitmaterialien, Vorlagen zur Datenerhebung in Form von Jungforscher:innen-Booklets, Zugang zur Mitforschplattform Padlet sowie eine wissenschaftliche Begleitung durch das Projektteam. Die Blühflächen wurden flexibel im Schulgarten, in Hochbeeten oder in Töpfen angelegt, wodurch ein Mitforschen niederschwellig möglich war.
Konkret wurde mit Unterstützung des Bildungsförderungsfonds der Druck der Jungforscher:innen-Booklets für alle 23 Schulklassen sowie die Begleitung durch die Software Padlet gefördert. Diese Materialien bildeten das didaktische Herzstück des Projekts: Sie begleiteten die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt durch den Forschungsprozess, enthielten Arbeitsaufträge, Beobachtungsbögen, Reflexionsimpulse und unterstützten das selbstständige Arbeiten im Unterricht und direkt an den Blühflächen. Padlet ermöglichte, dass alle 23 Schulklassen digital mitforschen, ihre Beobachtungen hochladen, Fotos teilen, Daten dokumentieren und Einblicke in die Ergebnisse anderer Klassen gewinnen. Aus einzelnen Schulprojekten wurde so ein gemeinsames Forschungsnetzwerk, in dem Schüler:innen standortübergreifend sichtbar machen konnten, wie unterschiedlich sich Wildblumenflächen entwickeln und welche Insekten sie besuchen.
Aufbau der Blüten im Detail erkunden
Zusätzlich wurden durch die Förderung zwei DinoLite-Mikroskope angeschafft, die im Rahmen des Projekts mehrfach zum Einsatz kamen. Mit ihnen konnten Schülerinnen und Schüler Bestäuber genauer betrachten, Merkmale zur Bestimmung erforschen und den Aufbau von Blüten im Detail erkunden. Dadurch wurde biologische Vielfalt nicht nur abstrakt besprochen, sondern im wahrsten Sinn des Wortes sichtbar gemacht. Allen teilnehmenden Schulklassen wurden außerdem kostenlos Bodenthermometer und Saatgut zur Verfügung gestellt. So konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Blühflächen anlegen, sondern auch Standortfaktoren wie Bodentemperatur in ihre Beobachtungen einbeziehen und ökologische Zusammenhänge unmittelbar erfassen.
- Die Schulstandorte lieferten ebenfalls wertvolle Daten zur Pflanzen- und Artenvielfalt.
- Foto: HBLFA Raumberg
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Didaktisch setzte PolliDiversity auf forschendes, handlungsorientiertes und kooperatives Lernen. Die Schüler:innen waren nicht nur Teilnehmende, sondern junge Citizen Scientists: Sie analysierten Standorte, legten Blühflächen an, dokumentierten die Pflanzenentwicklung, beobachteten Bestäuber, erfassten Wetter- und Bodendaten und reflektierten ihre Ergebnisse. Genau diese Verbindung aus Naturerfahrung, digitaler Zusammenarbeit und wissenschaftsnaher Datenerhebung entspricht dem Anliegen des Bildungsförderungsfonds, Schüler:innen aktiv und eigenverantwortlich an der Gestaltung ihres Lebensumfelds zu beteiligen.
Biologiedidaktische Begleitstudie
Begleitet wurde PolliDiversity von einer biologiedidaktischen Studie der Universität Salzburg. Die Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht. Erste Auswertungen zeigen positive Effekte auf Wissen, Naturverbundenheit und Emotionen und unterstreichen das Potenzial von Naturerfahrung und forschendem Lernen für eine nachhaltige Bildung.
Die von den Schulklassen erhobenen Daten wurden zudem in einer Diplomarbeit von Tobias Huber und Philip Reiter ausgewertet. Dabei zeigte sich, wie stark Standortfaktoren die Entwicklung der Blühflächen beeinflussen. So begünstigten in Raumberg sonnige, warme Bedingungen wärmeliebende Arten wie Kornblume und Klatschmohn, während in Bleiberg aufgrund anderer Boden- und Temperaturverhältnisse vor allem die Echte Kamille dominierte. Auch bei den Bestäubern wurden Unterschiede sichtbar: In Raumberg überwogen Honigbienen, in Bleiberg Wildbienen und Schwebfliegen. Die Schulstandorte lieferten ebenfalls wertvolle Daten zur Pflanzen- und Artenvielfalt. Insgesamt bestätigten die Ergebnisse den entscheidenden Einfluss von Boden, Klima, Wasserhaushalt und Landschaftsstrukturen auf die Entwicklung der Blühflächen und ihrer Bestäuber.
Die Förderung durch den Bildungsförderungsfonds war weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Sie ermöglichte 23 Schulklassen die aktive Teilnahme an einem wissenschaftlich begleiteten Biodiversitätsprojekt. Aus Saatgut entstanden Blühflächen, aus Beobachtungen wertvolle Forschungsdaten und aus Schüler:innen engagierte junge Naturforscher:innen.
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