Harter Kampf am Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote ist bei den Frauen mit 5,4 Prozent niedriger als bei den Männern mit 6,2 Prozent.
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  • Die Arbeitslosenquote ist bei den Frauen mit 5,4 Prozent niedriger als bei den Männern mit 6,2 Prozent.
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PONGAU (ap). Trotz wachsender Beschäftigung, wenn auch in reduziertem Umfang, steigt die Arbeitslosigkeit. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Arbeitskräften reicht jedoch nicht aus, um das gestiegene Arbeitskräfteangebot abzudecken.
"Es ist auch im zweiten Halbjahr 2013 ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit zu erwarten – trotz Ausbau des arbeitsmarktpolitischen Interventionsgrads, da der Pongauer Arbeitsmarkt auch nicht von den konjunkturellen Dynamiken in Europa verschont bleibt", betont Thomas Burgstaller vom AMS Bischofshofen.

Arbeitsmarkt in Zahlen:

- steigende unselbständige Beschäftigung 0,84%
- steigendes Arbeitskräftepotential 1,36%
- steigende Arbeitslosigkeit 10,6%
- schrumpfender Arbeitsmarkt -7%, I.Quartal, 3.596 Neuanmeldung (Stand Mai)
- Bestand an offenen Stellen (sofort verfügbar) -24,9%

Beschäftigungsentwicklung

Die unselbständige Beschäftigung ist im ersten Halbjahr 2013 um 0,84 Prozent bzw. 284 Dienstverhältnissen gestiegen. Dies liegt zwar noch über dem landesweiten Durchschnitt von 0,7 Prozent ist aber verglichen mit dem 1. Halbjahr 2012 ein Rückgang von 0,8% bzw. 330 Dienstverhältnissen. Im Durchschnitt waren im ersten Halbjahr 34.271 Personen im Pongau unselbständig beschäftigt.

Anstieg der Ausländerbeschäftigung

Der Zuwachs ist bei Frauen wesentlich höher (+203 bzw. 1,26%) auf 16.362 unselbständig Beschäftigte, als bei Männern (+81 bzw. 0,45% auf 17.907).
Deutliche Unterschiede zeigt die Beschäftigung nach Nationalität, Rückgänge bei Inländer (-0,12% oder -35 auf 28.046 Beschäftigte) – Anstiege in der
Ausländerbeschäftigung von 6,35% bzw. 319 auf 6.225).
Diese Entwicklung beruht aus Sicht des Arbeitsmarktservice auf die hohe Nachfrage an Tourismusarbeitskräften, die überwiegend aus dem EU Zuzug abgedeckt wird; Beschäftigungszuwachs im Hotel- und Gastgewerbe mit
4,7% bzw. 254 Beschäftigten, gleichzeitig steigt die Beschäftigung bei EU Bürger um 16,1% bzw. 226 auf 1.628 in diesem Wirtschaftssektor.

Im Sog des Wintertourismus

Betrachtet man die weiteren markanten Wirtschaftsklassen der Region so tritt im Sog des Wintertourismus „der Handel“ mit einem Anstieg von 2,8% bzw. 130 Dienstverhältnissen hervor; „das Gesundheits- und Sozialwesen“ steigt stetig, derzeit um 2,8% bzw. 65.
Erstmalig, seit der Wirtschafts- und Finanzkrise, gab es Beschäftigungsrückgänge in „der Warenherstellung“ (-0,9% bzw. 45), „in der Bauwirtschaft“ (-1,55% bzw. 47) und in der „Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen“ – primär in der Arbeitskräfteüberlassung, Reinigung- Gebäudebetreuung (-8,3% bzw. 105).

Rückgang an offenen Stellen

Der Durchschnittsbestand an offenen Stellen ist um 25 Prozent auf 395 gesunken.
Insgesamt wurden dem AMS Bischofshofen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2.723 Stellen zur Besetzung gemeldet – ein Rückgang um 261 Stellen bzw. 8,75%. Die Laufzeit dieser offenen Stellen – von der Meldung bis zur Besetzung – beträgt 32 Tage. Der Einschaltgrad liegt bei 65 Prozent, d.h. fast zwei Drittel aller
Neuaufnahmen von Beschäftigungsverhältnissen im Pongau kommt mit Beteiligung des AMS Bischofshofen zustande.

Arbeitslosigkeit

Der Durchschnittsbestand an Arbeitslosen stieg im 1. Halbjahr um 10,6 Prozent oder 203 auf 2.123 Personen deutlich an und liegt damit über der Landesquote von 8,5 Prozent.
Die Zugänge in die Arbeitslosigkeit, das ist die Summe aller im Pongau in den ersten sechs Monaten gemeldeten Fälle von Arbeitslosigkeit, betrugen 5.096 – ein Plus von 277 bzw. 5,8 Prozent.
Die Zahl der Schulungsteilnahmen ist um 17 Prozent oder 56 Personen auf 387 angestiegen. Addiert man beides so zeigt sich eine „Bruttoarbeitslosigkeit“ im Pongau von 2.510 im ersten Halbjahr 2012.
Die Arbeitslosenquote ist zum Vorjahresvergleichszeitraum um 0,5 Prozentpunkte auf 5,8 % (nach nationaler Berechnungsmethode) gestiegen. Die Verweildauer – die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit – hat sich um vier Tage auf 64 Tage verlängert.

Frauen und Männer

Die gegenüber dem Dienstleistungsbereich ungünstigere Lage in produzierenden Wirtschaftsbereichen findet auch in der Arbeitslosen-Statistik nach Geschlechtern ihren Niederschlag. Bei Männern ist die Arbeitslosigkeit mit plus 14,8 Prozent deutlich gestiegen, bei Frauen ist diese moderater um 5,6 Prozent angestiegen.
Der Durchschnittsbestand im ersten Halbjahr betrug 933 Frauen und 1.191 Männer.
Dies bildet sich auch in der Arbeitslosenquote ab, Frauen mit 5,4 % niedriger als jene der Männer mit 6,2%.

In- und Ausländer

Ausländische Arbeitskräfte sind von Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Inländer. Die im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch sinkende Arbeitslosigkeit bei Inländern veränderte sich im aktuellen Beobachtungszeitraum in einen Anstieg von 7,7 Prozent auf 1.482 Personen. Der Anstieg bei AusländerInnen setzt sich weiter fort - mit 17,9 Prozent auf 642 Personen.
Auch bei ausländischen Arbeitskräften sind Männer vom Zuwachs stärker betroffen (+20,5% auf 391 Personen), Frauen verzeichneten einen Anstieg im Arbeitslosenregister um 14% auf 391 Personen).

Der Lehrstellenmarkt

Der Durchschnittsbestand der als sofort verfügbar gemeldeten Lehrstellen ist um 11 Prozent auf 127 gesunken. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden erhöhte sich um 42,7 Prozent bzw. 5 auf 18 Jugendliche
Damit entfallen arithmetisch auf eine Person auf Lehrstellensuche 14 angebotene Lehrstellen. Berücksichtigt man Lehrstellen aus dem Bereich Hotel- und Gastgewerbe nicht – mit fast zwei Drittel Anteil an allen Lehrstellen – bleibt im Pongau immer noch ein Überhang an.

Die Arbeitslosenquote ist bei den Frauen mit 5,4 Prozent niedriger als bei den Männern mit 6,2 Prozent.
Thomas Burgstaller vom AMS-Bischosfhofen befürchtet einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

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