Der Forscher im Museum der Blasmusik

Zwei, die gut miteinander können: Altbürgermeister Siegfried Krainer und Museumskurator Rudolf Gstättner.
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Der Mürztaler Rudolf Gstättner ist wissenschaftlicher Leiter des Blasmusikmuseums in Oberwölz.

Wussten Sie, dass – die Stadtgemeinde Oberwölz im Bezirk Murau gemeinsam mit dem Österreichischen Blasmusikverband das Österreichische Blasmusikmuseum, übrigens das einzige dieser Art, betreibt? Wussten Sie ferner, dass dieses Museum seit 2017 mit dem Musikwissenschaftler DDr. Rudolf Gstättner einen Mürztaler als wissenschaftlichen Leiter hat?

Bei einem Lokalaugenschein in Oberwölz gab der "Vater" des Blasmusikmuseums, Siegfried Krainer, bis 2009 Bürgermeister von Oberwölz, gemeinsam mit Rudolf Gstättner Einblick ins Wirken des Museums. 1997 wurde das Museum im historischen Ambiente des einstigen Bürgerhauses eröffnet, bis zu seinem Ableben leitete der Musikwissenschaftler Bernhard Habla das Museum, seit 2017 führt Rudolf Gstättner die Forschungstätigkeit fort. Schwerpunkt der Arbeit ist die Erweiterung der Sammlung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Vernetzung mit den Universitäten und der Schritt ins digitale Präsentations- und Archivierungszeitalter. "In den Glanzzeiten hatten wir 15.000 Besucher pro Jahr, jetzt sind es durchschnittlich 3.000", erklärt Siegfried Krainer.
Ein Leaderprojekt soll neue Präsentationstechniken und verbesserte Barrierefreiheit bringen.

Forschungszentrum

Rudolf Gstättner will bis 2022 den Aufbau der Militärmusiksammlung vorantreiben. Mit dem Dokumentationszentrum des Österreichischen Blasmusikverbandes und der Militärmusiksammlung wird Oberwölz zum wissenschaftlichen Zentrum der Blasmusikforschung in Österreich. "Über die Forschung ist es auch leichter, an Fördergelder für den Museumsbetrieb zu kommen", erklärt Rudolf Gstättner.

Zum überwiegenden Teil wird der Museumsbetrieb von der Stadtgemeinde finanziert. "Ins Gebäude integriert ist auch das Heimatmuseum, das Tourismusbüro und die Stadtbücherei", erklärt Siegfried Krainer, der selbst auch noch bei Führungen aushilft. Mit seiner Lieblingsfrage lässt er – selbst kein Musikant – altgediente Kapellmeister alt aussehen: "Was ist der steirische Traditionsmarsch? Natürlich der ,47er-Regimentsmarsch'", klärt er verschmitzt lachend auf.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Sonderausstellungen – heuer noch über "Gehundsteh Herzsoweh – Jodler und Weisen in den Notenbüchern der Musikkapellen". 2020/21 gibt es die Sonderausstellung zu den Weisenbläsern, 22/23 ist die Militärmusik der museale Schwerpunkt und 24/25 die Dienstmusik wie Feuerwehr-, Polizei-, Eisenbahn- und Werkskapellen.

Blasmusik war zu haben

Und wie ist Oberwölz zum Blasmusikmuseum gekommen? Fast wie die Jungfrau zum Kind: "In den 1960er und 70er-Jahren hat es unter Landeshauptmann Krainer eine Landentwicklungsoffensive gegeben. Im Zuge dieser Offensive hat zum Beispiel Groß-St. Florian das Feuerwehrmuseum bekommen – um das wir uns im Übrigen auch bemüht hatten. Damals hat der Blasmusikverband nach einem Zentrum zur Erforschung der Blasmusik gesucht. Gemeinsam mit dem damaligen Blasmusikpräsidenten Weyermüller und Bundeskapellmeister Brixel haben wir das Museum hier bei uns verwirklicht", erzählt Siegfried Krainer.

Und: Sollten Sie zufällig Lust auf 60 Variationen des Radetzkymarsches haben, im Blasmusikmuseum Oberwölz gibt es sie zu hören.

Weitere Infos zum Blasmusikmuseum
zum Österreichischen Blasmusikverband
zur Stadt Oberwölz – bis zur Gemeindestrukturreform die kleinste Stadt der Steiermark
und zu Rudolf Gstättner

Autor:

Markus Hackl aus Bruck an der Mur

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